An den ersten Sommertagen sind es weiße Waden, die durch Parks flanieren und unter Cafétischen hervorluken. Kurze Zeit später sind sie mit roten Punkten übersät. Die Saison der Mücken hat begonnen.  

Ab Mai und Juni stechen die Mücken zu. Durch Hochwasser und Überschwemmungen in der warmen Jahreszeit vermehren sie sich besonders gut. Warme, feuchte Senken und fischfreies Gewässer sind Idealvoraussetzungen für ihr Brüten. Aber keine Sorge, mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen kannst du dich gegen die fiesen Blutsauger rüsten.

"Im Schlafzimmer kann man Windlichter mit Zitronengeruch aufstellen. Das mögen Mücken nicht", rät Dr. Gerd Gauglitz, Leiter der Abteilung für ästhetische Dermatologie der LMU München. Auch eine Klimaanlage oder ein Ventilator können Abhilfe schaffen, da kalte Luft Mücken stechfaul macht. Dass man kein Licht in Körpernähe anmachen sollte, stimmt. Das lockt Insekten an. Zusätzlich kannst du ein Moskitonetz aufhängen und solange die Temperaturen es erlauben, dich mit langer Kleidung vor ihnen schützen. Außerdem kannst du dich mit einem Insektenschutzmittel wie Autan einreiben. Dabei solltest du aber wissen, dass die Wirkzeit höchstens sechs bis acht Stunden beträgt und dieses Mittel nicht wasserfest ist.  

Wenn du trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gestochen wirst, gilt als erstes: kühlen. In Ratgeberforen wird oft vorgeschlagen, dem Mückenstich mit einem heißen Messergriff zu Leibe zu rücken. Davon rät Dr. Gauglitz ab: "Das führt eher zu Verbrennungen, als dass es hilft." Wenn der Stich nicht aufhört zu jucken, trägst du am besten ein Gel auf. Zum Beispiel Fenistil. Gels kühlen besser als Cremes oder Salben. "Man kann aber auch ein anderes Antihistaminikum oder ein niedrig dosiertes Hydrocortison, falls man stärker reagiert, in Gel-Form zur Bekämpfung heranziehen", sagt Dr. Gauglitz. Diese Medikamente bekommst du in der Regel rezeptfrei in der Apotheke. Tipps, den Mückenstich mit Hausmitteln wie Essig, Zitronenöl oder einer Zwiebel zu behandeln, hält er für kontraproduktiv. Im schlimmsten Fall führen sie eher zu einer Entzündung, als dass sie helfen. Selbst bei Tigerbalm, das im Internet oft als Allheilmittel bei Entzündungen gehandelt wird, bist du besser vorsichtig. Das Balsam hat nämlich ein hohes Risiko für Kontaktallergien.  

An dem Gerücht, dass Mücken Menschen mit süßem Blut bevorzugt stechen, ist auch nichts dran. Wen Mücken gerne stechen, hängt vom individuellen Schweißgeruch ab. Das hat aber nichts mit der Zusammensetzung des Bluts zu tun. Tatsächlich werden aber Frauen häufiger gestochen als Männer. Das wiederum liegt am unterschiedlichen Hormonhaushalt der Geschlechter.  

Wenn sich der Stich an einer empfindlichen Stelle, wie Auge oder Lippe befindet oder ungewöhlich stark anschwillt, solltest du zum Arzt gehen. Das gilt besonders, wenn du im Urlaub gestochen wirst und heftig auf den Stich reagierst. Es könnte sich zum Beispiel um Malaria handeln, die in den Tropen und Subtropen über Mücken übertragen wird. 
Wenn du in Deutschland gestochen wirst, brauchst du aber keine Angst zu haben. Sicher sind die roten Punkte auf den weißen Waden lästig, aber meistens ungefährlich.

Mariel McLaughlin, 19, hat diesen Sommer bis jetzt mückenstichfrei überstanden. Sie hofft, dass das so bleibt. Fünf Tipps für Mückenstichfreiheit

1. Lange Kleidung, Klimaanlange oder Ventilator, Kerzen mit Zitronenduft, Insektenschutzmittel, Moskitonetze und der Verzicht auf Licht im Zimmer – das alles hält Mücken davon ab, dich zu stechen.

2. Wenn du doch gestochen wirst, gilt zunächst: kühlen.

3. Hört der Stich nicht auf zu jucken, am besten ein kühlendes Gel auftragen.

4. Halbgares Wissen wie den Mückenstich mit Essig, Zitronenöl, Tigerbalm, einer Zwiebel oder einem heißen Metallstück zu bekämpfen, besser nicht in die Tat umsetzen. Verbrennungs- und Entzündungsgefahr!

5. Wurdest du an einer empfindlichen Stelle (wie Augen-oder Lippenpartie) gestochen oder schwillt der Stich ungewöhlich stark an, solltest du zum Arzt gehen. Besondere Vorsicht ist bei heftigen Reaktionen auf Mückenstiche im Ausland geboten.