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Horror-Date: Die uniformgeile Mitbewohnerin

Illustration: jetzt

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Dating-Situation: zweites Date, Cocktails und tanzen

Geschlecht und Alter des (eigentlichen) Dating-Partners: weiblich, 26 Jahre alt

Horror-Stufe:  6 von 10

„Ich bin Pilot. Bei der Arbeit halte ich mich streng an den Grundsatz ‚never fuck the company‘. Doch als ich vor ein paar Jahren das Unternehmen wechselte, hatte ich eine tolle Gelegenheit. Während meiner letzten Woche in der alten Firma flog ich mit einer Flugbegleiterin, die mir schon länger gefiel. Und da sie bald nicht mehr meine Kollegin sein würde, fragte ich sie, ob sie etwas mit mir trinken gehen wollte. An unserem nächsten freien Tag trafen wir uns auf ein Bier. Es war ein kurzer, netter Abend, an dem wir beschlossen, bald zusammen in München wegzugehen. Sie wohnte dort in der Innenstadt, ich etwas außerhalb, in der Nähe des Flughafens.

Am Wochenende darauf saß ich in der S-Bahn und freute mich auf sie. Als ich am Isartor ankam, stand da Lena*, mein Date und neben ihr noch jemand. Lena stellte mir Heike*, ihre Mitbewohnerin, vor und fragte: ‚Es ist doch okay, wenn sie auch mitkommt, oder?‘ Ich wäre zwar lieber mit Lena alleine gewesen, aber Heike schien ganz nett zu sein und irgendwie konnte ich da jetzt schlecht nein sagen. 

Wir zogen zu dritt in eine Bar und tranken den ersten Cocktail. Heike war Lehramtsstudentin und ziemlich amüsant. Ich hatte mir den Abend zwar anders vorgestellt, aber in dieser Dreier-Konstellation war es auch sehr lustig. Nach dem dritten Cocktail schaute ich auf die Uhr und bemerkte, dass meine letzte S-Bahn bald fuhr. Wir waren gerade richtig gut drauf und die Mädels schlugen vor, dass ich bei ihnen in der WG schlafen könnte. Lena bot sogar an, mich am nächsten Tag nach Hause zu fahren, da ich in der Nähe ihrer Eltern wohnte und sie sowieso einen Familienbesuch geplant hatte. Besser konnte es nicht laufen, also blieb ich und gab gleich noch eine Runde aus.

Heike sagte: „Piloten sind meine Favoriten. Diese goldenen Streifen machen mich total scharf“

Wir tanzten und der Abend war – auch zu dritt – wirklich lustig. Irgendwann fiel mir auf, dass Lena verschwunden war. Ich fragte Heike, ob sie wüsste, wo sie sei. Sie meinte gleichgültig, dass sie schon wieder auftauchen würde. Dann entdeckte ich, wie mein Date am anderen Ende der Tanzfläche mit einem anderen Typen tanzte. Ich wurde eifersüchtig und meine Stimmung sank von hundert auf null. Im gleichen Augenblick wollte Heike mit mir zum Rauchen gehen. Eine Zigarette war auf den Ärger genau das richtige. Draußen strahlte sie mich an. Doch ihr Blick hatte plötzlich etwas Merkwürdiges. Er wirkte irgendwie gierig und aufdringlich und ich fühlte mich dabei ziemlich unwohl. Ich schob das auf den Alkohol und versuchte, es mit Humor zu nehmen. Wir gingen wieder tanzen. Lena war immer noch bei dem anderen Typen und Heike klebte an mir wie ein Tesafilm. Egal welchen Fluchtversuch ich auch unternahm, ich wurde sie nicht los. 

Ich ging wieder eine rauchen. Heike kam mit. Sie war jetzt ziemlich betrunken und fragte mich, ob ich ein Foto von mir in Uniform auf dem Handy hätte. Hatte ich. Sie wollte es sehen. Ich dachte mir nichts weiter und zeigte es ihr. Als sie es anschaute, entwich ihr ein regelrechter Freudenschrei. Dann gestand sie, dass sie total geil auf Männer in Uniform sei und erklärte mir: ‚Polizisten finde ich nicht schlecht, aber Piloten sind meine absoluten Favoriten. Diese goldenen Streifen machen mich total scharf.‘  

Ich lachte, da ich sicher war, dass sie mich verarschte. Aber es ging weiter. Sie sagte, dass sie sich ganz bewusst eine Flugbegleiterin als Mitbewohnerin gesucht hatte, denn so konnte sie immer neue Piloten kennenlernen. Ihr intensiver Blick wurde stärker: ‚Und weißt du, was ich am geilsten finde? Wenn die Piloten beim Sex ihr Sakko anlassen, da kann ich die ganze Zeit die Streifen ansehen.‘

In der WG angekommen versuchte Heike, mir ihr Bett schmackhaft zu machen

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte und entschied mich für einen Schnaps an der Bar. Drinnen kam Lena zu uns, sie war müde und wollte ins Bett. Ich war erleichtert und schloss mich an. Heike auch. 

In der WG angekommen versuchte Heike, mir ihr Bett schmackhaft zu machen. Doch Lena hatte anscheinend mein Unwohlsein bemerkt und bot mir die Couch in ihrem Zimmer an. Immerhin hatte ich endlich meine Ruhe und das mit Lena hatte ich auch abgeschrieben. Sie war genauso wenig an mir interessiert wie ich an Heike. 

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag Lena wie ein Häufchen Elend in ihrem Bett und brauchte noch etwas Zeit zum Ausnüchtern, bevor sie mich heimfahren konnte. Da stand auch schon ihre Mitbewohnerin in der Tür und sagte: ‚Ich habe uns Frühstück gemacht.‘ Ich hatte Hunger, also aßen wir zusammen. Dabei unterhielten wir uns normal, doch ihren gierigen Blick hatte sie immer noch. Ich hoffte, dass es Lena bald besser ging. Sie kam aber nicht. Nach einer Stunde schaute ich zu ihr und sie sagte, dass sie gleich aufstehen würde. Ich trank noch einen Kaffee. Heike auch. Dann machte sie einen Vorschlag: ‚Hey, du kannst ja mal nach dem Dienst zu uns kommen und wir gehen danach weg. Du kannst dich vorher natürlich hier umziehen.‘ 

Ich lachte laut los. Wie schräg war das bitte alles? In dem Moment hörten wir ein Geräusch aus dem Bad. Lena kotzte. Aus der Mitfahrgelegenheit wurde nichts. Ich verabschiedete mich und ging zur S-Bahn.

Lena habe ich seitdem nicht mehr gesehen. Heike auch nicht. Ich hoffe, sie hat einen Piloten gefunden, der es geil findet, auf seine Uniform reduziert zu werden.“

*Namen geändert. Der Pilot, der hier protokolliert wurde, möchte ebenfalls anonym bleiben. Sein Name ist der Redaktion aber bekannt.

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