Ein Kind gegen 11.000 homophobe Demonstranten

Aufhalten konnte der Junge sie nicht, aber ein Symbol setzen.
Von Christina Waechter

Ein Junge hat am Wochenende in Celaya, einer Stadt im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato, versucht, alleine eine Demo gegen die gleichgeschlechtliche Ehe zu stoppen. Gelungen ist es ihm nicht, die 11.000 Demonstranten zu stoppen, doch das Bild des kleinen Jungen, der sich alleine einer solchen Übermacht entgegenstellt, geht seitdem um die Welt.

In Mexiko ist die gleichgeschlechtliche Ehe nur in neun von 31 Bundesländern erlaubt. Der oberste Gerichtshof Mexikos hat im vergangenen Jahr jedoch festgestellt, dass das staatliche Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen verfassungswidrig ist. Nun hat der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto angekündigt, die Verfassung des Landes zu ändern, um Paaren die Ehe zu erlauben, egal welchem Geschlecht oder welcher sexuellen Orientierung sie angehören.

Dagegen protestierten am Wochenende Tausende Menschen in ganz Mexiko. Die Demos wurden von einer Organisation namens "Nationale Front für die Familie" organisiert. Bei der Demo in Tijuana war auch der neu ernannte katholische Erzbischof der Diözese zusammen mit seinem Vorgänger dabei. Allerdings hat die katholische Kirche Mexikos darauf bestanden, dass die Kirche nichts mit der Organisation der Demonstrationen zu tun hätte. Doch auch Angehörige der Kirche hätten das Recht, ihre Werte zu verteidigen. 

Der Fotograf Manuel Rodriguez, der das Foto des Jungen machte, erzählte danach, er habe zunächst gedacht, der Junge wolle einfach nur spielen. Aber nachdem er das Foto gemacht hatte, fragte er den Jungen, warum er sich auf die Straße gestellt habe, und da sagte er: „Ich habe einen Onkel, der schwul ist, und ich mag es nicht, wenn sie ihn hassen!“

Noch mehr mutige Menschen gefällig?

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