Mir ist mein Handy ins Wasser gefallen - was soll ich tun?

Eine wichtige Sommerfrage - aus dem jetzt.de-Lexikon des guten Lebens.
marie-charlotte-maas

Mein Handy-Unfall ereignete sich im Urlaub auf einer griechischen Insel. Ich hatte das Handy in der Tasche meiner Badehose und bin ohne weiter nachzudenken ins Meer gelaufen. Dort habe ich natürlich relativ schnell festgestellt, dass mein Handy noch in der Tasche ist. Leider stand ich schon hüfttief im Wasser.

Ich bin natürlich sofort zurück an den Strand gelaufen und habe das durchnässte Handy aus meiner Tasche geholt. Meine erste Reaktion war, das Handy mit dem Handtuch trocken zu wischen. Danach habe ich es auseinander gebaut und die einzelnen Teile ebenfalls mit dem Handtuch getrocknet. Doch bereits da wurde mir schnell klar, dass mein Handy nur eine geringe Überlebenschance hatte. Ich habe es dann für den Rest des Strandtages in die Sonne gelegt und erst einmal abgewartet. Zu Hause angekommen habe ich das Handy dann nochmals trocken geföhnt, doch auch das sollte nicht helfen. Es ging zwar noch an, aber der Bildschirm hat nur wirre Pixel angezeigt. Ich hatte also keinen Zugriff aufs Menu und konnte weder telefonieren noch SMS schreiben.

Eine typische Reaktion, weiß Jan Freynick, der die Online-Plattform „Inside-Handy“ betreibt. Falsch ist sie trotzdem: „Das elektronische Gerät auf die Heizung zu legen oder zu föhnen führt aber eher zu größeren Schäden, denn durch die Wärme wird die Oxidation beschleunigt!“ Das Beste sei es, das Handy ein paar Tage ausgeschaltet zu lassen. Ein nicht ganz leicht zu befolgender Hinweis, wenn man im Urlaub ist. Schließlich wollte ich Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden aufnehmen.

Es war der erste Urlaubstag, somit war es doppelt ärgerlich. Aber einen guten Aspekt hatte es dann doch. Ich habe Geld gespart, in dem teure Auslandsgespräche und SMS aus dem Ausland nicht mehr möglich waren. Zu Hause kam dann die große Erleichterung: Die SIM-Karte war glücklicherweise noch zu gebrauchen und so hatte ich weder Nummern noch Nachrichten verloren. Hätte ich ein neueres Modell gehabt, wären die wohl weg gewesen: „Bei den neuen Geräten speichert sich fast alles auf dem Mobilfunkgerät selber und nicht auf der SIM-Karte. Darum empfiehlt es sich, falls es wichtige Daten sind, diese zwischendurch auf den Computer zu ziehen“, erzählt Jan Freynick. Finanziell hielt sich der Schaden in Grenzen, da es kein ganz neues Handymodell war. Leider konnte ich keine Garantieansprüche geltend machen, aber ich habe dann das Handy meiner Oma bekommen, das war das gleiche Modell. „In diesem Fall hat Malte Glück gehabt, dass er kostenlos an ein Ersatzhandy gekommen ist.

Ein Wasserschaden läuft nämlich nie auf Garantie. Und wer versucht zu verheimlichen, dass es wegen eines Wasserschadens nicht mehr funktioniert, wird schnell entlarvt. Heutzutage sind die modernen Handys mit Sensoren ausgestattet. Ob es mit Flüssigkeit in Berührung gekommen ist, sehen die Experten sofort.“ Noch einmal wird mir so etwas nicht passieren. Ich ziehe seit diesem Urlaub nur noch Badehosen ohne Taschen an, damit ich gar nicht erst auf die Idee komme, mein Handy in die Hosentasche zu stecken.  

Marie-Charlotte Maas, 26, hat für diesen Text Malte, 21, protokolliert, der seit seinem Handy-Unglück immer zweimal überprüft, ob er noch etwas Wichtiges in der Hosentasche hat, bevor er sich in ein Gewässer stürzt.     
Fünf Tipps, wie ich versuchen kann mein Handy zu retten:

1. Der erste Punkt ist klar: Das Handy unverzüglich aus dem Wasser herausholen.

2. Dann senkrecht nach unten halten, damit das Wasser heraus läuft und sich nicht noch im Gerät verteilen kann.

3. Das Handy soweit es geht auseinander bauen, Akku herausziehen und falls möglich auch die Platine, also die Festplatte des Handys, herausholen und mit reinem Alkohol reinigen – Alkohol verdunstet schnell  und entzieht zusätzlich Wasser - somit trocknet es rückstandsloser als Wasser. Die meisten Laien und auch die meisten Handyläden haben allerdings gar nicht das Werkzeug um die Platine auszubauen.

4. Ein paar Tage ausgeschaltet lassen und trocknen lassen. Auf keinen Fall sofort wieder einschalten. Wahrscheinlich hat es durch den Kontakt mit dem Wasser einen Kurzschluss gegeben und beim erneuten Einschalten gäbe es wieder einen Kurzschluss. Nicht auf die Heizung legen oder föhnen.

5. Nach ein paar Tagen kann man das Handy mit einem Datenkabel mit dem Computer verbinden. Oft bemerkt man, dass nur das Display kaputt ist und man kommt so zumindest noch an die Daten. Falls das nicht funktioniert, kann man das Handy natürlich einschicken und hoffen, dass die Fachleute die Daten eventuell retten können. Das kann aber teuer werden und man sollte sich gut überlegen, ob sich das lohnt.

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