Jungsfrage: Mädchen, warum kriegt ihr bei Pralinen feuchte Augen?

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
fabian-fuchs

Die Jungsfrage:

Das ist jetzt eine ganz einfache Frage: Woher kommt dieses Pralinen-Ding bei euch? Damit meine ich nicht nur eure MonCherié-Sucht und das ganze Getüdel in Cellophan, das ihr euch gegenseitig ständig mitbringt. Ich meine auch die Paletten von Muffins, die ihr ständig backt, all die Tortenstücke und Kuchenrezepte, die ihr austauscht, den Schokojieper den ihr erfunden habt und überhaupt den Begriff „Naschen“, der mich an das Wort „Kuscheln“ erinnert. Naschen verhält sich doch zu Essen so wie Kuscheln zu Sex! Was habt ihr nur mit diesem ganzen Süßkram, die Werbung ist voll von Frauen die ihre Finger in Schokopudding tauchen und lasziv damit herumdeuten und meine Nachbarschaft ist voll von Frauen, die beim Anblick einer Eisdiele ohnmächtig werden und selbst bei schlimmsten Gewichtsjammer kein Krokant-Ei und kein Dessert verschmähen, sich in die kleinste Espressoportion zwei Löffel Zucker kippen und jede Krise mit Gummibärchen und Kakao meistern, nicht ohne den Verweis, das wäre nun mal Nervennahrung. Wir Jungs essen auch was Süßes, auch gerne, aber dieser zappelnde Enthusiamus und das ganze Gewese drumherum ist uns so was von fremd. Und mit so einer in Cellophan eingetüddelten Praline kann man uns viel wahrscheinlicher in den Wahnsinn treiben („Geht nicht auf! Nur ein Stück, ist das alles? Igitt, Kirsche drin!“), als glücklich machen. Warum also, legt Süßes bei euch so viele Schalter um? Auf der nächsten Seite kannst du die Mädchenantwort lesen.


Die Mädchenantwort

Ha! Was? Werden jetzt sogar unsere ganz und gar un-krankhaften Essensgewohnheiten auch noch gegen uns verwendet oder wie oder was? Aber okay, dann mal los: Die Mehrheit (selbstverständlich mit Ausnahme der lautstark hervortrompeteten Ausnahmen) der Damen mag Süßes. Gerne! Schokolade! Und Nougat. Und Vanille und Kuchen und Torten. Und zum Beispiel auch: Schokoladenpudding mit Nutella auf den langsam sich bildenden dunkelbraunen Haut-Deckel geschmiert. Da könnte ich persönlich mich ja „reinlegen“, wie der fröhliche Rheinländer zu sagen pflegt. Ich habe bis gerade eben nichts besonders Geschlechtesspezifisches daran finden können, aber vielleicht ist es ja ganz anders. Vielleicht ist es ja so: Jeder Mensch liebt doch Süßes schon vom Tag seiner Geburt an. Hmm –Muttermilch, schleck – Haferbrei, lechz - Griesbrei. Ich bin mir sicher, dass jährlich hunderte Schulkinder Zuckerschocks kriegen, weil sie nicht aufhören können, diese langen roten Gummizuckerwürste in sich hineinzufressen. Wenig später essen pubertierende Menschen, egal welchen Geschlechts, in der großen Pause Semmeln mit Schokoküssen drin und finden nichts dabei, sich einen Liter Schokomilch in den Magen zu litern, solange sie anschließend mit einem großen Spezi nachspülen können. Und dann ist man irgendwann erwachsen und muss aufpassen, was man isst, weshalb man es isst und was man damit der am Tisch anwesenden Welt damit mitteilen möchte. Und offensichtlich hat irgendein Schlaumeier einst beschlossen, dass es unmännlich sei, Süßkram zu essen. Und da könnt ihr uns doch wirklich nur leid tun. Denn ihr esst ja auch Süßes, Jungs. Bevorzugt eine ganze Tafel Schokolade innerhalb weniger Minuten. Aber, klar, natürlich nur weil ihr so viel Hunger hattet und sonst nichts mehr im Haus war. Oder weil ihr so einen Freßflash vom Kiffen bekommen habt. Oder weil ihr es mit einem gut abgehangenen Stück Steak verwechselt hattet. Ganz ehrlich: ich glaube, bei Süßigkeiten müssen sich Mädchen ausnahmsweise einmal nicht zusammenreißen und aufgrund irgendwelcher gesellschaftlicher Konventionen ihre Lust darauf unterdrücken. Den Schuh müsst ausnahmsweise ihr euch mal anziehen. Ach, und noch fürs Protokoll: Die Tatsache, dass wir gerne Süßkram essen, bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir nicht auch gerne einen Schweinsbraten vertilgen würden. penni-dreyer