Du wirst nicht glauben, was Facebook vorhat

Und wenn du es liest, geht dir das Herz auf.

Dieses Bild hat rein gar nichts mit diesem Artikel zu tun. Es soll nur Clicks ziehen.

Foto: tobeys / photocase.de

Als ich mich heute morgen bei Facebook eingeloggt und das gelesen habe, war ich geschockt. Was die da jetzt schon wieder ändern, machte mich sprachlos. Doch als ich es verstanden hatte, traute ich auch meinen Augen kaum. 

Schlimm, oder? Wobei, eigentlich kann es auch ganz lustig sein, sich in Clickbaiting-Sprache über konkrete Sachverhalte zu unterhalten. Gar nicht lustig aber, wenn man solche Schwachsinns-Überschriften jeden Tag in seiner Timeline lesen muss. Findet auch Facebook und will solche Sachen künftig verbannen: "Man lässt einen benutzten Teebeutel unter dem Spiegel baumeln. Warum? Das ist genial." oder "Der Mann findet einen merkwürdigen Kadaver am Strand. Doch als er näher hinschaut, macht er eine bahnbrechende Entdeckung."

Wie? Ist ehrlich gesagt weder schockierend, sprachlos-machend oder Augen-kaum-trauen-lassend.  Facebook führt ein neues System für seinen Newsfeed ein, das missverständliche und übertriebene Überschriften genau so filtern soll, wie ein Spam-Filter im Email-Postfach fantastische Millionen-Angebote aus Nigeria oder Penis-Verlängerungen filtert.

 

"Unser Ziel ist es, einen Newsfeed zu haben, der den Nutzern die für sie relevantesten Stories zeigt", steht im aktuellen Blog-Post. Und: "Wir haben mitgekriegt, dass die Leute weniger Stories mit Clickbait-Headlines oder Teasern sehen wollen."

 

Deswegen werde der Algorithmus künftig Posts weniger priorisieren, deren Überschriften Informationen zurückhalten, die es aber braucht, um den Artikelinhalt zu verstehen. Missverständliche Versprechungen à la "Das glaubst du deinen Augen nicht", kriegen weniger Aufmerksamkeit.

 

Ein ehrenwertes Vorhaben also – man muss aber dazu sagen, dass Facebook schon zum zweiten Mal versucht, Clickbaiting zu verhindern. Vor zwei Jahren sollte die Zeit, die Nutzer mit dem Lesen von Artikeln verbringen, dafür gemessen werden. Wenn Facebook merkte, dass jemand auf einen Post klickte, aber nur Sekunden danach wieder zurückklickte, würde dieser Post weniger angezeigt, hieß es damals. Hat gegen das Clickbaiting nicht so wirklich was gebracht. 

 

Deswegen sei das neue Update nicht auf dem Nutzer- sondern auf dem Publisher-Verhalten basiert. Facebook habe zehntausende Überschriften analysiert und festgelegt, was Clickbaiting ist und was nicht. Wer jetzt noch weiter konsequent Inhalte postet, deren Überschrift missverständlich ist, wird sprachlos sein. Im wahrsten Sinne des Wortes –  denn seine Posts werden quasi stumm geschaltet.

 

max

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