Warum wir M 94.5 lieben

Der Münchner Radiosender soll eventuell seine Frequenz verlieren.
Aus der jetzt-Redaktion
Ausbildungsradio m94.5

Im Studio von M94.5: an der Wand haben sich über die Jahre die Sticker angesammelt.

Foto: Lukas Barth
  • Weil der Sender uns ein eigenes Raumgefühl gibt: Die Provinz beginnt da, wo M 94.5 nicht mehr ohne Rauschen zu empfangen ist.
  • Wegen der zum Teil schon ganz schön amateurhaften Radiobeiträge, die da manchmal laufen und die einen immer wieder daran erinnern, dass jeder mal irgendwas zum ersten Mal macht. Und dass man als junger Mensch Orte braucht, wo man sich ausprobieren kann.
  • Weil man wohl bei keinem Sender so viele charmante, unterschiedliche Arten zu sprechen hört, weil hier auch Menschen ans Mikro dürfen, die noch nicht durchs Stimmtraining-Bootcamp gegangen sind.
  • Weil die Leute bei M 94.5 in der Musikredaktion ganz offensichtlich wirklich machen dürfen, worauf sie gerade Bock haben.
  • Weil man deshalb als Hörer wirklich nie weiß, ob nach dem schönen Indie-Pop-Song gleich ein Speedmetal-Brett kommt, das einen vollkommen fassungslos zurücklässt.
  • Weil wir sonst vermutlich nie die Todesband kennengelernt hätten. (“Autowaschanlage, Anlageberater!”)
  • Überhaupt: Wegen der abgedrehten Ohrwürmer, die uns sonst kein Radiosender in den Kopf gepflanzt hätte. “Da hilft nur noch Hubschraubereinsatz!”  
  • Weil man sich freut, wenn man auf einmal unverhofft (oder auch geplant) eine bekannte Stimme beim Vorlesen der Musik-Kurznachrichten hört.
  • Wegen der Vorglüh-Samstagabende, die von M 94.5 so schön untermalt wurden, weil der Sender auf dem Radio in der WG-Küche nonstop lief.
  • Zuerst läuft Samstags die Sendung, die es gefühlt immer schon gegeben hat und immer geben wird: “Kanalratten” mit Dirk Wagner.
  • Und weil Dirk Wagner stundenlang Elvis auflegen kann, ohne einen einzigen Hit zu spielen.
  • Und dann, nach den “Kanalratten”, die “Breakbeat-Action” mit den Münchner DJs Die2Elastischen3 und La Loakaii, der einen immer so schön mit seinem französischen Akzent auf den Feier-Abend einstimmt.
  • Weil man bei solchen Menschen immer das Gefühl hat, dass sie nicht nur über eine Szene reden, sondern sich wirklich darin auskennen, weil sie Teil davon sind.
  • Weil mir ein M 94.5-Moderator mal die Freundin ausgespannt hat – und ich trotzdem will, dass der Sender bleibt!
  • Weil die Sendung “Boombox” einem gezeigt hat, dass Münchner Rap weit mehr ist als nur Blumentopf.

Mehr München:

  • teilen
  • schließen