Macarons und rosa Sauser

Gegessen wird immer, aber jeder macht es anders. In der Kolumne Kosmoskoch dokumentieren jetzt-User und jetzt-Redakteure jeweils eine Woche lang, was am Abend bei ihnen auf den Tisch kommt, und schreiben auf, warum.
katharina-bitzl

Diese Woche hat sich katharina-bitzl, die Grafikerin der jetzt-Redaktion, die Mütze des Kosmoskochs aufgesetzt.

Montag:

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Illustration: Julia Schubert


Montags habe ich abends Zeit zum Kochen und draußen wars warm, deshalb habe ich Cevapcici mit  Tsatsiki und Tomatensalat gemacht. Am Ende waren es aber eher Knoblauchfleischkuglen, weil die Fleischwürste beim Braten um die Hälfte geschrumpft sind. Dazu gibt es Bier und Wasser.

Dienstag:

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Illustration: Julia Schubert


Ok, jetzt wird’s unglamourös. Ich hatte schon in der Arbeit einen schrecklichen Hunger und habe da eine Notfall-Breze gegessen. Als ich dann abends sehr spät heim gekommen bin, habe ich mich einfach vor den Kühlschrank gestellt und da diniert. Es gab verschiedene Käsestücke, Schinken mit Senf drauf, oder Schinken, in den Käsestücke eingewickelt sind, und ein paar Oliven. Und das Ganze dann mehrmals hintereinander. Dazu alkoholfreies Bier. Auch aus dem Kühlschrank. Na bravo.

Mittwoch:

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Illustration: Julia Schubert


Ich habe Besuch von einer Freundin, die gerade aus dem Frankreichurlaub zurückgekommen ist. Sie hat mir tollerweise eine Riesen Schachtel Macarons mitgebracht. Die haben wir, trotz ausgefeilter Kochpläne, einfach gleich aufgegessen und heißen Kakao dazu getrunken. Danach wollten wir nichts mehr kochen. Seltsames, aber wunderbares Abendessen.

Donnerstag:

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Illustration: Julia Schubert


Ich bin mit dem Kosmoskoch dran, und mein Essverhalten ist ein Desaster. Ich habe Hunger wie verrückt und die Läden sind noch genau zehn Minuten geöffnet. Also renne ich rein und kaufe gestiftete Karotten in der Tüte, Krabben, eine Avocado, Rahmjoghurt. Das wird dann schnell zusammengemischt, fertig. Eine Hälfte der Avocado esse ich als Nachtisch mit Zucker. Eine Brasilianerin hat mir mal gesagt, dass sie das in Brasilien immer so machen. Ich hatte lange keine Lust, das auszuprobieren, es schmeckt aber wirklich ganz gut, irgendwie karamellig. Dazu trinke ich, passend und trashig, ein Becks Green Lemon.

Freitag:

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Illustration: Julia Schubert


Heute müssen Zwetschgenknödel her. An die denke ich schon seit fast zwei Wochen. Also flitze ich nach der Arbeit bei meinen Eltern vorbei und pflücke eine große Tüte Zwetschgen. Ein paar landen im Quarkteig, aus dem großen Rest mache ich ein Mus mit Vanille und Birnenoblster. Das Obstknödel-Rezept habe ich aus dem Bayerischen Kochbuch, welches ich sehr empfehlen kann. Da steht neben unwichtigen Dingen, z.B. wie man einen Hasen schlachtet oder wie man Hirnschöberl Suppe zubereitet, alles Grundlegende drin. Das eingemachte Mus füllt gleich auch meinen Mitbringselvorrat auf, sehr praktisch.

Samstag:

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Illustration: Julia Schubert


Es ist sehr kalt draußen, also mache ich einen Bohneneintopf mit Debreciner. Leider ohne Kartoffeln, die waren schon zu verschrumpelt. Als Nachtisch gibt es selbstgebackenen Zwetschgendatschi mit Sahne, ein Überbleibsel vom Nachmittagskaffee. Dazu trinke ich frischen Zitronenmelissentee und rosa Sauser (Traubenmost).


Auf der nächsten Seite liest du den Kosmoskoch-Fragebogen von katharina-bitzl.



Welchen Stellenwert hat Essen in Deinem Leben?
Einen Enormen. Ich denke eigentlich dauernd an Essen. Wenn ich z.B. gestresst bin, backe ich einen Kuchen. Wenn mir langweilig ist, oder wenn ich Hunger habe, denke ich mir Gerichte mit allen Details aus.  

Was ist Dir beim Essen oder Essen-Einkaufen besonders wichtig?
Das Übliche. Regional, saisonal und möglichst zusatzstofffrei. In meinem Einkaufswagen liegen eigentlich immer die gleichen Sachen. Gemüse, Obst, Grundnahrungsmittel eben. Im Bioladen kaufe ich nie ein, da habe ich keinen in der Nähe und Biokartoffeln aus Ägypten kaufe ich eh nicht.

Erinnerst Du Dich, wann Du zum ersten Mal für Dich selbst gekocht hast und wer Dir das Kochen beigebracht hat?
Ich habe schon als kleines Kind unglaublich gern gekocht, und wollte meiner Mama immer dabei helfen. Mein Stammplatz war sitzend auf der Arbeitsfläche, oder ich habe an der ausziehbaren Kinderarbeitsplatte gewerkelt. Deshalb brauche ich auch kaum Rezepte, weil ich einfach schon immer koche. Während andere Kinder im Ferienprogramm einen Ausflug in den Europapark gemacht haben, bin ich lieber in den Kinderkochkurs gegangen. Eine Weile wollte ich Köchin oder Konditorin werden und habe sogar mal in einer Großküche gearbeitet. Da habe ich zum Beispiel gelernt, wie man in einem Affenzahn 1000 Mohnschnecken bäckt.

Was war Dein Lieblingsessen als Kind?
Sauerbraten mit Spätzle.

Was ist Dein aktuelles Lieblingsessen?
Das wechselt. Zur Grillsaison ewig lang knusprig gebrutzelter Schweinebauch. Und Gemüsesuppe in allen Variationen, die wird mir niemals zu viel. Oh, und Butterbrezen.

Was magst Du gar nicht?
Muscheln habe ich noch nie gegessen, kann ich irgendwie nicht.

Mittags warm und abends kalt oder andersrum?
Mittags esse ich ja meist in der Kantine, also warm. Grundsätzlich ist es aber so, dass ich, wenn es draußen kalt ist, immer warm esse, auch in der Früh. Im Sommer kann ich gut auch immer kalt essen.

Wo isst Du am liebsten, am Tisch oder auf dem Sofa?
Am liebsten am Tisch, aber nur wenn außer mir viele Leute dort sitzen. Ansonsten ist mir das egal.

Was trinkst Du zum Essen?
Tee, Radler, Wein, Wasser und sehr gern Martini.

Wie oft gehst Du auswärts essen und hast Du ein Lieblingsrestaurant?
Maximal ein Mal die Woche. Mein Lieblingsrestaurant ist der Mai Garden in München. Dort gibt es Aubergine Sezuan Art und Jiaozi (Teigtaschen), die einen auch nach dem 50. Mal essen noch umhauen.

Was isst Du, wenn es schnell gehen muss?
Gebratenes Tomatengemüse mit Spiegelei und Joghurtsauce. Oder Pfannkuchen. Die sind eigentlich das perfekte Essen. Als Hauptspeise mit Kräutern und reingebackenen Tomaten oder Käse und zum Nachtisch dann mit Marmelade oder noch besser mit karamellisierten Apfelscheiben.

Was war das aufwendigste Gericht Deines Lebens?
Vermutlich eine Torte. Wenn es einen Anlass gibt, backe ich aufwändigste Buttercremetorten. Ich bin da etwas manisch, keine Schicht darf dicker als 1cm sein und sie darf nicht nach selbstgemacht aussehen. Einmal habe ich auch das gesamte Häppchenbuffet für die Hochzeit einer Freundin gemacht - das hat mich inklusive Vorbereitung mehrere Tage gekostet.

Hast Du ein Standard-Gericht, wenn Eltern oder Freunde zu Besuch kommen?
Eigentlich nicht, aber mit Sicherheit spielt dabei mein gusseiserner Bräter im Großfamilienformat eine Rolle. Meist sind es aber ganz bodenständige bayerische Hausfrauengerichte.

Welchen jetzt-User oder -Redakteur möchtest Du als Kosmoskoch sehen?
Max Scharnigg, und ich hoffe er macht was mit Fisch, das kann er als Angler, im Gegensatz zu mir, sicher besonders gut.

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