Der singende Algorithmus

Liebe können die Maschinen nicht? Stimmt. Aber von der Liebe singen. Ein Algorithmus quäkt nun Whitney Houston.
jetzt-redaktion

Die Maschinen erobern die nächste urmenschliche Bastion: Der erste Liebeslieder singende Algorithmus wurde an der Universität der Künste Berlin ertüftelt. Er singt Whitney Houston ("I will always love youuuuuuu") oder Celine Dion ("My heart will go on"). "Das Programm performt diese emotional aufgeladenen Songs und versucht dabei, das passende menschliche Gefühl aufzutragen", sagt Martin Backes. Backes ist der Künstler, der den Algorithmus programmiert hat. Sein Ziel ist es, mit der Installation zu sehen, "wie wenig es braucht, um bei Menschen Gefühle zu provozieren.“

http://vimeo.com/133428328

Okay, krass. Aber singende Roboter kennen wir bereits ein paar. Schon Data, der Android aus Raumschiff Enterprise, sang zur Hochzeit von Commander Riker und Deanna Troi.

http://www.youtube.com/watch?v=u4VoBUWFAKQ

Stellt sich die Frage: Ist die Musik noch die gleiche, wenn der Sänger nichts dabei fühlt? Macht es einen Unterschied, in unserer heutigen Welt, da wir die meiste Musik sowieso nur vermittelt hören? Irgendwann einmal in einem sterilen Studio eingesungen, hundertmal, über ein Soundbett aus digital erzeugten oder bearbeiteten Klängen, dann von einem kühlen Produzentenkopf am Computer veredelt, umgewandelt, hochgeladen, runtergeladen, gestreamt, gefunkt, vom Handy schließlich über die Kopfhörer zu uns kleinen Menschen?

Ist es nur konsequent, wenn die Roboter uns auch diese Arbeit bald abnehmen?

So wie diese Fische hier:

http://www.youtube.com/watch?v=AXAgsoZypIo

Friedemann Karig

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