Irgendwann kann man es auch nicht mehr auf das Wetter schieben. Früher hatte ich sehr oft Kopfschmerzen, nicht einmal Tabletten konnten helfen. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen: Seitdem ich regelmäßig Sport mache, habe ich nur noch ganz selten Kopfschmerzen. Auch Herr Dr. Medgyessy, leitender Oberarzt der Berolina Klinik in Löhne und Kopfschmerzexperte (www.klinik-fuer-migraene.de) weiß: „Sport hilft tatsächlich gegen Migräne. In einer türkischen Studie konnte die Zahl der Migränetage nach acht Wochen Ausdauersport signifikant reduziert werden. Laut einer neueren Untersuchung kam es nach zehn Wochen Ausdauersport um eine 39%-ige Reduktion der Migränetage im Monat und eine 42%-ige Reduktion der Migräneintensität."

Aber was, wenn ich nicht gleich zum Extremsportler werden möchte, um Kopfschmerzen vorzubeugen? „Es hilft schon auf folgende drei Dinge zu achten: Keine Mahlzeit auslassen, vor allem am Wochenende nicht länger schlafen, als der Körper es gewöhnt ist und genug trinken. Genug heißt eineinhalb bis zwei Liter am Tag", so Herr Dr. Medgyessy.

Ein Espresso mit einem Schuss Zitrone ist außerdem ein sehr angesagter Tipp gegen Kopfschmerzen, den ich überall bekomme, sobald ich meine Hände in verdächtiger Nähe meiner Schläfen habe. Ich muss gestehen, probiert habe ich es noch nicht. Kaffee mit saurem Zitronenaroma ist nun einmal nicht gerade der ansprechendste Geschmack, den man sich von einem guten Hausmittel wünscht. Eines kann ich allerdings sagen: Kaltes Wasser auf die Pulsadern laufen lassen wirkt wahre Wunder. Zumindest bei mir.

Herr Dr. Zoltan Medgyessy ist sich sicher: „Kaffee mit einem Schuss Zitrone ist ein sehr guter Tipp!" Die Kombination aus Koffein und Vitamin C ist auch in vielen Schmerzmitteln enthalten. Das Koffein blockiert zudem die Bildung ein Enzyms, dass für die Weiterleitung von Schmerzen zuständig ist. „Kälte- oder Wärmeanwendungen müssen individuell ausgetestet werden. Sicherlich wirksam ist Euminz, eine Pfefferminzöl-Lösung, die lokal bei Spannungskopfschmerz eingerieben werden sollte", rät Herr Dr. Medgyessy außerdem.

Wenn es dann erst einmal zu spät ist und die Kopfschmerzen schon da sind, massieren sich viele an den Schläfen und der Stirn herum, doch bringt das überhaupt etwas? „Falls Verspannungen in bestimmten Nacken- oder Gesichtsmuskeln vorliegen, kann die Selbstmassage bei Kopfschmerz vom Spannungstyp gegebenenfalls verwendet werden. Bei Migräne, also stärkeren Kopfschmerzen mit Licht- und Lärmempfindlichkeit und Übelkeit, besteht eher eine Berühungsempfindlichkei, dann wird es nicht empfohlen", rät Herr Dr. Medgyessy.

Es finden sich aberhunderte Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Der Espresso mit Zitrone ist irgendwie immer dabei. Zu viel Kaffee sollte es dann allerdings auch wieder nicht sein, denn der verursacht bekanntlich vor allem eines: Kopfschmerzen.

Anja Schauberger, 23, hat so lange versucht, etwas gegen ihre Kopfschmerzen zu finden, bis sie auf die Methode mit dem kalten Wasser auf den Pulsadern gekommen ist. Darauf schwört sie ab jetzt. Und auf Sport - leichten Sport versteht sich.

Fünf Tipps, die dir helfen können, wenn du schon Kopfschmerzen hast:

1. Trinke einen halben, besser einen ganzen Liter. Eine halbe Stunde später sollte es dir schon besser gehen.

2. Geh an die frische Luft. Sauerstoff tut in jedem Fall gut und ein kleiner Spaziergang hat noch niemandem geschadet.

3. Probiere verschiedene Hausmittel aus. Hier nur ein paar Vorschläge: den Nacken kalt und warm abwaschen, Melissen- oder Hibiskusblütentee trinken, Holunderblüten mit Wein oder Essig befeuchten und auf der Stirn einreiben, Franzbranntwein oberhalb der Schläfen, Eiswürfel in den Nacken, auf die Stirn oder die Schläfen legen.

4. Beweg dich. Wenn die Kopfschmerzen nicht allzu schlimm sind, empfiehlt sich „leichter" Sport wie Fahrrad fahren.

5. Wenn du merkst, dass du öfter Kopfschmerzen hast, also mehrmals die Woche, dir auch übel ist oder du Licht bei Kopfschmerzen am liebsten meidest, geh lieber einmal zu einem Arzt.