Fünf Hörbücher über die Liebe, die wir empfehlen

Diese Geschichten über die ganz großen Gefühle bringen euch durch die immer dunkler werdenden Abende.
Von Tasnim Rödder
hoerbuecher

Foto: Adobe Stock; Bearbeitung: jetzt

Sommer adé: Es wird kälter und die Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie werden strenger. Zeit, es sich schön in seinem Zuhause zu machen – mit einem Hörbuch zum Beispiel. Folgende fünf Hörbücher werden euch zum Lachen, Fühlen und Weinen bringen:

Für die Romantiker*innen: „Lila, Lila“ von Martin Suter

Stell dir vor, du kaufst einen alten Beistelltisch und findest darin die schönste Liebesgeschichte, die du je gelesen hast. Was machst du? Klar, du behauptest, du wärest der*die Autor*in. So auch David Kern, 23, der in einer Bar arbeitet und mit seinem Leben sonst nicht viel anfängt. Bis er die Literaturstudentin Marie kennenlernt und sich verliebt. David sieht keinen anderen Weg, auf sich aufmerksam zu machen, als sich als Autor zu behaupten. Marie bleibt lange ahnungslos. Aber ihr Frust wird immer größer, denn David hat kaum mehr Zeit für sie. Insbesondere als Jacky in sein Leben tritt, der behauptet, den echten Autoren zu kennen. Dieses Buch treibt einen in die Zerrissenheit, weil man mit allen Protagonist*innen mitfühlen kann.

„Lila, Lila“ des Schweizer Bestsellerautoren Martin Suter ist wunderbar sanft gelesen von dem deutschen Schauspieler Daniel Brühl.

Übrigens: Alle Suter Fans sollten diesen Podcast gehört haben und vielleicht schon wissen, dass Martin Suter auf seinem Blog an der Fortsetzung des Romans schreibt.

Für die Luna Lovegoods unter euch: „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Selten schafft es eine Geschichte so seltsam und schön zugleich zu sein. Wenn Mariana Leky in „Was man von hier aus sehen kann“ die Geschichte der Luise von ihrem zehnten bis 35. Lebensjahr erzählt, möchte man in ihre Welt eintauchen und wie Luise im Westerwald rumhängen, umgeben von Charakteren, die allesamt von einer besonderen Eigenschaft geprägt sind. Zum Beispiel ihre Großmutter Selma – die immer, wenn sie von einem Okapi träumt, weiß, dass jemand aus ihrem Dorf stirbt. Oder der Optiker, der für immer in Selma verliebt ist, aber sich nicht traut, etwas zu sagen. Oder der Buddhist, in den sich Luise verliebt – der aber in einem japanischen Kloster lebt und sich diesem Leben verschrieben hat. Oder Luises bester Freund, der schon früh stirbt, was Luise eine lange Zeit begleitet und ihr immer wieder Schmerzen bereitet.

In „Was man von hier aus sehen kann“ geht es um Tod, Freundschaft und Liebe – auf eine ganz andere Art. In vielen Handlungssträngen und aus mehreren Perspektiven erzählt Leky Lebensgeschichten, die berühren und einen gleichzeitig zum Grinsen bringen. Gelesen wird das Hörbuch von Sandra Hüller, die mit ihrer vorsichtig samtigen Stimme jede*n Hörer*in abholen sollte.

Für die Chaot*innen: „Becks letzter Sommer“ von Benedict Wells

Robert Becks Leben ist ein Chaos. Er möchte Lehrer sein, aber irgendwie auch nicht. Er möchte verliebt sein, aber irgendwie auch nicht. Er möchte in München sein, aber irgendwie auch nicht. Und dann steht Lara in einem Café und verkauft ihm Kaffee. Eine Frau, auf die er steht – aber irgendwie auch eben nicht. Außerdem ist sie viel zu jung. Benedict Wells gelingt es mit dem Roman „Becks letzter Sommer“ eine herzzerreißende Liebesgeschichte zu erzählen, die mindestens genauso amüsant ist wie eine Live-Show von Hazel Brugger. Je abstruser der Plot wird, desto mehr schüttelt man den Kopf und je dringender möchte man dabeibleiben. Das schönste an dem Hörbuch: Die einzigartige Stimme von Christian Ulmen, die so treudoof klingt, dass man fast weinen muss. Manchmal vor Schmerz. Und manchmal vor Lachen.

Für die Hartgesottenen: „Laufen“ von Isabell Bogdan

Wer einmal nach einer längeren Pause (oder überhaupt) angefangen hat, wieder laufen zu gehen, weiß, wie es sich anfühlt: Währenddessen möchte man sterben. Und danach fühlt man sich einfach wunderbar. Das Buch „Laufen“ von Isabell Bogdan erzählt die Geschichte einer Frau, die versucht, mit dem Laufen den Tod ihres Mannes zu verarbeiten. Die Kapitel sind konsequent im inneren Monolog geschrieben, was der*dem Hörer*in erlaubt, in die Gedankenwelt einer Frau zu schauen, die Stück für Stück schneller und länger laufen und dabei gesunden kann. Wen dieses Buch nicht rührt, der hat kein Herz. Gelesen wird das Hörbuch von Johanna Wokalek.

Für die Digital Natives: „Allegro Pastel“ von Leif Randt

Gefeiert wird er, als sei er der neue Christian Kracht: Leif Randt. Und zugegeben, mit „Allegro Pastell“ trifft der Autor den Nerv einer Generation. Einer Generation, die in Altbauwohnungen in Berlin-Neukölln wohnt (oder wohnen möchte), die ständig am Handy klebt, einer, die durchs Naturschutzgebiet joggt, die sexpositiv feiern geht und Meditations-Retreats in Südhessen macht. So sieht auch die stereotypische Fernbeziehung von Jerome und Tanja aus, die so einige Höhen und Tiefen durchläuft – wir alle können fühlen, wie es ihnen geht. Und wollen wissen, wie die Geschichte endet. Ein Buch, das allen Digital Natives aus dem Herzen sprechen sollte. Gelesen ist das Hörbuch vom Autor selbst, der manchmal etwas gelangweilt klingt – aber immer genau so, dass es sich noch gut anfühlt.

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