Berufsberatung, Zeitkapsel und Lebenshilfe in einem

Der Hashtag #firstsevenjobs hilft nicht nur bei der Berufswahl.

Wie soll man eigentlich herausfinden, welchen Beruf man mal haben möchte, wenn man groß ist? Bei der Berufsberatung im JIZ? In Gesprächen mit den Eltern? Oder gar durch Praktika? Jeder dieser Wege soll bisweilen zu guten Ergebnissen führen, aber genauso oft auch zu großer Enttäuschung.

Vielleicht könnte statt der üblichen Berufsberater-Selbsttests, bei denen am Ende eh immer Schweinewirtin oder Bibliothekar rauskommt, jungen Menschen in Zukunft der Hashtag #firstsevenjobs bei der unvermeidlichen Berufs-Wahl helfen. Denn wer nach der Lektüre der unzähligen Tweets keine Inspiration für zukünftige Arbeitsgebiete findet, dem kann auch kein Gespräch mit dem Vertrauenslehrer mehr helfen.

Alles begann vor ein paar Tagen, als die Musikerin Marian Call ihre Follower fragte, was ihre ersten sieben Jobs waren. Sie schreibt gerade einen Songs übers Arbeiten und war auf der Suche nach Inspiration. 

Binnen kürzester Zeit verselbstständigte sich der Hashtag und wurde von Menschen auf der ganzen Welt genutzt, der Welt eine Art ungeschönten Mini-Lebenslauf zu präsentieren.

bgesehen davon, dass man beim Durchforsten der Tweets auf eine ganze Menge bisher unbekannte Berufsbfelder stößt, ist es besonders schön zu sehen, wie bescheiden die meisten Menschen ihre Berufslaufbahn begonnen haben. Und wie lange diese Phase der Orientierung bei vielen angedauert hat.  

Irgendwann sind auch ein paar Promis auf den Hashtag-Zug aufgesprungen und haben das Spiel dadurch noch ein bisschen interessanter gemacht. Wer hätte gedacht, dass Regina Spektor auf einer Schmetterling-Farm und als Umblättererin arbeitete, bevor sie bekannt wurde. Oder dass Kimya Dawson von den "Moldy Peaches" als Babysitterin und Zeitungsausträgerin begann. und man liest wirklich mit großem Vergnügen, welche Mist-Jobs Lin-Manuel Miranda schon hatte, bevor er mit „Hamilton“ zum größten Musical-Star seit Andrew Lloyd-Webber wurde. 

Warum der Hashtag zudem so tröstend ist, erklärte ein User sehr bündig: Wir assoziieren Erfolg bei anderen immer mit einer geraden Laufbahn - und dieser Hashtag erinnert uns daran, dass das in den seltensten Fällen der Realität entspricht.  

Und egal, wo wir in unserer beruflichen Laufbahn gerade stehen, es ist immer tröstlich zu sehen, dass auch andere Menschen eine Zeit lang gebraucht haben, um im Berufsleben anzukommen und so etwas ähnliches wie eine Karriere zu starten. 

 

chwa

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