Klamottenpaar der Woche: Cita und Pablo

Ein Mädchen und ein Junge verraten jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Sie sind unser Klamottenpaar der Woche, aber in echt nicht notwendigerweise zusammen. Für diese Ausgabe haben wir uns im Münchner Hipsterviertel Glockenbach umgesehen.
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Cita, 19, arbeitet bei Topshop in London

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Illustration: Julia Schubert

Cita, was trägst du da heute am Leib und erinnerst du dich, was es gekostet hat? Meine Jacken sind beide von Topshop, die Lederjacke hat 40 Pfund gekostet, die Strickjacke 35. Das Shirt darunter ist aus einem Second Hand Laden aus Berlin, für 7 Euro. Strumpfhose und Socken von Ebay, Marke habe ich vergessen. Auf jeden Fall superbillig, so 3 Euro oder so. Die Schuhe sind von Matalan, 20 Pfund. Meine Handschuhe von Limark, die Vintage Tasche für 15 Pfund aus einem Charity Shop in London, das graue Stirnband für 8 Pfund von H&M, genau so wie meine Kette.

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Illustration: Julia Schubert

Wie wichtig ist dir die Mode? Schon sehr wichtig. Ich freue mich eigentlich jeden Tag aufs Neue darauf, mir einfallen zu lassen, was ich anziehen möchte. Mich durch meinen Stil auszudrücken bedeutet mir viel. Woher nimmst du die Inspiration für deine Outfits? An sich mag ich Modeblogs sehr gerne, viele Freunde von mir betreiben ihre eigenen. Da schaue ich gerne mal drauf. Ansonsten ist London an sich natürlich schon Inspiration pur. Man braucht wirklich nur vor die Haustür treten und schon überrollen einen die interessantesten Menschen.

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Illustration: Julia Schubert

Würdest du dich selbst als Hipster bezeichnen? Oh Gott, Hipster, …nein. Ich bin kein Hipster. Wieso? Ach, Hipster sind so offensichtlich erpicht darauf, sich durch ihr Aussehen zu profilieren. Bei ihnen ist es immer ein wenig zuviel des Guten. Da bleibt gar keine Authenzität mehr übrig, da geht es um das bloße Hip-Sein, sonst nichts.

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Illustration: Julia Schubert

Welcher Trend langweilt dich? Was ich echt nicht mehr sehen kann, sind bunte Jeans. Hast du eine Trendprognose 2010 für uns? Strumpfhosen in allen Variationen. Noch viel ausgeprägter als bisher schon. Leggins gehen, Strumpfhosen kommen, glaube ich.


Pablo, 20, macht gerade seinen Zivildienst in einem Krankenhaus

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Illustration: Julia Schubert

Pablo, was trägst du heute für Klamotten? Erinnerst du dich noch, wie viel sie gekostet haben? Also die Schuhe sind von Gerdisma, für 100 Euro. Die Kniestrümpfe sind halt gewöhnliche, schwarze Kniestrümpfe, ich glaube von Burlington. Die Hose ist von einem Kostümausverkauf der Staatsoper für 10 Euro, mein Mantel vom Flohmarkt für 9 Euro. Die Mütze ebenfalls, für gute 10 Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Wie wichtig ist dir Mode, wenn du dich sogar zum Kostümausverkauf der Staatsoper begibst? Mode ist mir wichtig, weil sie mir vor allem Spaß macht. Man darf sie halt nicht all zu wichtig nehmen. Zum Glück ist sie heutzutage so frei - man muss sich ja keinerlei Regeln unterwerfen. Jedem steht theoretisch die Möglichkeit offen, sich durch seine Klamotten in eine Art Märchenwelt zu begeben. Und was inspiriert dich bei der Wahl deiner Klamotten? Die Vergangenheit. Alte Filme, Märchen, Geschichten.

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Illustration: Julia Schubert

Kannst du mit dem Begriff Hipster etwas anfangen, und wenn ja: Würdest du dich als solchen bezeichnen? Hipster zeichnet doch aus, dass sie um jeden Preis stylisch sein wollen, oder? Immer trendy und so. Außerdem kaufen die ja ihre Klamotten bei American Apparel und geben generell sehr viel Geld in regulären Klamottenläden aus -nee, ich bin kein Hipster. Ich kaufe alles günstig und vom Flohmarkt oder alten Antikläden. Ist es deine Absicht, dich durch deinen Stil in gewisser Weise von anderen abzuheben? Mir gefällt das schon, wenn ich nicht aussehe wie alle anderen. Ich finde es wichtig, meine Individualität durch meine Kleidung auszudrücken und mich dadurch dann eben auch ein bisschen besonders zu fühlen. Wann hast du denn angefangen dich für Mode zu interessieren – und begonnen eine Art eigenen Stil zu entwickeln? Das ist gar nicht so lange her. Gut ein Jahr vielleicht. Eigentlich eine ganz lustige Geschichte: Meine Freunde und ich haben aus Langeweile angefangen uns ein eigenes Adelsgeschlecht anzudichten und Rollenspiele zu spielen. Wir haben uns ständig so altherrschaftlich angezogen. Mir gefiel das von Anfang an und schließlich dachte ich: wieso soll ich damit eigentlich wieder aufhören, wenn es mir so Spaß macht?

Text: mercedes-lauenstein - Fotos: ml

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