Kenn die Stadt: Seoul - Ichi liebi dichi!

Bester Plattenladen: In Shopping Malls wie
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Bester Plattenladen: In Shopping Malls wie COEX oder Shinsegae gibt es Plattenläden, außerdem verkaufen Straßenhändler billige Raubkopien – auch DVDs von Filmen, die nebenan im Kino laufen. Im High-Tech-Land Südkorea geht man lieber in die Shops der Mobilfunkanbieter wie Anycall, um die neuesten Klingeltöne und Spiele zu testen. Musik lädt man sich aufs Handy. Bester Club: Am besten zum Weggehen ist das Uni-Viertel Hongdae (liegt auf der U-Bahn Linie Nr. 2, bei Hongik University aussteigen). Wer auf Hiphop steht, geht ins Saab, Elektro-Fans pilgern ins M2 und im „Skunk Hell“ finden die besten Punk-Konzerte statt. Ideal, um sich einen Überblick zu verschaffen, ist der Club Day, der immer am letzten Freitag im Monat stattfindet. Für 15.000 Won (circa 12 Euro) kann man mehr als zehn Clubs testen. Am zweiten Freitag des Monats kann man beim Sound DayLive-Clubs testen.

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Illustration: Julia Schubert

Seoul, ichiliebi dichi! Bild: oh Bester Platz für Rendezvous: Sehr beliebt ist ein Ausflug zum Seoul Tower. Entweder wandert man gemeinsam den Namsan-Berg hoch oder fährt mit der Seilbahn. In 350 Meter Höhe schaut man auf das Häusermeer hinab und isst im Drehrestaurant. Am Abend bummeln alle durchs Lichtermeer und der Junge lädt das Mädchen in ein „Noraebang“ (wörtlich Singzimmer) zum Karaoke ein. Beliebt zum Knutschen sind auch die „Videobang“ – kleine Kabinen, in denen man DVDs schauen kann. Wichtig: Am Ende geht es gemeinsam in eine der vielen Photobooths, um gemeinsame Erinnerungsfotos zu machen. Es gibt verschiedene Kostüme, verrückte Hüte und später verziert man das Bild mit glitzernden Sternchen – oder mit Herzen in allen Größen und Farben! Soundtrack zur Stadt: Alles von Jung Ji-hoon, in Korea besser bekannt als „Bi“. In Japan heißt er „Pi“ und außerhalb Asiens nennt man ihn Rain. Bi ist der größte asiatische Popstar und eine kitschige Mischung aus Justin Timberlake und Michael Jackson. Dennoch: Das US-Magazin TIME wählte ihn 2006 zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Buch zur Stadt: Im Roman „Das Gottesspiel“ von Kim Young-Ha bietet ein Schriftsteller per Telefonhotline Hilfe beim Selbstmord an - und schreibt dann über deren verzweifeltes Leben. Eine bitterböse Kritik an der koreanischen Leistungsgesellschaft. Film zur Stadt: „The Host“ von Joon-Ho Bong ist der erfolgreichste koreanische Film aller Zeiten. Amerikanische Wissenschaftler kippen Chemikalien in den Han-Fluss – es entsteht ein riesiges Ungeheuer, das die Millionenstadt bedroht. Die Handlung klingt doof, doch der Film ist spannend und verarbeitet die koreanische Geschichte der letzten 60 Jahre von Koreakrieg, der Teilung bis hin zur Militärdiktatur und dem heutigen High-Tech-Wahn. Unwahrer Mythos: Südkorea landete bei der Pisa-Studie auf Platz 2 – also können alle super Englisch, denkt man folglich. Ohne Frage kommt man in Seoul mit Englisch durch, aber noch wichtiger sind Zeichen, Körpersprache und ein freundliches Lächeln. Obskurster Brauch: Eigentlich ein sehr angenehmer: Weder Taxifahrer noch Kellner akzeptieren Trinkgeld. Stadtteil, den man kennen muss: Hongdae ist ein nettes Univiertel, in dem viele Kunststudenten in unzähligen Kneipen, Cafés und Restaurants rumhängen. Dort finden die meisten Indie-Konzerte statt. Viel los ist auch in Daehangno und Gangnam. Peinlichster Promi: Kennt irgendjemand einen peinlichen koreanischen Promi? Eben. Aber mit Sicherheit wohnt er in Seoul. Was man niemals tun sollte: Die Schuhe nicht ausziehen, wenn man ein Haus betritt. Und ohne Mobiltelefon aus dem Haus gehen. Satz, mit dem man sich zum Deppen macht: „Starcraft, das ist doch der letzte Teil von Star Wars, oder?“ Starcraft ist ein Online-Computerspiel, das ungefähr jeder männliche Koreaner zwischen 15 und 50 spielt. Wichtigster Satz: „Yogiga odi jejo?“ Das heißt: „Wo sind wir hier?“ Schlimmste Phrase: „Ichi liebi dichi“: Das bekommen Deutsche oft zu hören. Bis 2001 musste jeder Koreaner zwei Jahre Deutsch in der Schule lernen – und die meisten kennen nur an diesen einen Satz. Unnütze Information: Der Name Seoul kommt von „Seorabeol“ oder “Seobeol“ und bedeutet nichts anderes als Hauptstadt. Wann sind alle Einwohner besoffen: Eigentlich jeden Tag nach der Arbeit. Die Koreaner sind die schlimmsten Trinker Asiens, wer Karriere machen oder nicht als Außenseiter gelten will, muss mit seinem Chef und allen Kollegen trinken gehen. Vorteil: Der Chef übernimmt die Zeche. Dämlicher Superlativ: In keiner anderen Stadt der Welt stehen mehr Skulpturen im öffentlichen Raum herum. Alleine auf dem früheren Olympiagelände gibt es mehr als 200. Die verhassten Provinzler: Ein knappes Drittel aller Südkoreaner wohnt in Seoul und wer hier lebt, hält den Rest des Landes für Provinz. Die anderen spotten über die arroganten Bewohner der „Republic of Seoul“. Lebenswerteste Sache, die die Stadt hervorgebracht hat: Seit 2002 sind koreanische Fernsehserien der Hit in Asien – in China, Japan, Hongkong, Indonesien oder auf den Philippinen gucken alle Schmachtfetzen wie „Wintersonate“, „Sang-du kommt in die Schule“ oder „A Love to kill“. Das Phänomen der „koreanischen Welle“ oder „Hallyu“ hat mittlerweile die arabischen Länder, Lateinamerika und Osteuropa erreicht – und kommt sicher irgendwann auch nach Deutschland. Einwohner: 10,3 Millionen, darunter eine halbe Million Studenten. Als Nichtkoreaner fällt man auf: Nur 1,3 Prozent der Bewohner sind Ausländer (Stand 31.12.2005) Wie viele Freibäder: Am Ufer des Han-Flusses gibt es sechs Freibäder, die im Juli und August geöffnet sind. Aber Achtung: Sie sind heillos überfüllt. Lieber ans Meer fahren, etwa nach Sokcho. Hochrangigstes öffentliches Verkehrsmittel: U-Bahn und Bus. Wie viele Eisdielen: Dutzende, oft aber von Ketten wie Häagen Dasz oder Baskin-Robbins. Im Univiertel Hongdae gibt es aber kleine Familienbetriebe.

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Illustration: Julia Schubert

Eine Stadt als Reklamedschungel Bild: oh Wie viele Parks: Seoul ist erstaunlich grün und es gibt zahlreiche Parks. Im Sommer trifft sich halb Seoul am Han-Fluss. Der Hausberg Bukhansan ist so nah, dass man mit der U-Bahn zum Wandern fahren und eine schöne Tagestour unternehmen kann. Durchschnittsmiete: Seoul ist mittlerweile fast ebenso teuer wie Tokio – also fast unbezahlbar. In guter Lage sind 50 Euro pro Quadratmeter normal. Junge Koreaner bleiben einfach bei den Eltern wohnen, bis sie heiraten und ihnen die Eltern Geld für eine eigene Wohnung leihen. Agenturen helfen Ausländern bei der Suche. Durchschnittstemperatur: 12,2 Grad Sonnenstunden im Jahr: 2114 Fußballclub: In der K-League spielt der FC Seoul

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