Ich beneide euch

Collage: Daniela Rudolf

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Neid ist ein unschönes Gefühl mit schlechtem Ruf. Und trotzdem spüren wir ihn ziemlich oft: Wenn jemand besser in Mathe ist, einen tolleren Job hat, eine schönere Wohnung oder 100 echt gute Freunde. Aber neben diesen absolut nachvollziehbaren Neid-Gründen gibt es noch eine sehr lange Liste vollkommen irrationaler Gründen für Neid. Hier ist meine:   

  • Menschen, die sich zutrauen, ein Haustier am Leben zu halten. 
  • Hippies.
  • Menschen, die in ihrer Wohnung Accessoires zu Gruppen arrangieren können, die Sinn und Ästhetik ergeben – und nicht aussehen wie eine Sammlung der Dinge, die dringend entsorgt werden müssen.
  • Menschen, die sich Outlook-Termine selbst schicken können.
  • Frauen, die ein Schmuckkästchen besitzen. Und es auch für genau diesen Zweck benutzen.
  • Menschen, die eine Lieblingssendung haben und sich jede Woche darauf freuen.
  • Menschen, die nicht bei Instagram mitmachen.
  • Menschen, die länger als vom 1. bis 8. Januar Tagebuch schreiben. 
  • Menschen, die im Bus nicht auf ihr Handy starren. 
  • Menschen, die sich nicht dafür schämen, in der U-Bahn „Candy Crush“ zu spielen.
  • Menschen, die Witze so erzählen können, dass erst am Schluss die Pointe kommt.
  • Menschen, die am Wochenende "raus" gehen.
  • Menschen, deren Lieblingsessen so exotisch wie Sushi ist und nicht Grießbrei.
  • Lokführer.
  • Menschen, die nie Schmutz unter ihren Fingernägeln haben.
  • Menschen, die einen Gemüsegarten haben, in den sie Nachmittags latschen und alle Zutaten für das (selbstverständlich köstliche) Abendessen aus der Erde ziehen.
  • Menschen, die einen dreimonatigen Schüleraustausch bei einer coolen Gastfamilie in New York gemacht haben und seitdem fließend Englisch sprechen können UND auch noch eine Zweitfamilie in New York haben (in einer 20-Zimmer-Wohnung auf der Upper West Side).
  • Menschen, denen nie der Salatkopf schlecht wird, weil sie ihn immer rechtzeitig zu einem sehr gesunden und schmackhaften Salat verarbeiten, auf dem oben drauf geröstete Nüsse sind.
  • Menschen, die doppelt so schnell sprechen können wie ich (was eigentlich nicht so schwer ist, weil ich in Zeitlupe spreche).
  • Menschen, die Excel beherrschen.
  • Menschen, die nie ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie etwas Umweltschädliches machen.
  • Menschen, die sich auf Musikfestivals richtig wohl fühlen und wissen, wie man dort überlebt.
  • Menschen, die es vergnüglich finden, Preise zu vergleichen und sparsam zu sein.
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