Das Klamottenpaar der Woche: Ilze und Martins aus Riga

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Ilze 24, Medien- und Kulturmanagement Studentin aus Riga

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Illustration: Julia Schubert

jetzt.de: Ilze, woher hast du deinen Anzug und wie viel hat der ungefähr gekostet? Ilze: Witzig, dass du fragst. Erst gestern hat mich eine Frau auf der Straße angesprochen, die den Jumpsuit in einer lettischen Zeitschrift gesehen hat. Ich habe ihn bei der lettischen Designerin Anika Altmane gekauft. Sie schneidert mein Hochzeitskleid und als ich bei der Anprobe war, habe ich das Teil gesehen und musste es einfach haben. Einziges Problem: Wenn man aufs Klo muss, wird´s umständlich. Meine Schuhe habe ich von Humanic aus Wien, ich habe dort eine Zeit lang gearbeitet. Die haben rund 90 Euro gekostet. War der Anzug also dein Pre-Hochzeitsgeschenk an dich selbst? Ja schon, aber teuer war der Jumpsuit nicht. Er hat rund 100 Euro gekostet. Das ist das Schöne an Lettland: Man bekommt bei vielen Jungdesignern wie zum Beispiel Mare oder Rolls tolle individuelle Sachen, die noch erschwinglich sind. Mein Tipp für Shoppingfans in Riga: Einfach zum Schneider gehen, deren Modelle anschauen und fragen, wie viel es kostet, sich etwas schneidern zu lassen.

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Illustration: Julia Schubert

Welchen Klamottenstil magst du denn sonst? Ich mag es schon schicker. Wenn Ausverkauf bei Karen Millen ist, bin ich da auf jeden Fall anzutreffen. Ansonsten kaufe ich auch bei H&M ein und kombiniere die schlichten Teile dann mit schickeren Accessoires. Hier in Riga laufen die meisten Frauen auf hohen Schuhen scheinbar problemlos über das fiese Kopfsteinpflaster in der Altstadt. Du auch. Wie lange hast du geübt, bevor du so elegant laufen konntest? Auf hohen Schuhen zu laufen lernt man hier praktisch schon im Kindergarten: Ich bin als kleines Mädchen immer auf den Pumps von meiner Mutter rumgestakst, also für mich ist das kein Problem. Was das Kopfsteinpflaster anbelangt: Das ist der Tod für jeden Schuh. Ich trage in der Innenstadt meist flache Schuhe, sonst könnte ich alle meine Schuhe mit Absatz nach zwei Wochen in den Müll werfen. Gibt es sowas wie einen lettischen Stil? Naja, "Stil" weiß ich nicht, aber es ist schon offensichtlich, dass lettische Frauen sehr viel Wert darauf legen, weiblich auszusehen und Spaß daran haben, Röcke und High Heels anzuziehen und sich allgemein schön zu machen. Das ist bei mir genauso!


Martins, 25, Cateringaushilfe, Riga

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Illustration: Julia Schubert

jetzt.de: Martins, was hast du an und wie viel hat es gekostet? Martins: Meine Hose und meine Strickjacke habe ich von Replay, die haben ungefähr 100 Euro und 80 Euro gekostet, beide Sachen habe ich hier in Riga gekauft. Die Schuhe? – Keine Ahnung, die stehen schon ewig bei mir rum und ich trage sie ab und zu sowohl zur Arbeit als auch in meiner Freizeit. Mein T-Shirt ist von Armani, das habe ich bei einer Modenschau gekauft. Schaust du Dir oft Modenschauen an? Nö, eigentlich nie. Aber eine Freundin der Familie ist Stylistin und nimmt uns manchmal bei ihren Aufträgen mit – da kaufen wir dann zum Beispiel die T-Shirts, an denen Make-Up oder anderer Schmutz dran ist, zum Schnäppchenpreis. Sehr praktisch!

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Illustration: Julia Schubert
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Wie wählst du deine Kleidung aus? Ich habe da keinen bestimmten Stil oder ein Konzept, ich ziehe einfach das an oder kaufe das, wonach ich mich fühle. Aber ich mag Schnäppchen. In Wolfsburg war ich zum Beispiel mal in einem Outletladen für bekannte Marken - so ein Laden fehlt mir hier in Riga. Auf der Straße scheint es, dass die Frauen super durchgestylt sind und viel Wert auf ihr Äußeres legen. Bei den Männern ist mir das noch nicht so aufgefallen. Ja, das stimmt. Aber viele haben nicht so viel Geld, anderen ist es einfach egal. Für viele Männer zum Beispiel gibt es Freizeit- und Arbeitskleidung. Wenn man dann frei hat oder in die Stadt geht, dann zieht man sich nach dem Motto „Hauptsache gemütlich“ an, egal wie es aussieht. So mache ich das auch. Und außerdem sind mir die die Frauen oft zu durchgestylt. Was ist denn für dich zu durchgestylt? Naja, so enge kurze Miniröcke und zu knappe T-Shirts. Aber viel schlimmer finde ich Frauen, die zentimeterdicke Make-Up-Schichten im Gesicht haben. Das ist irgendwie Betrug: Man geht abends weg, lernt eine Frau kennen, soweit so gut - aber am nächsten Morgen, wenn man dann neben ihr aufwacht, ist sie nicht mehr zu erkennen, weil die ganze Farbe verwischt ist. Da bevorzuge ich lieber natürliche Frauen ohne Schminke.

Text: fiona-webersteinhaus - Fotos: Autorin

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