Klamottenpaar spezial: Frisch vom Leipziger Wave-Gotik-Treffen

Mittelaltermarkt, Konzerte und sogar ein Gottesdienst war im Angebot des Leipziger Wave-Gotik-Treffens - und wie jedes Jahr strömten die Gruftis und Goths in Massen herbei.
dominik-schottner

Heintje, 28, aus dem Vogtland

Default Bild

Illustration: Julia Schubert
Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Könntest Du uns bitte sagen, zu welcher Szene Du dich zählst? Hier sind schließlich so viele versammelt. Heintje: Schon eher Gothic. Aber ich hole mir auch Anregungen aus dem Mittelalter, vor allem im Internet.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert
Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Wie lange brauchst Du, um Dich anzuziehen? Fünf Minuten. Auch mit der Schminke? Nein, das macht meine Freundin, die Nadine. Dauert dann zehn Minuten. Du wohnst im Vogtland. Gibt es denn dort Klamottenläden, in denen Du gut einkaufen kannst? In Zwickau schon. „Der schwarze Laden“ heißt der, da bin ich oft. Wir haben auch ein paar Diskotheken im Umkreis, das passt.


Nadine, 24, aus dem Vogtland

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Wieviel Euro trägst Du heute am Körper? Nadine: Alles zusammen hat etwa 200 Euro gekostet.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Und wo kauft man so ein Kleid? Ich shoppe viel im Internet, bei eBay oder eben, wie Heintje, im Schwarzen Laden in Zwickau. Im Alltag... ...trage ich diese Klamotten natürlich nicht. Dafür sind die viel zu teuer. Aber ich bin schon immer schwarz angezogen.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Und wie lange hast Du heute vor dem Spiegel gestanden, um dich für das WGT vorzubereiten? Am längsten dauert immer das Korsett. Das ist ja speziell angefertigt und bis alles sitzt, dauert es schon eine halbe Stunde. Dann noch zehn Minuten Schminken, fertig.


Carolin, 20, aus Berlin, Informatikkauffrau

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Lustige Rohre, die dir da aus deinem Kopf hängen. Was ist das? Carolin: Das ist ein selbstgemachtes Haarteil und symbolisiert Futurismus.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Futurismus? Ja, in der Cyber Industrial-Szene, zu der ich mich zähle, ist Futurismus ein wichtiger Teil. Auch die Schweißerbrillen, die ich trage, gehören dazu. Die hat Jonas übrigens selbst gemacht. Was kostet das Outfit, das Du heute hier anhast? Ich würde sagen, so 200 Euro. Ich kaufe das meiste davon im Internet und manche Sachen, wie das Haarteil, bastele ich auch selber.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert
Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Die Schuhe auch? Die haben ja einen Wahnsinnsabsatz! Nein, die sind gekauft. Aber der Absatz ist 14 Zentimeter hoch! Kannst Du die auch zu deiner Arbeit anziehen? Nein, da laufe ich immer ganz normal gekleidet herum. Ich habe zwei getrennte Kleiderschränke.


Jonas, 21, aus Berlin, Industriemechaniker

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Du bist ja noch größer als Carolin. Wie hoch sind denn deine Plateaus? Jonas: Och, 15 Zentimeter. Aber ich habe auch noch andere, höhere. Aber Du trägst die im Alltag doch sicher auch nicht? (lacht) Nein, da habe ich Arbeitsschutzschuhe an und die normale Arbeitskleidung eines Industriemechanikers. Ich schminke mich auch nicht im Alltag. Aufstehen, Duschen, fertig. Das Schminken mache ich nur, wenn ich weggehe oder wie hier auf Festivals.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Kannst Du in etwa sagen, was Du für dein heutiges Outfit gezahlt hast? Die Hose habe ich bei Aderlass für 100 Euro gekauft, die Schuhe für 90 Euro bei eBay. Das Jacket von X:Wax kam auch auf 90 Euro. Für das Band-T-Shirt von Feinflug habe ich 30 Euro gezahlt und die Tasche ist eine normale Militarytasche für zehn Euro, auf die ich selbst den grünen Stoff genäht habe.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Die Tasche ist definitiv ein Hingucker. In Berlin ist das ganz schlimm: Das ist eine sehr intolerante Stadt. Da kriege ich ganz oft dumme Sprüche, wenn ich in diesem Outfit mit der Bahn fahre. Manchmal habe ich nämlich auch so ein Haarteil an wie Nadine.


Martin, 25, wohnt in Landau bei Kassel, kommt aber aus Berlin, Glas- und Gebäudereiniger

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Im Gegensatz zu vielen anderen auf dem Festival wirkst Du ja fast leger. Wie kommt’s? Martin: Das ist mein Konzertoutfit. Morgen ziehe ich auch meine Plateaus an – 18 Zentimeter hohe! Und der Rest deines Outfits heute, was hat der gekostet? Ach, nicht so teuer. Das sind normale Springerstiefel, die haben 90 Euro bei eBay gekostet. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich die Hose herhabe, aber die hat 40 Euro gekostet, die Jacke 30.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Wieviel gibst Du monatlich für Klamotten aus? So um die 100 Euro. Es kann aber auch schon mal vorkommen, dass ich 300 Euro ausgebe, wenn ich mir etwas Besonderes kaufe. Vieles in der Cyber Industrial-Szene bastelt man sich aber selber. Die Schläuche für Nadines Haarteil zum Beispiel, die kommen als Meterware, dann schneidet man die zurecht und flicht sie ein.

  • teilen
  • schließen