1. Bezeichnung: Senseo, normale Röstung

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Typus: Kaffeepad Preis: 2,50 Euro die 18er-Pad-Packung Besondere Beobachtung: Der erste Kaffee, zu dem man sich erst die Maschine kaufen musste. Steht in der jetzt.de-Redaktionsküche. Großes Problem: Wird sehr schnell kalt. Pad-System albern. Duftnote: Künstlich. Satt. Irgendwie befriedigend. Konsistenz in der Tasse: Donnernde Crema, wirklich üppig. Kaffee kaum zu finden. Der Blender unter den Ersatzkaffeesorten. Jeder Schluck hinterlässt auf der Oberlippe eine typische Senseo-Schnute. Wer sie stehen lässt, kann nach fünf Minuten drüberschlecken. Nicht schlecht! Geschmack: Mehlig. Tut niemandem weh. Konsensgeschmack auf niederem Niveau. Erinnert an: Dynamische Meetings, die mal wieder länger dauern und an Dampfplauderer und Neu-Urbanisten. Dazu passt: Milchschnitte. Entsprechung im Tierreich: Golden Retriever. Zu welcher Gelegenheit passend: Meetings, die mal wieder länger dauern. Beim ersten Date: Versaut man sich nix mit. Der typische Promi-Trinker:

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Johannes B. Kerner. +++ 2. Bezeichnung: EisKaffee - Stracciatella

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Typus: Aromatisiertes Getränkepulver mit löslichem Bohnenkaffee (4%) Preis: 2,99 Euro Besondere Beobachtung: Schon beim Öffnen der Packung üble Anwandlungen. Löst Schwummrigkeit aus. Aber: Vorurteile müssen überwunden werden. Design erinnert an 70er-Jahre-Markise. Muss mit kalter Milch angesetzt werden. Duftnote: Riecht, als habe man Vanille-Eis vier Jahre in der Gefriertruhe vergessen. Und möchte es nun essen! Fast unmöglich. Konsistenz in der Tasse: Milchig. Naja, ist ja klar. Auf der Oberfläche Ausgeflocktes. Anblick erzeugt Unsicherheit. Wo ist das Stracciatella? Geschmack: Als würde man acht Stück Würfelzucker essen, die mit Vanille-Aroma beträufelt wurden. Nur in Anwesenheit des Hauszahnarztes zu genießen! Bleibt nach dem Test die vollste Tasse. Erinnert an: Zwischenstopps in rumänischen Straßencafés. Vor dem EU-Beitritt! Dieser Kaffee tut einem fast schon leid. Entsprechung im Tierreich: Irgendwas, was aus Versehen tötet … ämm … Paviane. Feuerroter Hintern, wenig Verstand. Zu welcher Gelegenheit passend: Für Menschen, die eigentlich nie Besuch bekommen, keinen Kaffee trinken, dieses Produkt aber seit Jahren im Sideboard stehen haben und nun, Gelegenheit, dem Handwerker was richtig Gutes tun wollen. Eiskaffee statt Trinkgeld. Zitat: „Ich mache Ihnen jetzt einen Energietrunk!“ Der typische Promi-Trinker:

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Max Schautzer.


3. Bezeichnung: Jacobs Cappuccino Specials – Toblerone

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Preis: 2,99 Euro Besondere Beobachtung: Packung viel zu groß für den Inhalt. Würden noch gut und gerne zwei Tütchen mehr reinpassen. Hier steht die Show im Vordergrund! In jedem Tütchen 20 Gramm Pulver. Becher dadurch bereits ein Viertel mit Pulver gefüllt. Das ist auch das Verkaufsversprechen: „extra groß für Becher“. Duftnote: Erinnert eindeutig an Toblerone. Diese Note ist fast übermächtig. Konsistenz: Schleimig. Gut für Kranke. Schokolade schmilzt nur nachlässig. Dann wässriger Eindruck. Geschmack: Sehr süß. Note Honig im Abgang. Zwischen Schokolade und Honig aber nur ein belangloses Trunk-Erlebnis. Erinnert an: Kaba. Entsprechung im Tierreich: Lurchi. Zu welcher Gelegenheit passend: Eventuell als Schokoriegel-Ersatz. Vermutlich für Winter-Kuschel-Abende gedacht. Mit dem Klimawandel deshalb ein vom Aussterben bedrohtes Produkt. Der typische Promi-Trinker:

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Tine Wittler. +++ 4. Bezeichnung: gepa. Typ Bio Cappuccino

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Preis: 3,49 Euro Besondere Beobachtung: Verpackung im gepa-gemäßen Azteken-Outfit. Große Kipp-Gefahr der Verpackung. Tütig. Es empfiehlt Umschüttung in standsichere Gefässe (evtl. Tupperware). Duftnote: Holzig. Gemahnt auch an das Holz-Weiterverarbeitungsprodukt Papier. Konsistenz: Dünn. Leider immer noch typisch für löslichen Kaffee. Wirkt eventuell schleimlösend. Geschmack: Sehr herb, dann doch süß. Verwirrend. Crema verschwindet schnell an den Rand. Aber: Hüllt nach mehreren Schlücken den Gaumen dauerhaft ein. Die Zunge auch. Dadurch nachhaltiger Geschmackszustand. Ein Erlebnis ist es noch nicht ganz. Erinnert an: Muggefugg und Caro. Entsprechung im Tierreich: Yak. Zu welcher Gelegenheit passend: Ein Getränk, das man sich morgens um 5 Uhr zubereitet, in eine Thermoskanne gießt, um es dann, nach einer ausgiebigen Bergwanderung, auf dem Gipfel zu genießen. Geeignet für Menschen, die ein gutes Konsum-Gewissen pflegen und dafür auch geschmackliche Einbußen in Kauf zu nehmen bereit sind. Der typische Promi-Trinker:

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Katja Riemann.


5. Bezeichnung: Nescafé Gold – Edel & Aromatisch

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Typus: Löslicher Bohnenkaffee Preis: 3,99 Euro Besondere Beobachtung: Der Klassiker unter den Kaffee-Ersatzprodukten. Gemahnt an die herkömmliche Büro-Filter-Plörre. Teuer für die Größe. Duftnote: Staubig. Übertrieben nah am Filterkaffee. Ein Hauch von Magengeschwürsgefahr umschmeichelt die Nase. Konsistenz: Sehr sehr flüssig. Dennoch hauchdünne Struktur zu erkennen. Will viel. Geschmack: Bitter. Wieder nah am Original. Erobert rasend schnell die Mundhöhle. Geht nicht mehr weg. Mauldampfgefahr! Erinnert an: Besuche bei Kette-rauchenden Großtanten. „Ernte 23“ ist das ideale Begleitprodukt. Entsprechung im Tierreich: Hyäne. Zu welcher Gelegenheit passend: Diesen Kaffee trinken Seemänner aus Blechtassen. Hart, ehrlich, kompromisslos. Zeug zum Kultprodukt unserer Generation. Für eine Zeit, in der Milchkaffee aus der Mode fällt. Könnte Punk werden. Der typische Promi-Trinker:

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Ben Becker. +++ 6. Bezeichnung: Poccino Espresso

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Typus: Espresso nach original italienischer Rezeptur Preis: 2,49 Euro Besondere Beobachtung: Erfrischend nüchterne aber aufmerksame Verpackung. Handlich. Verschluss funktioniert wie bei Zigarettenschachtel – Absicht? Duftnote: Nix. Konsistenz: Undurchsichtig. Aber weit vom echten Espresso entfernt. Meilenweit. Geschmack: Durchaus frech. Die Zunge kämpft gegen eine Geschmackwand an, hinter der sich durchaus solides Kaffee-Kopistentum versteckt. Ein streitbares Getränk. Das italienische Verpackungs-Design wiegt geschmackliche Defizite auf. Erinnert an: Flirtversuche unbeholfener italienischer Austausch-Studenten. Die leider nicht gelernt haben, wie man eine echte Macchinetta selbst befüllt. Entsprechung im Tierreich: Schwarzes Schaf. Zu welcher Gelegenheit passend: Würde sich anbieten, wenn man im Auto, bei langen Fahrten, einen Wasserkocher mitführte. Der typische Promi-Trinker:

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Estefania Küster.


7. Bezeichnung: Emmi – Caffè Latte

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Typus: Cappuccino-Milch-Mix aus dem MoPro-Regal (Molkereiprodukte) Preis: 1,39 Euro Besondere Beobachtung: Schnittiges Design. Wie ein hoch gewachsener Joghurtbecher. Duftnote: Kühlschrankig. Schon wieder starke Kakao-Anleihen, wie bei fast allen Testprodukten. Konsistenz: Schaumig (wegen vorherigem Schütteln), solide. Enge Verwandtschaft zum Milchshake, klar. Wegen Schüttel. Geschmack: Einen Takt zu süß. Zieht man aber die Darreichungs-Umstände in Betracht: Typisch Schweizer Wertarbeit. Die drei Kopfnoten Kaffee, Milch und Kakao kämpfen stets um die geschmackliche Vorherrschaft. Final obsiegt der Kakao – leider. Erinnert an: Unterkühlte Beziehungsgespräche in Edelstahlküchen. Ein wenig auch an Soap Operas. Aber das ist ja irgendwie das Gleiche. Entsprechung im Tierreich: Dänische Dogge. Zu welcher Gelegenheit passend: Lange Autofahrten in kurvigen Landschaften. Der typische Promi-Trinker:

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Benjamin Teewag (Uschi-Glas-Sohn). +++ 8. Bezeichnung: VIVIL Brasilitos Café - zuckerfrei

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Typus: Kaffee-Bonbons Preis: 1,89 Euro Besondere Beobachtung: Verpackung mutet reeperbahnig an. Duftnote: Karamell. Sogar satt karamellig. Konsistenz: Hart. Geschmack: Siehe Werthers Echte. Eine Enttäuschung. Erinnert an: Werthers Echte. Entsprechung im Tierreich: Nacktnasenwombat. Zu welcher Gelegenheit passend: Kapitale Langeweile. Der typische Promi-Lutscher:

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Jopi Heesters.