Soll ich mir die Augen lasern lassen?

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Eine Laser-OP ist bei Kurzsichtigkeit bis etwa -8 Dioptrien und bei Weitsichtigkeit bis maximal +4 Dioptrien möglich. Ich selbst bin kurzsichtig, habe -6 Dioptrien, was bedeutet, dass ich mich nicht einmal mehr richtig im Spiegel erkennen kann. Ich möchte mich eines Tages operieren lassen. Unbedingt. 

Doktor Barbara Lege sagt: „In Deutschland wird seit über 20 Jahren beim Lasern das sogenannte Lasik-Verfahren angewendet. Weltweit haben sich inzwischen 20 Millionen Menschen erfolgreich unter den Laser gelegt. Es gibt also durchaus Langzeitstudien.“ Diese belegen, dass es auch Jahre nach der OP neben den schon bei der Behandlung bekannten Risiken keine Probleme mit den behandelten Augen gibt.  

Der Eingriff erfolgt laut Ärztin dann so: „Beim Lasik-Verfahren wird per Laser ein Deckelchen der oberen Hornhaut angeschnitten und aufgeklappt, die Linse darunter entweder flachgedrückt (bei Kurzsichtigkeit) oder spitzer modelliert (bei Weitsichtigkeit), so dass der Fokus wieder genau auf der Netzhaut liegt, also das Bild wieder an der richtigen Stelle scharf wird.“ Der Eingriff dauert pro Auge nur etwa zehn bis 15 Minuten, „im Idealfall erreicht der Patient danach volles Sehvermögen, schlimmstenfalls braucht er noch eine Fernseh- oder Autobrille“, sagt Doktor Lege. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges ist, hängt von der jeweiligen Sehschwäche und der subjektiven Heilkraft jedes Einzelnen ab. Je geringer die Sehschwäche, desto höher die Chance, mit einer Laserbehandlung eine hundertprozentige Sehkraft zu erreichen.  

Wer wie ich jahrelang mit kantigen Brillengestellen irgendwo hängengeblieben ist oder mit Kontaktlinsen wegen der trockenen Luft im Club geweint hat, wird sich gern der kleinen Operation aussetzen. „Wenige Wochen nach dem Eingriff sollte das Auge vollständig geheilt sein, nach etwa drei Monaten ist der endgültige Stand erreicht“, sagt Lege.  

Also los! Aber halt: Was ist mit den Kosten? „Eine Laser-OP kostet zwischen 1200 und 2500 Euro pro Auge und je nach Verfahren. Der Eingriff wird grundsätzlich nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt – wie übrigens die Kosten für Brille und Kontaktlinsen auch“, sagt Lege und ärgert sich. Man scheint davon auszugehen, dass die Korrektur einer Sehschwäche Luxus ist. Verglichen mit lebenslangen Ausgaben für Brille und Kontaktlinsen ist ein Laser-Eingriff allerdings günstiger.  

Ansonsten gilt zu beachten, dass sich der Sehwert bei einer OP über mindestens zwei Jahre nicht mehr verändert haben sollte, da sonst weitere Verschlechterungen nach dem Lasern nicht ausgeschlossen sind. „Üblicherweise kommt der Verschlechterungsprozess der Sehkraft mit Anfang zwanzig zum Stillstand, dann kann über den Eingriff nachgedacht werden“, sagt Lege.  

Ich bin als der ideale Patient jung, stabil im Sehwert und mit minimaler Hornhautverkrümmung. Was allerdings jedem von uns droht: die Alterssichtigkeit. Die beginnt bei allen Menschen ab dem 45. Lebensjahr und äußert sich in einer Sehschwäche in der Nähe, ähnlich der Weitsichtigkeit. Und die kommt – mit oder ohne Laser. Aber bis dahin haben wir ja noch ein bisschen Zeit.  

Jedes Mal wenn sich Christiane, 28 Jahre, wieder einmal halbblind durch die Wohnung tastet, auf der Suche nach ihrer Brille, schwört sie sich: irgendwann leistet sie sich die Laser-OP. Definitiv.      
Fünf Tipps für Laser-OP-Interessierte:

1. Die Entwicklung der Sehschwäche ordentlich dokumentieren. Das erleichtert der Beratung und Planung einer Laser-OP.

2. Wer über -8 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit oder mehr als +4 Dioptrien bei Weitsichtigkeit hat, für den kommt eine gängige Laser-Op leider nicht in Frage.

3. Finanzen planen. Da der Eingriff für jeden teuer ist, der nicht gut verdient, sollte man sich Gedanken machen, wie man ihn finanziert. Viele Kliniken bieten Ratenzahlung an.

4. Wer sich entschieden hat und eine seriöse Klinik sucht: Der TÜV zeichnet Kliniken mit dem Lasik-TÜV aus. Das bedeutet, die Klinik erfüllt Kriterien, wie technisch einwandfreie Ausstattung, geringe Fehlerquote und medizinische Fachbetreuung. Diese Kliniken kann man auf der Website des TÜV einsehen.

5. Sich vor Schnäppchen in Acht nehmen und den Eingriff auch nicht schnell mal im Ausland machen lassen. Augenlicht ist ein großes Gut und sollte nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Qualität kostet nun mal Geld.

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