Sagt mal Mädels - habt ihr auch Sackschmerzen?

Da schon der Gedanke daran Schmerzen verursacht, muss ich es schnell machen: Mädchen, ihr habt es ja bestimmt schon in diversen Ratgebern zur Selbstverteidigung gegen Grabscher und andere böse Männer gelesen – es gibt da eine Zone am männlichen Körper, die so verletzlich ist wie wenig sonst.
durs-wacker

Da schon der Gedanke daran Schmerzen verursacht, muss ich es schnell machen: Mädchen, ihr habt es ja bestimmt schon in diversen Ratgebern zur Selbstverteidigung gegen Grabscher und andere böse Männer gelesen – es gibt da eine Zone am männlichen Körper, die so verletzlich ist wie wenig sonst. Ja, es geht um die Genitalien oder wie wir Jungs sagen: den Sack incl. Eier. Nichts tut so weh wie ein ordentlicher Tritt in die Eier: Der Schmerz ist, wie soll ich sagen, atemberaubend anders als jeder Schmerz sonst. Deswegen haben Jungs eine Art Sack-Radar, das potentiell gefährliche Annährungen entdecken soll. Das kennt ihr auch: Immer, wenn ihr beim Dösen, Kuscheln oder sonstigen Nahverkehr mit uns in Gefahr seid, mit eurem Ellebogen, Knie oder einem anderen gefährlichen Körperteil zu nahe oder zu kräftig an unseren Sack zu kommen, rücken wir schnell weg. Aber das nur am Rande - die eigentliche Frage ist: Gibt es bei euch Mädchen auch einen Schmerz, der so einzigartig schlimm ist wie der in gerade malträtierten Eiern? Auf der nächsten Seite liest du die schmerzhafte Mädchenantwort


Meinst du jetzt so in seelisch oder in echt? Weil, klar, uns tut es sehr weh, wenn wir zum Beispiel von der ganzen Klasse ausgelacht werden, weil wir aus Versehen mit Hausschuhen in die Schule gekommen sind. Oder wenn ein ganz kleines Tier in einem Zoo geboren wird und der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt wird. Dann steigt der Östrogen-Haushalt in unserem Körper so blitzartig an, dass es uns die Innereien zusammen zieht. Ich stelle mir das so ähnlich vor, wie wenn ihr von einem Knie in die Weichteile getroffen werdet. Nur weniger akut schmerzhaft, mehr phantom-schmerzhaft. Wenn es ums Körperliche geht, sieht es – glaube ich – ein klein wenig anders aus. Da ich kein Junge bin, habe ich keine Ahnung, wie schmerzhaft so ein Tritt in die Eier ist, aber der Lehrer in unserer Selbstverteidigungs-Klasse hat es uns so anschaulich beschrieben, dass ich mir ungefähr vorstellen kann, wie sehr das weh tut. Wir haben zwei geschlechtsspezifische Quellen des Schmerzes. Einmal: unser Busen. Wenn uns da jemand aus Versehen oder mit Absicht von vorne drauf haut, dann tut das wirklich wahnsinnig weh. Und vor allem auch wahnsinnig lange. Das vergeht nicht, wie bei euch, nach zwei Minuten, sondern dauert schon mal ne halbe Stunde, bis es uns wieder einigermaßen gut geht. Und dann gibt es noch den anderen, nicht ganz vergleichbaren Schmerz, der aber in meiner Vorstellung ähnlich unangenehm ist: unsere Regelschmerzen. Einige Mädchen sind davon verschont und sie sollten Gott täglich dafür danken und dabei im Kreis hüpfen. Alle anderen verbringen ungefähr eine Woche im Monat damit, zu verfluchen, dass sie als Frau zur Welt gekommen sind. Der Schmerz ist schwer zu beschreiben, aber ich will es mal versuchen, damit du eine ungefähre Vorstellung davon bekommst: Es fühlt sich ungefähr so an, als würden einem die Innereien von einem Unterdruck erzeugenden Gerät nach außen gesogen oder gestülpt. Und zwar mit mehreren Bar. Kannst du dir das ungefähr vorstellen? Und auch noch einmal im Monat? Als meine Tante erfuhr (damals hatte man es noch nicht so mit der Aufklärung), dass sie ihre Tage von nun an einmal monatlich haben würde und nicht, wie sie gedacht hatte, nur dieses eine Mal, wollte sie spontan nicht mehr leben. Eine meiner Freundinnen hatte die Idee, dass ihr Jungs zwecks ausgleichender Gerechtigkeit und Chancengleichheit einmal pro Woche ordentlich kotzen müssen solltet. Das fand ich damals und auch heute noch eine brillante Idee. Leider ist die Welt ungerecht und ihr müsst gar nicht kotzen. Als einzigen Ausgleich hat Gott eure empfindlichste Stelle nach außen gestülpt und sie der Gefahr ausgesetzt. Also: kein Mitleid, nirgends. Zumindest nicht von mir. penni-dreyer

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