Die taffste Moderatorin der Welt

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Einen Gesprächspartner abzuwürgen, kostet immer Überwindung. Wie muss das erst sein, wenn einem als Gesprächspartner ein Islamist in einem Live-Interview gegenübersitzt? Die Nachrichtenmoderatorin Rima Karaki vom libanesischen Sender Al-Jadeed TV weiß, wie sich das anfühlt. In einem Live-Interview legte sie sich mit dem in London lebenden ägyptischen Islamisten Hani al-Sebai an, mit dem sie über Christen, die sich dem IS anschließen, sprechen wollte. 

http://www.youtube.com/watch?v=bOlpK6Yj5a4

Ihr Interview endete in einem Streit. Dabei hatte sie ihn nur gebeten, beim Thema zu bleiben, nachdem er abschweift war. Für den Islamisten war das aber schon zu viel. Irgendwann sagte er sogar zu ihr: „Halten Sie die Klappe, damit ich reden kann.“ Rima Karaki stoppte daraufhin das Gespräch vorzeitig. Ihr „Genug. Lasst uns das hier beenden“, das sie zu ihrem Redaktionsteam sagte und damit das Interview beendete, wird gerade auf der ganzen Welt zitiert und gefeiert. al-Sebai setzte sogar noch einmal an und sagte: „Es ist unter meiner Würde, von Ihnen interviewt zu werden. Sie sind eine Frau, die ...“, doch weiter kam er nicht. Rima Karaki hat das Mikrofon des Islamisten dann schon ausschalten lassen.

Das Video der Nachrichtensendung ist schon älter als eine Woche, inzwischen wurde es mehr als fünf Millionen Mal angeklickt. Viele feiern Rima Karakis Courage, besonders seit dem Internationalen Frauentag am Sonntag und wegen ihrer klaren Worte. Am Schluss sagt sie im Video: „Entweder herrscht hier gegenseitiger Respekt oder die Unterhaltung ist beendet.“ Denn für die Demokratie ist es wichtig, mit allen Menschen zu sprechen, auch wenn sie Meinungen vertreten, die man nicht teilt. Das funktioniert aber nur mit gegenseitigem Respekt.

kathrin-hollmer

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