Und plötzlich haben wir Mitleid mit einem Roboter

Oder gruseln wir uns sogar vor uns selbst, wenn wir sehen, wie "Atlas" in einem Video gepiesackt wird?

Irgendwie zeigt dieses Video das ganze Dilemma des Menschen: Da stakst dieser "Atlas" also durch einen Demo-Film. Der Homo Sapiens, sooo clever und gottgleich, hat den Roboter nach seinem Ebenbild (zumindest fast) gebaut und programmiert. Genauer: Die Firma Boston Dynamics (die Google gehört) hat ihn gebaut, damit er irgendwann in Firmanlagern arbeitet. Atlas kann dafür selbstständig gehen, Dinge erkennen und sie tragen. Und was macht der Mensch mit seiner Schöpfung?

Er piesackt ihn. Er tritt ihn. Schubst ihn. Wirft ihn um. Hinterrücks! Und das nur, um zu demonstrieren, welche Funktionen der Roboter tatsächlich hat. Die Reaktionen im Netz darauf schwanken irgendwo zwischen "will ich haben" und "wie gruselig". Weil es ja auch echt gruselig ist, was der Bot da alles vorführt. Über schwieriges Gelände laufen, aufstehen, auf neue Situationen reagieren.

Enthält also auch Spuren von einem Science-Fiction-Endzeit-Plot, dieses Video. Die Baureihe  geht immerhin auf ein Projekt der US-Militärforschungsbehörde zurück. Dass das Video (Stand Mittwoch, 14 Uhr) bereits mehr als 1,1 Millionen Mal angeklickt wurde, spricht aber für noch einen anderen Effekt: Es scheint echte Emotionen auszulösen – und zwar im echten Leben.

Wir bemitleiden eine Maschine! For real! Wir gruseln uns vielleicht auch vor dem, was sie kann. Vor allem gruseln wir uns aber doch vor dem, was wir mit ihm machen. Und ganz am Schluss des Videos, im Nachfassen, vielleicht auch noch vor der Frage: Wann wird Atlas sich gegen die menschlichen Nervensägen, wie dem Typen da, wehren können?

 

fran/pwe

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