Ich werfe immer einfach alles in die graue Mülltonne. Welche Konsequenzen hat das und wie geht korrektes Trennen?

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Jeder halbwegs gebildete Deutsche weiß: Hausmüll sollte man trennen, weil das gut für die Umwelt ist. Soviel zur Theorie.

In der Praxis sieht es oft ganz anders aus. Denn Müll korrekt zu trennen, heißt, bei allem, was man wegwerfen will, kurz nach zu denken, in welche Tonne es gehört. Ist das nun Altpapier, Glas oder Metall, Biomüll, wiederverwertbares Verpackungsmaterial, oder Restmüll? Und dann die ganzen Behälter, die man dafür braucht! Vom Geruch und den lebenden Bewohnern eines in der Sommerhitze seit Tagen nicht ausgeleerten Komposteimers mal ganz zu schweigen.

Kurzum: Einfach alles in die graue Tonne zu werfen ist a) viel einfacher, denn dazu muss man überhaupt nicht nachdenken und b) kommt das unserer Faulheit ganz gut entgegen, auch wenn wir im Grunde wissen, dass es nicht richtig ist. Wer seinen Müll nicht trennt, schadet aber nicht nur der Umwelt, sondern verschenkt auch Geld. „Die Abfallgebühren für die Entsorgung des Restmülls sind abgesehen von der Giftmüllentsorgung am teuersten", erklärt Bettina Fischer, Sprecherin des Münchner Abfallwirtschaftsbetriebs.

Umso mehr Restmüll anfällt und umso mehr graue Tonnen vor dem Haus stehen, umso teurer wird die Gebühr, die jeder Mieter mit den Betriebskosten und jeder Hausbesitzer direkt an die Gemeinde- oder Stadtverwaltung zahlen muss. „Trenne ich meinen Abfall richtig, reduziere ich das gebührenpflichtige Restmüllvolumen und spare damit bares Geld. "Außerdem sind in den Haushaltsabfällen viele Wertstoffe, wie Papier, Glas und Metalle, die als Rohstoffe weiter genutzt werden können. „Werden sie recycelt, statt in der Müllverbrennungsanlage verbrannt, wird die Umwelt entlastet, weil keine neuen Rohstoffe gewonnen werden müssen", erklärt Fischer.

Bei Kunststoffverpackungen mit dem grünen Punkt ist das anders. „Die meisten Kunststoffe können nur schwer wieder verwertet werden", erklärt Fischer. „Das liegt daran, dass vielen Kunststoffverpackungen Weichmacher und Schwermetalle beigemischt sind, die die Aufspaltung in die ursprünglichen Rohstoffe schwierig machen." Deshalb, so die Sprecherin des Münchner Abfallwirtschaftsbetriebs, werden rund die Hälfte aller getrennt gesammelten Verpackungen anschließend verbrannt. „Ob das in der kommunalen Müllverbrennungsanlage oder bei einer privaten Firma passiert, macht vom ökologischen Aspekt her keinen Unterschied."

Lediglich Plastikbehältnisse aus Polyethylen (PET) oder Polypropylen (PP) können gut wiederverwertet werden. „Daraus werden in China zum Beispiel Fleecepullis hergestellt", sagt Fischer. Metall in die schwarze Tonne zu werfen, sei für die Umwelt nicht so tragisch. „Das bleibt beim Verbrennen übrig und wird anschließend aus der Asche sortiert und recycelt."Wem es also beim Mülltrennen um die Umwelt geht, der kann sich auf das Sammeln von Papier, Glas und Kompostabfällen beschränken. Wer dazu noch Gebühren für die kommunale Müllentsorgung sparen will, sollte so viel Trennen wie möglich, damit am Schluss möglichst wenig Müll in der Restmülltonne übrig bleibt.

Die Antwort von Marlene Halser, 33 Jahre, trennt Papier, Glas und Biomüll und wirft den Rest in die graue Tonne.
Fünf Tipps für korrekt getrennten Müll:

1. Umso weniger Müll in der Restmülltonne landet, umso weniger Gebühren muss man für die Müllentsorgung an die Kommune zahlen. Müll zu trennen, spart Geld.

2. Biomüll, Papier, Glas, und Metalle zu trennen, spart wertvolle Rohstoffe und schont die Umwelt. Der Lebensweg von Papier verlängert sich und es müssen weniger Bäume für die Papierproduktion gefällt werden. Biomüll wird dem ökologischen Kreislauf zurückgeführt und es entsteht wertvolle Erde. Das Recycling von Dosen schont die Ressourcen. Außerdem wird beim Abbau der Erze viel mehr Energie benötigt als beim Recycling.

3. Korrekt trennen bedeutet: Altpapier in die blaue und Biomüll in die braune Tonne werfen. Metalle und Altglas gehören in den Wertstoffcontainer. Batterien können in der Regel bei den Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Elektrogeräte wie z. B. Handys sollten aufgrund der darin enthaltenen wertvollen Metalle keinesfalls im Restmüll landen, sondern gehören auf den Wertstoffhof.

4. Beim Sammeln von Kunststoffverpackungen lohnt es sich, genau hinzusehen, um welche Plastikart es sich handelt. Recycelt werden können eigentlich nur Polyethylen (PET) und Polypropylen (PP). Alles andere wird zwar von privaten Entsorgungsfirmen eingesammelt, jedoch anschließend häufig als Brennstoff an private Firmen weiterverkauft.

5. Wer Verpackungen aus Plastik und Metall sammelt und getrennt entsorgt, braucht diese vorher nicht reinigen – „löffelrein" genügt. Metallverschlüsse und Korken an Weinflasche müssen nicht entfernt werden. Die Recyclingtechnik ist so aufgebaut, dass diese Störstoffe heraus sortiert werden. 

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