Das Klamottenpaar der Woche: Laura und Skender

Irgendwas muss man ja anziehen: Ein Mädchen und ein Junge verraten uns jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Außerdem sprechen sie über die Fehlgriffe oder darüber, was ihnen Kleider bedeuten. Sie sind unser Klamottenpaar der Woche, aber in echt nicht notwendigerweise zusammen.
michele-loetzner

Laura, 21, studiert Jura. Während des Fotografierens entdeckt sie ständig neue Flecken auf ihrer Kleidung.

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Illustration: Julia Schubert

Oberteil mit Marmeladenfleck: 26 Euro. Am Tag vorher gekauft als Belohnung für die Abgabe einer Seminararbeit. Hose mit Schokoladenfleck: 80 Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Gürtel: 15 Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Brille: ein Geschenk der Eltern zum vorletzten Weihnachten. Ohrringe: 10 Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Bikini: aus dem Schrank der Schwester gezockt. Zwar schon länger her, aber bis jetzt hat sie noch nichts gemerkt.

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Illustration: Julia Schubert

Schuhe mit Kiesstaub aus dem Englischen Garten: 80 Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Tasche mit Lehmflecken aus der Au: ein Geschenk zum 17. Geburtstag. Obwohl täglich der halbe Haushalt darin mitgeschleppt wird, noch intakt. Du trägst heute fast nur schwarz, ist das immer so? Meistens schon. Schwarz ist meine Lieblingsfarbe, weil sie zu allem passt. Und, natürlich: Man sieht die Flecken darauf nicht so schnell. Da ich Meisterin im Verschütten, Kleckern, Drüberfallen, Stolpern und Dagegenlaufen bin, bleibt mir fast nichts anderes übrig als ständig schwarz zu tragen. Meine Freunde haben sich schon dran gewöhnt und sind dann ganz irritiert, wenn ich mal eine andere Farbe anziehe. Aber mir etwas Andersfarbiges zu kaufen, macht nicht viel Sinn. Letzt erst habe ich mir eine weiße Jeans gekauft und dann beim Fahrradkette-Reparieren gemerkt, dass das eine total dämliche Idee war. Was ist ein modisches No-Go? Das Pali-Tuch! Mein Gott, wenn ich das heute noch einmal sehe, muss ich schreien. Das Pali-Tuch war immer ein politisches Zeichen. Egal, ob es früher Punks trugen oder heute sogar verrückterweise Rechte, weil sie ihre Verbündung mit den Palästinensern zeigen wollen. So oder so, das Tuch ist ein Statement. Und heute kann ich das Teil im H&M kaufen, in der In-Style ist es das Must-Have des Monats und jeder Depp trägt es, ohne sich der politischen Konnotation bewusst zu sein. Das ist peinlich und albern. Du studierst Jura, hast du eine Meinung zu hochgestellten Hemdkrägen? (lacht) Natürlich habe ich die. Prinzipiell kann sich ja jeder anziehen, wie er will. Aber dann soll er bitteschön auch zu dem stehen, was er damit ausdrückt. Bei meinen Kommilitonen ist es tatsächlich immer noch sehr beliebt, das Polo-Hemd mit dem Pferdchen zu tragen, dabei den Kragen hochzustellen und den Pullover dann „peppig“ und „flott“ über die Schultern zu hängen. Nur ist es dann so: Wenn man als Mädchen auf einer Juristenparty mal kurz in einem Nebensatz fallen lässt, dass man das total bescheuert findet, klappen sich die Krägen wie bei einem Lauffeuer bei allen in Sekundenschnelle runter. Das ist armselig. Mir persönlich käme so ein Schnösel nicht ins Haus. Aber hey: jeder nach seiner Facon. Auf der nächsten Seite: Skender


Skender, 31, Produktmanager

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Illustration: Julia Schubert

T-Shirt: 30 britische Pfund (aus Bristol). Kette: 200 Kronen (aus Prag). Hose: 35 Pfund (aus Bristol). Haarschnitt: 250 Kronen (aus Prag).

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Illustration: Julia Schubert

Brillengestell: 130 Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Uhr: 10 US-Dollar (aus Florida)

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Illustration: Julia Schubert

Schuhe: 79 Euro (aus Hamburg) Wie wichtig ist dir Mode? Mal mehr mal weniger. Marken sind mir eigentlich vollkommen egal, aber meistens ist die Qualität von teuren Sachen automatisch höher. Deswegen habe ich kein Problem damit, auch mal mehr Geld auszugeben. Was war dein größter Fehlkauf? Eine gelbe Diesel-Jeans. Aber ich habe sie mit Würde getragen. Die habe ich mir mit 15 gekauft und sie war richtig teuer. Da blieb mir nichts anderes übrig als so zu tun als hätte ich mir etwas dabei gedacht. Ach, und mein jetziger Haarschnitt. Zwar kein Stoff, aber: Das kommt davon, wenn man zu geizig ist, sich daheim die Haare schneiden zu lassen und stattdessen in Prag in einen versifften Friseursalon geht. Muss ich eben jetzt auch mit Würde tragen. Deine Lieblingsklamotte? Eine schwarze Stoffjacke. Die passt zu allem, weil sie ohne Schnickschnack ist. Wie viel Geld investierst du in deine Kleidung? Das ist ganz unterschiedlich. Meistens gehe ich gezielt einkaufen, aber im Urlaub bin ich da ziemlich schmerzfrei. Im Urlaub hat man natürlich auch mehr Zeit und Muße, shoppen zu gehen.

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