Deckname "Duck Hunter"

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In der Fernseh-Debatte der Republikanischen Bewerber um den Posten des Obama-Herausforderers wurde gestern die hübsche Frage gestellt, welchen Decknamen sich die Kandidaten geben würden, wenn sie Präsident werden würden.

https://www.youtube.com/watch?v=evjP_l9J5Ko

Jeder US-Präsident bekommt so einen Decknamen, seine Angehörigen ebenfalls. Vom Secret Service, also von diesen Typen, die in US-Serien immer in superunauffälligen schwarzen Anzügen neben superunauffälligen schwarzen Riesen-SUVs stehen und deren Job es ist, auf den Präsidenten aufzupassen. Damit die über Funk nicht sagen müssen, dass der Präsident jetzt gleich durch den Park des Weißen Hauses joggen geht und Mister Terrorist das mithört, führte man irgendwann Decknamen ein. Heute braucht man sie eigentlich nicht mehr, weil die Kommunikation sowieso verschlüsselt wird, aber naja, erstens weiß man ja nie, und zweitens bringen Decknamen halt viel Spaß in den Aufpasseralltag. Bill Clinton zum Beispiel hieß „Eagle“, Richard Nixon nannte man „Searchlight“.

Gestern dann also die Frage, wie sich Trump und Co nennen würden. Die Antworten hätte sich ein Satiriker, der Witze über konservative US-Politiker machen will, nicht besser ausdenken können. Chris Christie würde sich „True Heart" nennen, Jeb Bush suchte sich „Ever-Ready“ aus. Scott Walker wollte ein bisschen an seinem Verwegener-Typ-Image schrauben und sagte, er würde sich „Harley“ nennen, Ted Cruz aus Texas sähe sich selbst gerne als die „Cohiba“ seines Landes. Und Donald Trump? Der selbstverliebte, inhaltsbefreite Ober-Angeber, der bislang für die meisten Wahlkampf-Jokes gesorgt hat? Reagierte mit einer Ironie, die man leider ein bisschen cool finden muss, auf diese dämliche Frage: Er würde sich „Humble“ nennen, sagte er. Mit einem Blick, der alles andere als bescheiden war.


Christian Helten




Text: jetzt-redaktion - Cover: dpa

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