Welche Möglichkeiten habe ich, mich für gute Zwecke zu engagieren?

„Wer beschließt ehrenamtlich zu arbeiten, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten.
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„Wer beschließt ehrenamtlich zu arbeiten, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten. Zunächst sollte man sich darüber klar werden, in welchen Bereich es gehen soll. Dabei kann eine Internetrecherche helfen. Dann sieht man: Was gibt es und wer sind die Ansprechpartner für die einzelnen Projekte? Fast alle Organisationen suchen immer ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erzählt Juliane Fischer von der Stiftung Gute-Tat e.V.  

Ich arbeite als Bankkauffrau. Ein sehr trockener Job und zudem bringt er nicht immer Freude. Oft geht es in meinem Job darum den Leuten zu sagen, dass sie meiner Bank noch Geld schulden. Eines Tages habe ich mich darum nach einer anderen Tätigkeit umgesehen. Es sollte etwas Sinnvolles sein, das mir das Gefühlt gibt gebraucht zu werden. Kein schlichtes Hobby. Also erkundigte ich mich nach ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Ich stieß auf einen Aushang vom Ronald McDonald Haus Berlin. Dort finden Familien ein Zuhause auf Zeit während ihre schwer kranken Kinder im nahe gelegenen Krankenhaus behandelt werden. So kann die ganze Familie, also auch die Geschwisterkinder während der oft lang andauernden Behandlung zusammen sein. Diese Nähe hilft heilen. Im Ronald McDonald Haus arbeite ich nun seit etwa einem halben Jahr ehrenamtlich. Einmal in der Woche bin ich für drei Stunden ein bisschen Mädchen für alles. Ich wasche, koche, putze, spiele mit den gesunden Geschwisterkindern und helfe bei der Vorbereitung von Festen. Regelmäßig treffen sich auch alle Ehrenamtlichen und die Mitarbeiter des Hauses und besprechen, wie wir den betroffenen Familien noch besser helfen können.“  

„Wie viel Zeit man in ein ehrenamtliches Engagement steckt, bleibt jedem selber überlassen. Viele Stiftungen und Freiwilligenagenturen vermitteln auch befristete Tätigkeiten, die man zum Beispiel in den Semesterferien ausführen kann.“  

Die Arbeit im Haus bereichert mich ungemein. Dass ich und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter den Eltern eine große Hilfe sind, lassen sie uns spüren. Sie sind unheimlich dankbar. In meinem Bekanntenkreis stoße ich dagegen nicht auf allzu große Begeisterung. Viele denken, ich wolle durch meine Tätigkeit vermitteln, dass ich etwas Besonderes bin, aber darum geht es natürlich nicht. Ich habe nur einfach keine Lust am Abend drei Stunden vorm Fernseher zu sitzen, da lese ich den Kindern lieber etwas vor. Genug Freizeit für Freund, Freunde und Familie bleibt mir trotzdem, auch wenn ich öfter sonntags im Haus bin, um Familien aufzunehmen und ihnen alles zu zeigen. Ich wünschte, ich könnte mehr Freunde davon überzeugen sich ebenfalls ehrenamtlich zu engagieren.  

„Wir beobachten glücklicherweise eine Aufwertung der ehrenamtlichen Tätigkeiten. Immer mehr junge Leute fragen bei uns nach, wie sie helfen können“, freut sich Juliane Fischer, „viele sind einfach froh, dass sie etwas für andere tun können und dafür so viel Dankbarkeit zurückbekommen.“ 

Marie-Charlotte Maas, 26, hat für diesen Artikel Katja, 28, protokolliert, die findet, dass es sinnvollere Möglichkeiten gibt die Freizeit zu gestalten, als jeden Abend drei Stunden vor dem dem Fernseher zu liegen.

Fünf Tipps zum ehrenamtlichen Engagement:  

1. Über Internet oder direkt bei Freiwilligen-Agenturen oder Stiftungen kann man sich über die Projekte informieren, bei denen momentan Bedarf an freiwilligen Helfern besteht.

2. Man sollte sich klar machen, in welchem Bereich man arbeiten möchte: Will ich mit Kindern zu tun haben oder mit Tieren? Interessieren mich ältere Menschen? In viele Projekten kann man auch zuerst reinschnuppern, bevor man sich festlegt.

3. Ob man viel oder wenig Zeit investieren kann oder möchte, ist nicht wichtig. Es gibt auch die Möglichkeit sich kurzzeitig zu engagieren, zum Beispiel in den Ferien. Wer möchte, kann sich sogar auch nur einmalig für drei Stunden betätigen.

4. Natürlich kann man sich auch direkt bei einer Organisation bewerben. Zum Beispiel im Krankenhaus oder im Kinderladen nachfragen, ob eine Hilfe gebraucht wird. Nicht überall gibt es aber einen Ansprechpartner für Freiwillige. Darum: Nicht abschrecken lassen, wenn zunächst keine Antwort auf die Anfrage kommt. Wer sicher eine Antwort erhalten möchte, sucht sich die Stelle besser über eine Freiwilligen-Agentur oder über eine Stiftung.

5. Mittlerweile gibt es in vielen Städten und Bundesländern die sogenannte „Ehrenamtskarte“. Überdurchschnittlich engagierte Bürgerinnen und Bürger bekommen sie als Dankeschön für ihren Einsatz. Mit der Karte erhalten sie Vergünstigungen bei einer Reihe von Institutionen, zum Beispiel bei Museen und Theatern .

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