Franzosen verbieten Supermärkten das Essen-Wegschmeißen

Sie sind damit die ersten auf der Welt.
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Illustration: Daniela Rudolf

Wider die Wegwerf-Mentalität: Supermärkte in Frankreich dürfen übriggebliebene Lebensmittel nicht mehr entsorgen - sie sollen sie stattdessen spenden, hat die französische Regierung diese Woche beschlossen.

Die Aktivisten, die das Ganze angestoßen haben, jubeln. Das Gesetz bedeute jährlich Millionen an mehr kostenlosen Mahlzeiten für Bedürftige, berichtete der Guardian. Konkret sollen Läden ab einer Größe von 400 Quadratmetern Verträge mit gemeinnützigen Organisationen abschließen und falls nicht, bis zu 75.000 Euro Strafe zahlen.  

Französische Supermärkte verschwenden jährlich mehr als 750.000 Tonnen an Essbarem, berichtete die Zeitung. In Deutschland sind die Zahlen ähnlich, wenn man einer Schätzung der NGO WWF von 2015 folgt: etwa 1.080.000 Tonnen seien es pro Jahr.  

Allerdings: Das sind mit geschätzten sechs Prozent ein eher kleiner Anteil am jährlichem food waste - fast 40 Prozent des weggeworfenen Essens befördern schlussendlich die deutschen Verbraucher in den Müll, so der WWF. Die Studien-Autoren gehen zudem davon aus, dass “Konsumentenerwartungen an Frische und Verfügbarkeit, an Optik und Textur der Lebensmittel” die Supermärkte unter Druck setzen.

Es tut sich aber schon einiges. Viele Geschäfte spenden übriggebliebenes Essen bereits oder bieten Waren, bei denen bald das Mindesthaltbarkeitsdatums abläuft, günstiger an. 

Inzwischen fangen Supermärkte auch an, ihre Waren nur lose zu verkaufen. Das vermindert den Verpackungsmüll. Und weil es dann auch keine Großpackungen mehr gibt, regt es die Konsumenten dazu an, nur das zu kaufen, was sie auch rechtzeitig verbrauchen können, statt es  vergammelt in die Tonne geben zu müssen. Top. 

fran

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