Ey, Macarena!

Hinter dem Lieblingssong unserer Kindheit verbirgt sich in Wirklichkeit eine düstere Message. Problem: Es hat keiner hingehört. Bis jetzt.
jetzt-redaktion

Es war Sommer, wir tanzten am Strand. Alle hatten weiße Leinenhosen an, der blaue Glitzernagellack irisierte im Mondlicht. Dazu machten wir alle (alle!) im Gleichtakt diesen Move: Arme raus, dann verschränkt, hinter den Kopf, Hüftkreisen und dann wieder von vorn, eine Vierteldrehung weiter. Dazu schrien wir „ÖÖÖÖÖH MACARENA!“ Ziemlich heißer Scheiß. Viele von uns waren noch Kinder, als Macarena von Los Del Rio zum Discohit wurde. In einem Video wird nun enthüllt, dass Macarena in Wahrheit gar kein unschuldiger Mitwippsong ist.

http://www.youtube.com/watch?v=fKiiKJhfLGg 

Schock. Macarena, die Olle, war ne ganz schöne Bitch. Und die ganze Welt hat weggehört. Weil sie in Ruhe Schunkeln wollte. Deswegen besangen wir alle im Einklang eine ziemlich fiese Frau. Pfui:  

„Now don't you worry about my boyfriend
The boy who's name is Vitorino
I don't want him, couldn't stand him
He was no good so I...
Now come on, what was I supposed to do
He was out of town and his two friends were so fine“ 

Immer, wenn Macarena lief (oder wir es unter der Dusche sangen), wippten wir ein bisschen mit und dachten an die Nächte am Strand, den Geschmack von Africola und die von der neuen Spange schmerzenden Zähne. Der Text? Weißes Rauschen, beiläufiger Hintergrund. Hauptsache, ein eingängiger Refrain zum Mitsingen. Was sollen Songs der Kategorie Mambo No. 5 denn sonst auch liefern? 

Unsere Blauäugigkeit was Texte großer Hits angeht ist aber nicht neu: Irgendwann kommt der Moment, in dem wir erkennen, das die Spicegirls nicht von Gummibärchen, sondern vom ersten Mal singen und es diese Agathe Bauer gar nicht gibt. Und deswegen müssen wir jetzt gemeinsam mit Macarena erwachsen werden. Schön, Macarena, war‘s trotzdem mit dir.

sina-pousset

  • teilen
  • schließen