Das Klamottenpaar der Woche: Franziska und Milan

Ein Mädchen und ein Junge verraten uns jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Sie sind unser Klamottenpaar der Woche. Diesmal: die Festival-Edition
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Franziska, 18, Schülerin aus Chemnitz

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Illustration: Julia Schubert

Franziska, was trägst du heute und erinnerst du dich noch, wo du es gekauft hast? Mein Hut ist aus der H&M-Jungsabteilung für ungefähr 5 Euro, die Weste ist von Zara und war ein Geschenk, das Kleid ist von H&M - ich habe es aber bloß von einer Freundin ausgeliehen. Meine Leggings sind ebenfalls von H&M und haben um die 10 Euro gekostet. Und die Schuhe: auch H&M. Nur sieht man von denen ja jetzt nicht mehr soviel.

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Illustration: Julia Schubert

Was hat das mit dem Gaffa-Tape denn auf sich? Ich habe leider vergessen Gummistiefel mitzunehmen und weil es heute morgen wie aus Eimern geschüttet hat, musste ich meine Schuhe irgendwie dagegen wappnen. Das Gaffa-Tape auf dem Frühstückstisch unseres Zeltplatzes kam mir da genau recht. Hält erstaunlich dicht! Ist ein Festival für dich in gewisser Hinsicht auch ein modisches Event? So richtig weiß ich das noch gar nicht. Es ist immerhin mein erstes Festival überhaupt und weil das alles noch recht neu für mich ist, muss ich mich erst einmal ein bisschen umsehen. Ein paar inspirierende Outfits habe ich aber schon gesehen. Und selbst habe ich natürlich schon auch darauf geachtet, Klamotten mitzunehmen, die gut aussehen. Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr, wie man an meinen Schuhen sieht. Etwas praktischer zu denken wäre vielleicht sinnvoll gewesen. Ich habe nicht mal eine Regenjacke mit. Aber naja: Nächstes Mal!

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Illustration: Julia Schubert

Verlockt ein Festival dazu, sich modisch neu auszuprobieren oder würdest du das, was du heute trägst, auch im alltäglichen Leben anziehen? Ich persönlich habe nicht das Gefühl, da einen Unterschied zu machen. Obwohl ich mir bei den Gaffa-Schuhen nicht ganz sicher bin. Ansonsten gibt es sicherlich Leute, die sich auf Festivals exzentrischer kleiden.


Milan, 28, Rettungsassistent aus Eberswalde

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Illustration: Julia Schubert

Milan, was hast du da heute an? Meine Hose ist für 40 Euro von H&M, der Nicki ein Geschenk und die Gummistiefel für 10 Euro aus dem Kaufland. Meine schöne DDR Sporett Jacke ist Second Hand und die da drüber ist aus einem Gothic Laden. Ist gar nicht so mein Ding, aber die Jacke hat mir eben einfach gefallen. Meine Brille ist aus einem Brillenladen in Berlin und: Ja, sie ist echt. Andauernd werde ich gefragt, ob ich da Fensterglas drin habe. Ist ja anscheinend jetzt modern so. Die türkise Kette hat meine Freundin mir geschenkt. Was bedeutet dir Mode im Alltag? Meine Freundin sagt ich sei eitel. Ich weiß ja nicht so. Ich mache meine Haare nur wenn ich arbeite und ziehe sonst auch nur an, was gerade da ist. Vielleicht hat sie in der Hinsicht recht, dass ich immer gut aussehen will - aber in der Realität die Kohle nicht habe, ständig einkaufen zu gehen. Ich gehe entweder gar nicht einkaufen, oder gebe auf einen Schlag 200 Euro aus.

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Illustration: Julia Schubert

Was zeichnet deinen Stil aus? Früher war es immer meine Frisur, die habe ich schwarz gefärbt und zur Seite gekämmt. Als eines Tages jemand ankam, und sagte, ich sei ja wohl ein „Emo“, war ich verwundert. Ich fand heraus, was es anscheinend bedeutet, ein „Emo“ zu sein und hatte plötzlich keine Lust, mir die Haare zu färben. Ich würde mich schon als etwas punkig bezeichnen. Punk bedeutet nicht Nieten und Irokese, aber eben anzuziehen, wonach einem die Nase steht. Und vor allem: Klamotten selbst umzugestalten. Ich kaufe oft kleine Aufnäher oder mache sie selbst, um sie an meinen Jacken anzubringen.

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Illustration: Julia Schubert

Animiert ein Festival, sich anders anzuziehen? Oder ziehst du dich im alltäglichen Leben genau so an, wie du hier vor mir stehst? Nee, im normalen Leben habe ich keine Gummistiefel an. Ich trage sonst immer so halboffene Gummilatschen. Kein Scheiß. Die trage ich immer. Außer wenn wir im Winter -20 Grad haben und mir der Schnee bis in die Kniekehlen steht.

Text: mercedes-lauenstein - Fotos: Juri Gottschall

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