Wie kann ich dauerhaft abnehmen, ohne mich zu quälen?

„Um uns herum besteht ständig ein Überangebot an Nahrungsmitteln", sagt Doktor Thomas M.
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„Um uns herum besteht ständig ein Überangebot an Nahrungsmitteln", sagt Doktor Thomas M. Platzer aus der Gemeinschaftspraxis Prof. Heufelder in München, der seine Patienten ernährungswissenschaftlich berät und Übergewicht behandelt.

Ständig nehmen wir zwischen den Mahlzeiten Energie in uns auf – Kalorien, die wir bei unserem meist ziemlich geringen Energieverbrauch gar nicht brauchen. Platzer rät deshalb: „Kein Snacken und Dippen zwischendurch. "Die klassischen drei Mahlzeiten – Frühstück, Mittag- und Abendessen – sind absolut genug. „Hungern ist kontraproduktiv", sagt Platzer. Wird dem Körper ständig zu wenig Nahrung zugeführt, schaltet er auf „Hungerstoffwechsel". Wie ein Igel vor dem Winterschlaf legt sich der Körper einen Vorrat für schlechte Zeiten an. Stattdessen solle man sich das körpereigene Hormon Insulin zunutze machen, sagt Platzer. Insulin kontrolliert den Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel im Körper.

Wer abnehmen, oder nicht zunehmen will, muss dafür sorgen, dass die Muskelzellen möglichst viel Zucker direkt verbrennen und möglichst wenig Zucker in die Fettzellen eingelagert wird. Dabei hilft ein gleichbleibender Insulinspiegel. Ist der Insulinspiegel hoch, wird überschüssiger Zucker in den Fettzellen gespeichert. Sinkt der Insulinspiegel rapide ab, bekommen wir einen Hungerast und müssen schnell wieder etwas essen, obwohl der Körper noch ausreichend Energie gespeichert hätte.„Morgens müssen wir die Kohlehydratspeicher füllen, um genug Energie für den Tag zu haben", sagt er.

Der Tag sollte also mit einem kohlehydratreichen Frühstück beginnen. Mittags kann man essen, was schmeckt. Zwar treibt die Kombination aus Kohlehydraten und Eiweiß den Insulinspiegel am schnellsten in die Höhe, doch in der Tagesmitte ist der Stoffwechsel besonders aktiv. Und jetzt wird's besonders wichtig: „Abends kommt nur noch Eiweiß auf den Teller", sagt Platzer. Also eine leichte Mahlzeit aus Fisch, magerem Fleisch oder Tofu, kombiniert mit Salat oder Gemüse. Kohlehydrate sind tabu. Bleibt der Insulinspiegel abends niedrig, greift der Körper im Schlaf auf die Energie aus den Fettzellen zurück, um den Körper zu regenerieren.

Fett wird also im Schlaf verbrannt, einfach so. Und das ist besser als jede Diät und tausend Mal besser, als nach dem Essen zu kotzen.

Die Antwort von Marlene Halser, 33 Jahre, die sich seit über einem Jahrzehnt dem dickbäuchigen Bayern-Dasein erwehrt.
Fünf Tipps für die Ernährungsumstellung:

1. Den Tag mit einem reichhaltigen, kohlehydratreichen Frühstück beginnen, um den Energiespeicher für den Tag zu füllen.

2. Mittags Kohlehydrate und Eiweiß nach Belieben kombinieren, das Mittagessen jedoch nicht ausfallen lassen. Süßigkeiten, wenn dann mittags essen. Das verhindert, dass wir abends noch mal eine große Mahlzeit verdrücken.

3. Gemüse, Salat und Eiweiß zum Abendessen. Kohlehydrate sind tabu.

4. Keine Snacks zwischendurch. Drei Mahlzeiten am Tag sind völlig ausreichend. Keine zuckerhaltigen Getränke. Stattdessen Wasser und Tee.

5. Ausreichend Bewegung regt den Stoffwechsel an und sorgt dafür, dass mehr Zucker in den Muskeln verbrannt und weniger in den Fettzellen eingelagert wird. 

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