Soziale Medien beeinflussen unser Schlafverhalten

Jetzt auch wissenschaftlich belegt.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Vor dem Licht ausmachen schnell noch die neuesten Instagram-Bilder checken. Oder die Tweets zum eben beendeten Tatort nachlesen. Und war da nicht dieser Facebook-Post, den irgendwie alle heute geteilt haben? Dass man seine Accounts in sozialen Medien checkt, bevor man schlafen geht, ist für viele Menschen längst Normalität geworden. Neu ist ein wissenschaftlicher Beleg, dass Instagram, Twitter, Facebook und so weiter vielen dieser Menschen Probleme beim Einschlafen bereiten.

US-Forscher der Universität Pittsburgh haben untersucht, wie sich das Smartphone-Nutzungsverhalten junger Menschen auf deren Schlafgewohnheiten auswirkt. Das Ergebnis: Wer signifikant mehr Zeit in sozialen Medien verbringt, schläft auch signifikant weniger. 

"Das ist einer der ersten Belege dafür, dass soziale Medien Auswirkungen auf das Schlafverhalten haben", sagte Forscherin Jessica C. Levenson dem Fachmagazin Preventive Medicine. "Und es ist die erste Untersuchung vom Zusammenhang zwischen sozialen Medien und dem Schlaf junger Erwachsener, der ersten Generation, die mit sozialen Medien aufwächst."

Für die Studie wurden 1788 Erwachsene aus den USA untersucht, die zwischen 19 und 32 Jahren alt sind. In einem Fragebogen gaben sie Auskunft über ihr Nutzungsverhalten der elf beliebtesten Dienste: Facebook, Youtube, Twitter, Google Plus, Instagram, Snapchat, Reddit, Tumblr, Pinterest, Vine und LinkedIn.  

Im Durchschnitt verbrachten die Teilnehmer 61 Minuten ihres Tages mit sozialen Medien – und 30 Prozent gaben an, unter zum Teil schweren Schlafproblemen zu leiden.

Die Heavy-User, die ihre Accounts am häufigsten checkten, hatten drei Mal so oft mit Schlafstörungen zu kämpfen wie die Befragten mit der geringsten Frequenz. Und Teilnehmer, die die häufigste Nutzungszeit pro Tag (zwei Stunden pro Tag und mehr) angaben, hatten ein zwei Mal so hohes Schlafstörungs-Risiko, wie die, die weniger Zeit mit sozialen Medien verbringen. 

"Das zeigt, das die Frequenz von Besuchen sozialer Medien ein besserer Schlaf-Indikator ist, als die Gesamtnutzung sozialer Medien", sagte Levenson. Ihre Schlussfolgerung: weniger häufig auf Facebook und Co klicken hilft in Sachen Schlafregulierung.

Hergestellt ist damit aber nur der Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Social-Media-Nutzung. Noch nicht bewiesen ist damit natürlich ist, dass Social Media wirklich an den Schlafstörungen schuld ist. Denn die Forscher können nicht genau sagen, welche Variable von der anderen abhängt. Ob die Befragten also schlecht schlafen, weil sie häufiger ihre Accounts checken. Oder ob es vielleicht genau umgekehrt ist: dass sie häufiger ihre Accounts checken, weil sie nicht einschlafen können.

max

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