Die Stadt, die niemals schläft: Berlin oder jetzt.de?

Auf jetzt.de gibt es täglich rund 1000 Kommentare, viele davon beziehen sich auf Redaktionstexte. Wir bemühen uns, möglichst alle zu lesen - und sind meistens erfreut, manchmal verärgert über die Qualität der Beiträge. Deshalb antworten wir einmal in der Woche
dirk-vongehlen

Ich habe mich gefreut: über die zahlreichen Kommentare über Kommentare unter der ersten Folge dieser Kommentar-Kolumne. Vielen Dank! Länger nachgedacht habe ich über den Beitrag von lolita, die es "eine seltsame Haltung" findet, "wenn die Redaktion von ihren Lesern irgendein bestimmtes Verhalten bzw. bestimmte Reaktionen erwartet, sprich mehr Kommentare unter dem Iranartikel." Ich musste länger drüber nachdenken, weil ich nicht rausfinden konnte, was daran seltsam ist. Denn natürlich hat ein Autor und hat auch die Redaktion Vorstellungen, wenn sie Texte verfasst. Dies zu leugnen, wäre merkwürdig. Mit dieser Kolumne wollen wir diese Vorstellungen und Erwartungen etwas transparenter darstellen als dies in anderen Redaktionen der Fall ist.

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Illustration: Julia Schubert

Dass es durchaus eine Freude sein kann, wenn sich Erwartungen erfüllen, stellten wir am Dienstag bei der Lektüre der Kommentare unter dem Interview mit den Münchner Bloggern von "So not Berlin" fest: Meinungen zum Thema Berlin gibt es offenbar viele. Jedenfalls zeugte die rege geführte Debatte davon. Am schönsten brachte übrigens alcofribas (Berlin) die Debatte auf den Punkt, er schrieb: "natürlich macht in berlin jeder was, ich hab mir z.b. gestern einen salat gemacht." Ebenfalls mit Freude habe ich zudem den Kommentar von laudi (München) gelesen, der seine Kritik an der Redaktion und sein eigenes Vorne-dran-Sein in schöne Worte kleidete: "ich wart ja schon seit tagen auf den artikel", schrieb er am Dienstag, "nachdem die teaserparty durch ist und jeder darüber redet wacht jetzt.de auch mal auf, ole." Das stimmt so natürlich, denn wie jeder weiß ist jetzt.de ständig wach, muss also nicht geweckt werden. Manchmal brauchen wir aber kleine Hinweise. So geschehen unter der ersten Folge dieser leserpost. Dort wurde - unter anderem von ein_oxymoron und kikuju - der Hinweis eingebracht, auch Redaktionstexte mit Lesenswert-Punkte zu versehen. Eine gute Idee. Deshalb kann ab heute auch Texten aus der Redaktion Lesenswert-Punkte geben. Was mich diese Woche gefreut hat: Außer den freundlichen Kommentaren unter der letzten Leserpost habe ich mich vor allem über den Woodstock-Tagesticker gefreut. Was mich diese Woche geärgert hat: Ein Leserbrief, der die Redaktion auf dem klassischen Weg erreicht hat. Darin wird kritisiert, dass wir das Interview über rechte Gewalt in München mit einem Foto bebildert haben, das eine Nazi-Demo zeigt. Das, so die Kritik, würde den Nazis dienen. Wer den Text liest, wird das vermutlich anders sehen. Du hast einen Leser-Kommentar auf jetzt.de gelesen, der es verdient hat, in dieser Kolumne erwähnt zu werden? Verrat ihn mir: per jetzt-Botschaft oder schreibe eine E-Mail!

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