Mädchen, wie wichtig ist die Penisgröße?

Immer zum Wochenende. Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
max-scharnigg

Die Jungsfrage: Sie muss jetzt eben auch mal sein, diese Frage. Ich denke, wir können sie hier ohne das Ewig-Übervorsichtige von Dr.Sommer und ohne das Schenkelklopfen des nächsten Stammtisches erörtern. Schließlich sind wir aufgeklärte und selbstbewusste schöne Typen, die wissen, dass alle Körperteile von Mensch zu Mensch ihre Größe variieren und dass sich daraus nicht das Lebensglück ableitet. Trotzdem ist die Penisgröße so ein Thema wie der Bierpreis in München - ein immergrüner Gemeinplatz, auf dem sich getummelt wird und der irgendwie doch immer interessiert. Seit hinter meinem Redaktionsschreibtisch das „Big Penis Book“ des Taschen-Verlages im Regal steht, ist dieser unscheinbare Ort jedenfalls deutlich besser bevölkert. Jungs nehmen das Buch, in dem die erstaunlichsten Glieder der jüngeren Geschichte auf Hochglanzfotos zu sehen sind, mit einer Mischung aus Unsicherheit und Verächtlichkeit zur Hand. Sie blättern die ersten Seiten, taxieren das Gebotene und hören dann meistens wieder auf, klappen das Buch mit lautem „Klapp“ zu und sagen etwas wie „Naja, ist auch nicht abendfüllend!" oder "Wer kauft’n sich so was?“ Dann: Kleines Geblödel und ab. Zum einen hängt dieses Verhalten natürlich damit zusammen, dass wir es nicht gewohnt sind, fremde Erektionen öffentlich mit Muße zu betrachten. Zum anderen will man die gesammelten Überlängen auch gerne als die Freakshow, die es ja in gewissem Grad ist, abstrafen und mit Gleichmut hinnehmen. Die Mädchen hingegen kneifen vor dem Öffnen der Buchdeckel die Augen zusammen, ganz so als hätten sie Angst, dass gleich das Bild eines toten Vogels zu sehen wäre. Sie sind dann aber eher angenehm überrascht und entwickeln so ein vorgetäuscht medizinisches Interesse, sagen zum Beispiel: „Das muss doch auch wehtun, oder?“. Amüsiert und gut unterhalten blättern sie eindeutig länger als die Jungs und verweilen nicht wie diese nur flüchtig auf den Fotos, sondern gucken und gucken - und gehen dann still ab. Also, wie ist das jetzt, weckt so ein DIN-A4-großer Penis in euch irgendwelche Ur-Instinkte, die ihr nur aus Gewohnheit abstreitet? Würdet ihr so einen gerne mal ausprobieren, zur Not unter Laborbedingungen? Was für Erfahrungen habt ihr mit Penisgrößen gemacht oder besser: Wie genau macht sich die Länge eigentlich bemerkbar? Bitte kein lahmes „Jede Frau kann sich auf jeden Penis einstellen und glücklich sein“-Geflöte, wir wollen mindestens 30 Zentimeter Ehrlichkeit! Das reuters-Bild auf dem Cover zeigt übrigens den Penisaurus, den der Künstler Bernie Mattie anlässlich der 'Sexpo' in Sydney im Jahr 2000 erfand. Auf der nächsten Seite kannst du die ehrliche Mädchenantwort lesen.


Okay, ihr wollt Ehrlichkeit – ihr bekommt Ehrlichkeit. Ja, die Größe ist wichtig. Und ja: Ich persönlich bin schon ein paar Pimmel-Exemplaren begegnet, die zu klein waren für geschmeidige Bettminuten mit ekstatischen Höhenflügen. Wohlgemerkt: Ich spreche hier von mir und meiner Anatomie und meinen Bedürfnissen. Es kann durchaus sein, dass genau diese, meine Mängelexemplare bei anderen Frauen ganz anderes hervorgerufen haben. Was mich zu einem Anschauungs-Material bringt, das ich mal zur Entkrampfung der Situation mitgebracht habe. Es stammt aus Larry Davids großartiger Fernsehserie „Curb Your Enthusiasm“ und es geht zufälligerweise genau um das Thema. Bitteschön, Aufklärungsfilm ab: So, und jetzt weiter im nicht-fiktiven Text. Es gibt, wie für alle wichtigen Fragen auf dieser Erde auch zu diesem Thema selbstverständlich eine Studie und die ist dankenswerter Weise auch noch mit einer penisförmigen Grafik illustriert – die, das muss ich noch kurz hinzufügen, nicht auf wissenschaftlichen Erhebungen beruht, sondern auf einer Internetumfrage – trotzdem glaube ich, dass sie relativ erhellend ist.

Es lässt sich nämlich relativ deutlich ablesen, dass fast alle Frauen dieselbe Größe und denselben Umfang bevorzugen: Der Idealpenis sollte einen Umfang zwischen 15,5 cm und 16,5 cm haben und eine Länge zwischen 18 cm und 21,5 cm. Nur zum Vergleich: Laut einer Kinsey-Studie aus den 1960er Jahren ist der durchschnittliche nordamerikanische Penis 15,2 Zentimeter lang und hat einen Umfang von 12,7 Zentimetern. Glaubt man der Studie, dass sämtliche Vaginae in sämtlichen Größen alle dieselbe Penisgröße super finden, wird das „Huge Vagina“-Argument also wieder ein bisschen abgeschwächt. Zu groß darf der Pimmel nicht sein, sonst tut es nämlich aus anatomischen Gründen weh – Stichwort Innereien, Stichwort anpieksen. Zu klein auch nicht, sonst macht der ganze Zinnober gar keinen Spaß mehr – Stichwort: mangelnde Raumverdrängung, Stichwort: peinliche Überlegungen seitens der Frau. Jetzt aber bitte nicht gleich anfangen, die Spam-Mails aus dem Papierkorb zu fischen und sich einen Expander fürs Gemächt bestellen. Die Sache hat nämlich auch noch eine ganz andere Komponente: Als ich in einem ausgesprochen indiskreten Moment (für den ich mich auch bis heute schäme) die Freundin, die einer meiner Kleinklein-Kandidaten nach mir hatte, fragte, wie es ihr denn so im Bett mit dem Herrn gehe, da sagte sie, dass ihr die mangelnde Größe überhaupt gar nichts ausmache und dass sie schon orgiastische Gefühle bekäme, wenn sie nur mit dem Sex anfingen. Wegen Liebe und so . . . Kann natürlich sein, dass sie mich angelogen hat. Kann aber auch sein, dass es stimmt. Und damit wäre ja wiederum alles in Butter. penni-dreyer