Wir gehen nicht davon aus, dass die Oberbosse der Shanghai Auto Show Fans der Rapper von Blumentopf sind. Und selbst wenn sie es wären, würden sie jetzt wohl einen Song von ihrer Playlist streichen: „Autos und Frauen“ heißt der, und der Refrain geht so: „Es dreht sich alles nur um Autos und Frauen / denn Autos und Frauen machen uns glücklich.“

Autos und Frauen machen die Oberbosse der Auto Show nämlich gar nicht mehr glücklich. Im Gegenteil: Sie haben diese Kombination von den Messeständen verbannt. Auf der diesjährigen Shanghai Auto Show, die am Montag begann und noch bis zum 29. April täglich 100.000 Besucher erwartet, räkeln sich keine langbeinigen Models in knappen Kostümchen auf Motorhauben. Die Autoshow sei zu einer Fleischbeschau verkommen, hieß es, man wolle wieder die Autos in den Mittelpunkt rücken. Die seien ja die wahren Stars der Veranstaltung. Deshalb sieht man dort dieses Jahr nur noch Frauen, die auch wirklich Autos verkaufen. Vollständig bekleidet.

Tatsächlich buhlten die Autorhersteller auf der chinesischen Autoshow in der Vergangenheit vor allem um die Aufmerksamkeit der Besucher, indem sie möglichst viel Haut um ihre Autos tanzen ließen. Was jetzt einige vermissen: Nach der Ankündigung des Räkelverbots waren im Netz viele enttäuschte Kommentare zu lesen.

Und die Models selbst? Finden die Regel wohl auch blöd. Laut China Daily ist die Messe für viele die wichtigste Einnahmequelle des Jahres, und sie fürchten, dass in Zukunft andere Veranstalter nachziehen werden. Gilt natürlich nur für die weiblichen Models. Für die männlichen Kollegen scheint sich hingegen eine neue Marktlücke aufzutun. Denn von leichtbekleideten Muskelmännern, die Autos polieren, hat in dem Verbot wohl niemand was gesagt. Der chinesische Autohersteller Star Coach hat das schnell geschnallt:

1038103

(Foto: reisbetriebeneroboter.tumblr.com)

christian-helten

Text: jetzt-redaktion - Fotos: ap / Ng-Han-Guan