Das ModeABC. Heute: T wie Topshop

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Auch wenn Tate Modern und die Cafés in Shoreditch vermutlich die legitimeren Touristenziele darstellen: das heimliche Reisemotiv vieler Londonbesucherinnen aus Kontinentaleuropa war bis vor Kurzem eher die Gelegenheit, endlich mal die fünfstöckige Topshop-Flagshipfiliale in der Oxford Street zu bepilgern. Dass die Briten modisch immer einen Tick voraus sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen, ebenso wie die frohe Kunde von der mit Abstand coolsten High-Street-Marke, die wohl im Modeuniversum existiert. Noch in den 90ern wurde die damals angestaubte Firma in Großbritannien als „Flopshop“ belächelt, mittlerweile hat Topshop unter der jüngeren Kundschaft einen Ruf als Avantgardist unter den internationalen Ketten.

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Illustration: Julia Schubert

Ein Vorgeschmack auf die Sommerkollektion 2009 Natürlich kupfert auch Topshop schamlos von Luxusmarken wie Chloé oder Balenciaga ab. Im Vergleich zu direkte Konkurrenten wie Zara oder H&M kommt am Ende aber meist kein stromlinienförmiges Einheitsetwas heraus, sondern Kleidung mit hohem eigenen Designanteil und etwas, das man unter „Edginess“ verbuchen kann, dem Synonym für die zusammen gewürfelte und leicht abseitige Modeästhetik der Nullerjahre. Ein bisschen verspielt, ein bisschen unerwartet und ein bisschen funky, Zeitgeist und Jugendkultur in genau der richtigen Dosierung in Klamotten reingemorpht. Außerdem hat man das Glück, die richtigen Prominenten als Fans und freiwillige Werbeträger zu haben: Alexa Chung, Keira Knightley und diverse Indierocker etwa, und als bekanntestes Beispiel Kate Moss, die selbst für eine Promikollektion bei Topshop unter Vertrag steht. Vor allem den Trend zu Mini- und Spezialkollektionen zur Imageoptimierung zu nutzen, hat man bei Topshop am besten verstanden. So setzt man auch seit Langem auf Zusammenarbeit mit Designern. Anstatt großer Namen verpflichtet man aber lieber Insidertipps wie Ann Sofie-Back oder Shooting-Stars wie Christopher Kane. Für zusätzliche Credibility sorgt eine Premiumkollektion namens „Unique“, die auf der Londoner Fashionweek gezeigt wird und die gezielte Förderung von Nachwuchstalenten, in dem man beispielsweise Abschlusskollektionen von Studenten der Designschmiede Central St. Martins zum Verkauf anbietet. Expandierungspläne nach Deutschland sind bislang nicht bekannt, aber immerhin kann man mittlerweile übers Internet bestellen, was vor einigen Monaten hierzulande so manchen Modeliebhaber zu tagelangen Freudentänzen veranlasst haben muss. Beim momentanen Kurs des Pfundes würde es sich allerdings fast schon lohnen, mal wieder für einen Shoppingausflug über den Kanal zu fahren. Für Mädchen: Topshop Für Jungen: Topman

Text: xifan-yang - Bild: Screenshot

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