Katerfrühstück - Rezepte und Tipps für den Morgen nach der Party

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Aschermittwoch ist Katertag und zwar einer von der fiesen Sorte. An einem normalen Freitag schafft man es in neun von zehn Fällen bei einer Getränkesorte zu bleiben und den Kater am nächsten Morgen somit semihuman ausfallen zu lassen. Am Faschingsdienstag ist das schier unmöglich. Wer von Bar zu Bar zieht, trinkt mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit Querbeet. Angefangen vom Pils über Schnäpsgen und Glühwein hin zu seltsamen, bunten Cocktails, deren Inhalt laut Barmann ein „Faschingsgeheimnis“ bleibt. Der Kater, der darauf folgt, ist gnadenlos und für genau solche Tage haben Gisela Allkemper und Heike Herold das perfekte Kochbuch geschrieben: Katerfrühstück. Klar, wer mit einem Kater aufwacht, denkt im ersten Moment so gerne an Essen wie ein Eisbär an die Karibik, aber spätestens nach ein paar Stunden fordert der Magen die Grundlage, die man eigentlich schon vor dem Alkoholgenuss hätte legen müssen. Abgesehen von den Klassikern, bietet das Katerbuch allerlei Alternativen zu Bloody Mary und Hering. Die Herausgeberinnen haben Ratschläge für Vitamincocktails, genauso wie salzige beziehungsweise saure Kreationen aus allem, was der Kühlschrank im Notfall hergibt. Wenn alle Stricke reißen, gibt es sogar ein Kapitel über alkoholische Getränke, die den Rausch wieder aufwärmen. Die einfache Illustration ist eine Wohltat für die katergebeutelten Augen, die nach wie vor von dem vielen Zigarettenqualm des letzten Abends brennen wie Hölle. Die Rezeptvorlage ist in einem milden Graublau geschrieben, die Anleitung in schwarz. Auf jeder Seite lockern ein paar kleine Comics über einen Kater, der sich abwechselnd Kühlpacks an die Stirn hält oder den Kopf gleich in das Kühlfach steckt, das Schriftmuster auf. Die Rezepte sind simpel, aber wirkungsvoll und lassen sich zum Teil auch mit den notdürftigsten Kühlschrankinhalten zaubern. Der Hangover kann mit „Katerkaffee“ mit Zitronensaft bestritten werden, der gegen die Kopfschmerzen helfen soll, oder feurigen „Samba-Gurken“, die den Mineralhaushalt wieder ausbalancieren. Für Fortgeschrittene gibt es auch etwas komplizierte Rezeptvorschläge mit denen man ein ganzes Katermenü auf die Matte stellen kann. Das schönste Feature des Buches ist allerdings der Umschlag. Abgebildet ist darauf der schon zuvor genannte Kater, der leidend seine Zunge rausstreckt. Zieht man an der Zunge gibt das Buch ein klägliches, herzerweichendes „Miau“ von sich, nach einer ähnlichen Mechanik funktionierend wie die abstrusen Geburtstagskarten, die beim Öffnen „Happy Birthday“ spielen. Allein von diesem grauenvollen "Miau", dröhnen die Kopfschmerzen bei einem Kater bis ins Unermessliche. Selbst ohne Brummschädel ist das Buch deswegen ein schönes Spielzeug, das kurzweilig alle zum Lachen bringt. Der Aschermittwoch ist damit zwar nicht gerettet, aber garantiert entschärft. Katerfrühstück. Rezepte und Tipps für den Morgen nach der Party. 63 Seiten, 7,95 €. Erschienen im Hölker Verlag.

  • teilen
  • schließen