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Die Mädchenfrage: Keine Ahnung, ob ihr das schon wisst, aber: Mädchen eines gewissen Alters können sehr gemein sein. Das untermauert folgende Szene, von mir fast genau so in der Dorfdiskothek erlebt: Mädchen A (langes, blondes Haar und helle Stimme) hat Mädchen B (pummelig, kurze dunkle Locken, Brille) im Schlepptau. Zunächst: Mädchen-Harmonie und tuscheln. Dann: Mädchen B verliebt sich in den süßen Emoboy an der Ecke, aber traut sich nicht, ihn anzusprechen. Sie bittet Mädchen A um Hilfe. Zwei Minuten später knutscht Mädchen A mit Emoboy. Mädchen B läuft weinend aus der Disko. Mädchen A ruft ihr nach: „Ich bekomme immer, was du willst!“. Also, das ruft sie nicht, aber denkt sie. Stattdessen sagt sie halbscheinheilig: "Ich wünsche mir wirklich, dass die liebe Karline auch mal Glück hat!" Knutsch, knutsch. Das ist natürlich ein übles Spiel, das so geht: Mädchen A möchte sich selbst attraktiver erscheinen zu lassen, denn nach der Logik der Relativität, sieht sie neben einem unattraktiven Mädchen auf alle Fälle unwahrscheinlich schön aus. Somit hat sie einen einfachen und sicheren Weg gefunden, Selbstbestätigung zu bekommen. Mädchen B ist die Bewunderin fürs Handtäschchen - und als Rivalin völlig ungefährlich. Mädchen B erlangt einen höheren Sozialstatus, denn schließlich ist sie ja mit der Mädchenkönigin unterwegs. Somit kann es ebenfalls sein Selbstbewusstsein stärken. Klingt zunächst nach einer perfekten Zwecksymbiose. Aber Mädchen B macht dennoch den schlechteren Schnitt, denn ihre Abhängigkeit ist viel größer als die des schönen Mädchens, sie wird laufend verletzt und am Ende sicherlich nicht glücklich. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum diese Art von Freundschaft selten von Dauer ist. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl solcher ungleicher Freundinnenpaare ab. Macht ihr so was eigentlich auch? Habt ihr Freunde, die nur zur Ego-Onanie mit euch befreundet sein dürfen? Oder klettet ihr euch schon mal den Pete Doherty eurer Stadt, um von den Coolen zu lernen? Auf der nächsten Seite kannst du die Jungs-Antwort lesen.


Die Jungsantwort Also, zumindest die Situation kommt mir bekannt vor. Der Laden ist voll, in allen Ecken unterhalten sich Menschen und mittendrin steht es, das ungleiche Mädchenduo: die strahlende Grazie und das matte Mauerblümchen. Und was machen wir Jungs? Wir schnappen uns zunächst das vermeintlich schwächere Glied, um in die Nähe der Unantastbaren zu kommen. Wir scherzen mit dem Mauerblümchen, tragen Drinks und interessieren uns für ihr Hobby "Voltigieren". Die Schöne würdigen wir keines Blickes - trotzdem benutzen wir die Unscheinbare dazu, einen Einstieg in die Wahrnehmung der tollen Dame zu finden. Irgendwann ist die nämlich ein bisschen säuerlich, weil wir sie gar so schneiden - und zack, haben wir sie. Kann natürlich auch mal in die Hose gehen. Aber: Wer ist denn jetzt gemeiner? Ihr, die ihr mit diesem Konzept aufkreuzt oder wir, die es ausnutzen? Zumindest was die Taktik angeht, sind wir eindeutig harmloser. Klar, es ist nicht unwichtig, mit wem man abhängt, das war schon auf dem Schulhof so: Jeder will bei den Coolen stehen, in der Hoffnung, Coolness würde abfärben. Aber wir stylen uns nicht mit Freunden auf oder ab, zumindest nicht in mit so niederen Absichten, wie ihr. Wenn wir ausgehen und euch beeindrucken wollen, hilft es, einen coolen Typen an seiner Seite zu haben. In seinem Schatten können wir dann den ruhigen, geheimnisvollen Part spielen, während der wirklich coole Freund seine Show abzieht. Ihr denkt euch dann hoffentlich: Der ruhige Typ muss interessant sein, wenn sein Freund so eine coole Sau ist. Aber das ist etwas ganz anderes und lang nicht so verwerflich wie eure hundsgemeinen Strategien. Bei uns geht es darum, mit Freunden auszugehen, die charakterlich überzeugen, lässig sind und unterhalten können. Wenn wegen ihm mehr Mädchen auf mich aufmerksam werden, begrüße ich diesen Effekt ausdrücklich. sascha-chaimowicz