Die jetzt.de-Kettengeschichte, Teil 26

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Was bisher geschah: Anna jobbt an der Tankstelle und haut mitten in der Nachtschicht ab - zum Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier, bei dem ihr Schwarm Gerwin Gewinner antritt. Dort sperren Gerwin und die alte Liesel Maier Anna auf einem Dachboden voller berühmter Kunstwerke ein. Annas Chef Paul, der sie retten will, kennt die Entführer schon aus seiner Zeit als illegaler Kunsthändler - die drei haben Kunstwerke gestohlen, die magische Kräfte haben, unter anderem ein ägyptisches Totengott-Amulett. 

In einer Parallelrealität hat Anna inzwischen einen Roman namens "Nachtschicht" gelesen und wurde in die Geschichte hineingesogen. Ihre Freundin Rana gerät in die Fänge der Entführer, Ranas Freundin Bernhard wird ermordet. Anna und Paul flüchten in die Tankstelle. Doch mit dem Totengott-Amulett haben Gerwin und Liesel eine Zombie-Armee heraufbeschworen. Paul und Anna werden von einem fliegenden Einhorn gerettet, das sie schließlich in der Nähe eines verlassenen Bauernhauses absetzt...

...und Anna erwacht in einer Redaktion als Autorin einer Kolumne namens "Nachtschicht", wird aber wegen Schlafens während der Arbeitszeit gefeuert. Als sie traurig vor dem Redaktionsgebäude sitzt, taucht ein geheimnisvoller Fremder im grauen Sakko auf und reicht ihr die Hand...

Alle vorigen Teile der Kettengeschichte kannst du hier nachlesen. Und hier kommt Teil 26 von jetzt-User Balschoiw.

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Illustration: Julia Schubert


„Das ist jetzt nicht wichtig. Wir müssen hier weg!“ Er fasst Anna an der Hand und zieht sie mit einem kräftigen Ruck auf die wackligen Füße. „Was zum Teufel...?!“ Anna versucht die Dinge zu sortieren, aber die Realität wartet nicht auf sie.  

„Du kommst jetzt mit, sofort!“ Der Fremde zieht sie hinter sich her, mit festem Griff hält er sie am Arm gepackt, und Anna stolpert verwirrt und widerwillig neben ihm her. Als der Mann sie in Richtung eines dunklen Wagens schiebt, in dem sie die gesichtslosen Umrisse mehrerer Personen erblickt, breitet sich schlagartig Panik in ihr aus. Die Lähmung, die sein forsches Auftreten in ihr ausgelöst  hat, macht nun einer unbändigen Wut Platz. Mit der Hand schlägt sie ihm hart ins Gesicht, wobei ihre Nägel tief in seine Haut dringen. Während sie versucht, sich seinem Griff zu entwinden, tritt sie ihm mit aller Kraft zwischen die Beine. Sofort sinkt er in sich zusammen und fällt gekrümmt zu Boden. „Glaubst du etwa, ich lasse mich hier eintüten wie ein billiges Mitbringsel?!“, faucht Anna ihn an. Sie holt mit dem Fuß aus, um diesem Typen endgültig die Lichter zu dimmen, als sich die Türen der Limousine öffnen und zwei Männer von hinten auf sie zueilen.  

Einer der Wachmänner am Eingang des Gebäudes ist währenddessen auf den Tumult aufmerksam geworden. Erst zögerlich, dann immer schneller werdend, setzt er sich in Bewegung und spricht dabei hektisch in sein krächzendes Funkgerät. Mit erhobenem Schlagstock stürmt er heran: „Was machen sie da? Lassen sie sofort die Frau in Ruhe!“ Die beiden Männer erreichen Anna fast zeitgleich. Erst im letzten Moment realisiert sie die Gefahr, wendet sich um und wird gleich darauf mit einem wuchtigen Schlag niedergestreckt.  

„Verdammte Scheiße! Seid ihr irre?!“ Der Wachmann, der inzwischen nur noch 10 Meter entfernt ist, schwenkt wild seine Waffe, als ein heller Lieferwagen in voller Fahrt heranrast und mit quietschenden Reifen zum Stehen kommt. Anna liegt benommen am Boden und nimmt nur verschwommen das Geschehen um sie herum wahr. Während sich der Mann mit dem grauen Sakko langsam erhebt, ziehen die beiden anderen ihre Pistolen und rufen dem Wachmann zu: „Runter! Runter, verdammte Scheiße!“  

Die Türen des Transporters fliegen auf und vier Männer mit Sturmhauben und Militärjacken springen auf die Straße. Gerade als sie auf den Eingang des Gebäudes zulaufen, entdeckt einer von ihnen den sprintenden Wachmann. Er zieht eine Maschinenpistole unter der Jacke hervor und ruft seinen Begleitern irgendetwas Unverständliches zu.  

Anna wird vom Fremdem im grauen Sakko gepackt und zwischen die parkenden Autos gezogen, während der Wachmann fassungslos seinen Schlagstock fallen lässt. Fast im selben Moment fallen die ersten Schüsse.
Glas splittert und Kugeln dringen mit einem hässlichen, dumpfen Geräusch in Metall ein. Die Männer aus der Limousine gehen hinter den Autos in Deckung und eröffnen ebenfalls das Feuer. Der Wachmann versucht verzweifelt aus der Schusslinie zu robben, während nun in wilden Salven gefeuert wird. Glassplitter prasseln auf den Asphalt und von der gegenüberliegenden Straßenseite sind Schreie zu hören. Die hämmernden Einschläge lösen Panik in Anna aus. Sie schreit um ihr Leben und drückt sich so flach wie möglich auf den Boden. Direkt neben ihr schießt nun auch das graue Sakko auf die Angreifer. Anna presst die Hände auf ihre Ohren, um zumindest akustisch diesem Inferno entfliehen zu können.  

Während sie sich hektisch umsieht und nach einem Fluchtweg sucht, spürt sie es. Ihr ganzer Körper scheint plötzlich zusammengepresst zu werden. Die Luft entweicht aus ihren Lungen und eine mächtige Druckwelle rast über sie hinweg. Schlagartig lärmen die Alarmanlagen der Autos um sie herum los, und ein scharfer Wind wirbelt Schmutz auf. Als die Welle das Verlagsgebäude trifft, bersten die Scheiben der Fassade und feine Glassplitter regnen glitzernd herab. Etwas schiebt sich mächtig und groß über sie, verfinstert den Himmel und lässt den Boden erzittern. Dann beginnt das mächtige Raumschiff in einem gleißend hellen Staccato zu feuern.

Du willst wissen, wie es weitergeht? Teil 26 der Kettengeschichte erscheint am 23. Oktober.

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