La Nonna La Cucina La Vita - Die wunderbaren Rezepte meiner Großmutter

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Ein „amuse bouche“ ist schon der Einband, den die Autorin selbst gestaltet hat – mit Zeichnungen in Retro-Farben. Allein die Illustrationen, die sich hier um das Eingemachte ranken, machen dieses Werk schon zur sehenswerten Lektüre! „Ich liebte das Essen, das meine Nonna kochte. Es schmeckte anders als zu Hause und mit jedem Bissen verband sich in meinem Mund der Geschmack des Essens mit den Eindrücken des Lands, die ich in mir aufnahm und einschloss“, erzählt die Autorin Larissa Bertonasco und nimmt den hungrigen Leser mit auf eine kulinarische Reise in Olivenhaine, zu den geblümten Wachstuchtischdecken ihrer Großmutter, der Nonna, im italienischen Finale Ligure und in ihre Kindheit, in der es nach Meer und Holz duftet, nach Rosmarin und Salbei. Persönlich sind die Geschichten, die Bertonasco zwischen die 50 Rezepte schiebt, ebenso wie die Anekdoten, von der Nonna höchstpersönlich zu Papier gebracht. Vielleicht wirken die Gerichte deshalb so überzeugend, weil sie mit Herzblut geschrieben sind. Auch wenn sie Stockfisch-Eintopf heißen oder Brennessel-Lasagne und gewöhnungsbedürftig anmuten. Wem der Sinn nicht nach Experimenten steht, verlässt sich auf die Kochtipps mit Geling-Garantie, die Geschmack in jeden fad-monotonen Speiseplan bringen. An erster Stelle stehen natürlich die Klassiker: Endlich lernen, wie der Pizzateig wirklich gemacht, wie der selbst gewalkte Pastateig durch die Nudelmaschine gedreht wird. Für Fortgeschrittene gibt es dann eine Lektion in ästhetischen Ausschneidetechniken von Ravioli, im ölreichen Einlegen von Artischocken oder im Gären von Milchgrappa. Auch für Kombinationsbanausen ist gesorgt. Eingebettet in Anekdoten aus der Kindheit werden überraschende Menüalternativen präsentiert. Maurizio mit den wasserblauen Augen und dem Moped steht für Bruschetta und Feigenkuchen, der Pfeife rauchende zahnlose Nonno für Tagliatelle und Pannacotta. „Der Zug“, „Die Männer“ oder „Die Sterne“ nennt Bertonsaco ihre Erinnerungen. Klingt fast nach Erich Kästners lyrischer Hausapotheke, und ist fast so schön. Und zudem praktisch. Denn für jede Kategorie gibt’s Tipps, welche die Kochanleitung abrunden: Dass man Mayonnaise besser nicht mit Olivenöl zubereitet, weiß zwar jeder, der das schon einmal ausprobiert hat. Aber wer weiß schon, wie man Gnocchi einfriert, ohne dass sie nachher beim Auftauen breiartig zusammenpappen? Auch die bunt durchnummerierte Kuh sieht pädagogisch vielversprechend aus. Allerdings fehlt hier die Auflösung – War das Filet jetzt die Nummer fünf im Rücken oder doch Nummer Drei am Oberschenkel? Die Nonna wüsste es bestimmt, allerdings hält sie sich bis auf lokalpatriotische Lobeshymnen auf das sanfte ligurische Olivenöl eher bedeckt. Gar nicht so unsympathisch, denn inzwischen sieht man die gute Frau schon bildlich vor sich: „Sie ist klein und rund. Zu Hause trägt sie meist geblümte Hauskleider. Ihre kleinen Füße stecken in rosaroten Frottehausschuhen. Wenn Nonna aus dem Haus geht, trägt sie einen Jeansrock, eine bordeauxrote Strickjacke und kleine ausgetretene Schuhe mit Absatz, die sie in einem hohen Terracottatopf aufbewahrt. Schaukelnd balanciert sei ihren kompakten Körper, ihre Handtasche baumelt neben ihren Beinen hin und her.“ Darin trägt sie wahrscheinlich das sanft gepresste ligurische Olivenöl, frische Artischocken und ein großes Stück Parmesan. Philosophie: Kindheitserinnerungen schmecken einfach am besten. Essen als ein Stück Lebenskunst. Maßgebliche Zutat: Alles, was auf -in oder -an endet (Rosmarin, Thymian, ...) Kocht man als erstes nach: Ausgebackene Salbeiblätter. Klingt abenteuerlich. Und gefüllte Pfirsiche. Klingt nach Sommer und guter Laune. Außer Rezepten: Geschmackvolle Illustrationen und nette Geschichten

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