712250

var s2 = new SWFObject("http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/flvplayer.swf","single","420","20","7");s2.addParam("allowfullscreen","true");s2.addVariable("file","http://jetztimg.sueddeutsche.de/podcasts/20090717_unterhaltung_lesung_maedchenfragen_grosse_frauen_ah.mp3");s2.addVariable("image","preview.jpg");s2.addVariable("backcolor","0x000000");s2.addVariable("frontcolor","0xCCCCCC");s2.addVariable("lightcolor","0x557722"); s2.write("player2"); Die Mädchenfrage zum Anhören wird präsentiert von Süddeutsche Zeitung Audio - dort gibt es auch weitere Fragen zum Anhören! Liebe Jungs, lasst uns über Äußerlichkeiten reden. Diese sind natürlich längst nicht so sekundär, wie mir Umfragen im Freundeskreis weißmachen wollen. Lasst uns über die Größe reden. Nein, nicht über die. Über meine 180 senkrechten Zentimeter Körpergröße. Ziemlich gut, finde ich. Ziemlich groß, befinden die meisten Männer wie Frauen nach der ersten Höhenstudie. Ziemlich groß, aber auch von großem Vorteil: Ich hatte immer eine eins im Hochsprung. Ich kann schadenfroh lachen, wenn Heidis „Mädels“ heulend an der läppischen 1,75 m Marke scheitern. Mit 1,80 Meter überrage ich die deutsche Durchschnittsfrau um etwa 15 Zentimeter. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass ein Snickers schon mehr als zehn Zentimeter misst, und sich diese ja durchaus schnell aufessen lassen. Oder dass der Fuß von Shaquille O’Neal beachtliche 38 cm lang ist. Aber: Ich überrage auch den deutschen Durchschnittsmann (der übrigens 177 Zentimeter misst) um eine halbe Nase. Es täuscht sich also, wer glaubt, in diesen paar Zentimetern läge nicht der entscheidende Unterschied. Irgendwo nämlich zwischen einsfünfundsechzig und einsachzig setzt es bei euch ein: Das Ende des Niedlichfindens und der Beginn des Respekts. Oder meines Erachtens nach: Der Beginn der Furcht. In Bars und Clubs habe ich manch drögen Abend an meinem Strohhalm nagend verbracht, weil sich so gar keiner finden ließ, der sich zu mir gesellen wollte. An mangelnder Wahrnehmung kann’s nicht gelegen haben. Als große Frau erregt man - wie als sehr kleiner, sehr dicker oder sehr lustig aussehender Mensch - zumindest ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit beim Betreten eines Raumes. Der Mensch guckt ja gern erstmal. Schön. Dann aber hört das Interesse plötzlich auf. Vorsichtiger Blickkontakt von beiden, verschämtes „Zu-Boden-Stieren“ auf eurer, Frustration und verstärktes Alkoholinteresse auf meiner Seite. Wagt sich dann doch einer von euch (oder wage ich mich, was durchaus vorkommt, in dieser Diskussion aber beiseite gelassen sein soll), kommt meist noch vor dem ersten Bier die scheinbar universellste Frage zu meiner Persönlichkeit: „Sammal, wie groß bist’n du eigentlich?“. Ich glaube inzwischen, dass viele von euch lieber keine als eine größere Freundin haben wollen. Und ich weiß, dass viele Mädchen keine Absätze tragen, weil sie damit ihren Freund überragen würden. Stört es euch, den Luftraum da oben auch mit weiblichen Wesen zu teilen? Sorgt ihr euch, wir könnten die Schuhe in eurer Größe wegkaufen? Euch auf den Kopf spucken? Oder in die Nase beißen? Meine Theorie: Ihr habt Angst vor großen Frauen, weil ihr ihnen auf Augenhöhe begegnen oder gar zu ihnen aufschauen müsst. Das entspricht nicht eurem Anspruch als Mann, stets der starke Armumleger sein zu wollen. Ein Mädchen, das sich selbst den Zucker aus dem obersten Regal fischen kann, könnte euch nicht so brauchen, wie der Neandertaler in euch das will. Sie könnte womöglich auch sonst auf die Idee kommen, unausgesprochene Pärchengesetze auszuhebeln. Ein Mädchen, das gar größer ist als ihr, würde euch klein aussehen lassen. Und klein ist unmännlich. Habe ich Recht? Habt ihr Angst vor großen Frauen? Die Jungsantwort von Stefan Winter liest du auf der nächsten Seite.


var s2 = new SWFObject("http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/flvplayer.swf","single","420","20","7");s2.addParam("allowfullscreen","true");s2.addVariable("file","http://jetztimg.sueddeutsche.de/podcasts/20090717_unterhaltung_lesung_maedchenfragen_grosse_frauen_ah.mp3");s2.addVariable("image","preview.jpg");s2.addVariable("backcolor","0x000000");s2.addVariable("frontcolor","0xCCCCCC");s2.addVariable("lightcolor","0x557722"); s2.write("player2"); Die Mädchenfrage zum Anhören wird präsentiert von Süddeutsche Zeitung Audio - dort gibt es auch weitere Fragen zum Anhören! Die Jungsantwort Die Antwort ist: Nein! Jungs haben keine Angst vor größeren Frauen. Was uns Sorgen macht, sind Menschen, die ständig über ihre Körpergröße reden – Mädchen wie Jungs nerven dabei nämlich. Auf deinen konkreten Fall übertragen heißt das: Du bist also etwas größer. Gut, wenn wir uns gegenüber stehen, sehe ich das ja, muss also nicht besprochen werden. Wenn du es dennoch zum Thema machst, führt das zu einem klaren Fall von: Die hat ein Problem damit. Und wenn Mädchen ein Problem mit ihrem Aussehen haben, ist das meistens nicht gut. Deshalb beunruhigen uns größere Mädchen. Was uns nicht beunruhigt, sind die „Neandertaler“-Gesten, die du beschreibst. Denn die Mädchen, die wir wirklich mögen, empfinden dieses Macho-Gehabe von Jungs doch eh als lästig – völlig egal, ob sie 1,60 oder 1,90 Meter groß sind. Deshalb behandeln wir es wie die Kleidung der Neandertaler – als museal lustige Erinnerung an eine zum Glück abgeschlossene Vergangenheit. Deshalb – ich wage mich jetzt mal weit vor – ist uns die Körpergröße von Mädchen genauso wichtig wie ihr Nachname: Wenn ein Mädchen wirklich toll ist, erträgt man auch, dass sie „Hamsternase“ mit Nachnamen heißt. Man sollte nur nicht ständig drüber reden. Schwierig wird es lediglich in der Kombination – und das bezieht sich jetzt nicht nur auf die Namen: Ein großer Junge und ein kleines Mädchen geben ein genauso lustiges Pärchen ab wie ein kleiner Junge und ein großes Mädchen. Wir sehen da als Jungs keinen Unterschied. Im Gegenteil, es ist doch eher von Vorteil, wenn ein Mädchen an den Zucker im obersten Regalfach kommt und ihn uns herunter reichen kann – selbst wenn sie Uschi Hamsternase heißt. Stefan Winter