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Natürlich kann man jetzt wie Mutter Teresa hergehen und sagen: Jeder Mensch ist schön und wen sich zwei gefunden haben, dann ist es ganz egal wie sie aussehen, solange die Seelen miteinander äh, kommunizieren. Oder was machen Seelen? Aber das ist auch ein wenig Bullshit, denn nahezu alle Menschen die mir so geläufig sind, suchen ihrer potenziellen Partner zuallerst nach dem Aussehen aus – man weiß ja auch erstmal nix anderes über sie – und viel später wird dann erst festgestellt, ob ein goldener Kern drin steckt, in der Dame oder dem Herrn. Das ist ja auch ganz normal, wer sich nicht optisch ein wenig angezogen fühlt, würde ja nie den ersten Schritt machen. Nun ist es aber weiterhin und gerade bei Männern so, dass das Aussehen der Freundin über das Anlocken hinaus so einen Trophäencharakter behält. In der Auto-Tunig-Gang vielleicht deutlicher als beim Philologen-Stammtisch, aber selbst da wird die Frau des neuen Kollegen erst mal optisch eingestuft und an Dritte wird als erste Information über sie weitergegeben, welche Haarfarbe und sonstige Fassadenqualität sie besitzt. Ist das bei Frauen auch so, achtet ihr bei den Freunden eurer Freundinnen auch vor allem darauf, wie er aussieht? Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ihr selbst wenn eine Freundin ein ganz absurde Gestalt als ihren neuen Lebenspartner vorstellte, ihr ihn sehr bald als total stimmig und zugehörig empfinden würdet, während wir Jungs auch noch nach Jahren diese Seltsamkeit betonen müssten. Sind wird turbo-oberflächlich und schlimm? Oder ihr auch? Wie wichtig ist es denn, dass euer Freund sehr tageslichttauglich ist, wie es in den Kontaktanzeigen (der Männer) immer steht? Auf der nächsten Seite kannst du die Mädchen-Antwort lesen.


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Wir sind, das kann ich diesem Fall laut und deutlich bestätigen, sehr viel weniger oberflächlich und schlimm, als ihr. „Gut aussehend“ im Sinne von Fernsehmoderatoren-slick oder Männermodel-hüftig ist keine Kategorie, die ein Junge bei uns erfüllen muss, um eine Chance bei uns zu haben, was möglicherweise auch daran liegen mag, dass es sehr viel mehr Frauen gibt, die in diese Kategorie fallen, als Männer. Wir passen uns also vor allem erst einmal an die Gegebenheiten an, und die sind für uns Frauen nun einmal grimmiger, als für die Männer. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir keinerlei äußerlichen Kriterien oder Maßstäbe hätten, anhand derer wir potentielle Geschlechtspartner messen würden. Aber die sind von Frau zu Frau sehr verschieden und klingen mitunter ein bisschen bizarr. Ich selbst zum Beispiel habe folgende Bedingungen an einen zukünftigen Freund: * Er sollte groß und sehr dünn, fast dürr sein. * Er darf auf keinen Fall kurze Arme haben! * Seine Nase sollte so ein bisschen ins Zinkige gehen. Meine beste Freundin dagegen wünscht sich einen Mann, der * ein sogenanntes gestandenes Mannsbild ist, also sehr gerne auch eine kleine Plauze haben darf. * seriös aussieht (und auch ist). * eine Brille trägt. So verschieden also unsere Ansprüche sind, so tolerant gehen wir dann auch mit den jeweiligen Eroberungen im Damen-Freundeskreis um. Klar, wenn eine liebe Freundin mit einem Typen ankommt, der aussieht, als sei er direkt von seinem Job bei der Steilwand-Gitti gekommen, dann gibt uns das natürlich schon zu denken. Aber wenn der neue Freund der besten Freundin zum beigen Anzug Schmerbauch und Schnurrbart trägt, dann gehen wir halt mal davon aus, dass er sie wirklich, wirklich glücklich macht und wundern uns nur insgeheim ein bisschen über die Launen der Natur. Aber bevor ich jetzt vor lauter Beweihräucherung des eigenen Geschlechts noch einen auf den Deckel kriege, muss ich natürlich noch sagen: Unempfänglich sind wir für schöne Männer durchaus nicht. Im Gegenteil! Wenn mal alle heiligen Zeiten so ein Exemplar vorbei wandert und mich anlächelt, dann wird mir sehr blümerant zumute und ich fange an, unmotiviert vor mich hin zu kichern, was wiederum vielleicht erklärt, warum daraus dann auch so selten etwas wird. Vielleicht liegt es daran, dass wir so selten schöne Jungs sehen, dass wir mit ihnen nicht viel anzufangen wissen. Aber zu schätzen wissen wir sie durchaus! penni-dreyer