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Foto: Screenshot funk

#13reasonswhynot – unter diesem Motto haben sich sechs deutsche YouTuber zusammengetan und ein Video gedreht, das Mut machen soll: Mut, sich bei einer Depression Hilfe zu suchen. In Anlehnung an die Netflix-Serie „13 Reasons Why“ (deutsch: „Tote Mädchen lügen nicht“), in der ein Mädchen nach Erfahrungen mit Mobbing sich das Leben nimmt, erzählen sie von ihrem Weg aus der Krankheit – und rufen dazu auf, unter dem Hashtag #13reasonswhynot Gründe gegen den Suizid und für das Leben zu posten.

„Ich hatte das Gefühl ich kann nicht mehr, ich schaff mein Leben nicht mehr!“, erzählt zum Beispiel Kristina Weitkamp, die auf ihrem Youtube-Kanal normalerweise Fragen zum Thema Sex beantwortet. Zehn Jahre lang kämpfte die heute 29-Jährige mit einer Depression, bis sie sich vor fünf Jahren endlich traute, eine Therapie zu machen. Heute sagt sie: „Sich Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.“

Die Netflix-Serie „13 Reasons Why“ um den Suizid der Highschool-Schülerin Hannah Baker wurde in den vergangenen Wochen vielfach diskutiert. Psychologen kritisieren vor allem die explizite Darstellung von Gewalt, außerdem werfen sie der Serie die Romantisierung von Suizid vor und warnen vor Nachahmungstaten. In den USA startete eine Gegenbewegung unter dem Hashtag #13reasonswhynot bereits vor einigen Monaten: Betroffene berichten auf Social Media von den Gründen, die sie vom Selbstmord abgehalten haben.

Jetzt ziehen deutsche YouTuber unter der Federführung des öffentlich-rechtlichen Online-Kanals funk nach. Fräulein Chaos, Elliott Tender, Tarik Tesfu und Kristina Weitkamp sowie Jenny und Stefan leiden oder litten alle selbst unter Depressionen. Im Video erzählen sie, wie sie damit leben und was ihnen hilft, mit der Krankheit umzugehen. „Ich habe so lange gebraucht, bis ich mir selber eingestehen konnte, dass ich Hilfe brauche,“ erklärt Kristina im Gespräch mit jetzt, „aber eine Therapie war das Beste, was ich machen konnte!“

Auch Kristina hat „13 Reasons Why“ gesehen. Sie sagt: „Ich finde es vor allem schwierig, dass hier Selbstmord als legitime Lösung dargestellt wird – es gibt immer einen anderen Ausweg!“ Allerdings: „Wenn durch die Serie jetzt wieder mehr über Depressionen geredet wird und über Gründe, die für das Leben sprechen, dann hat die Serie doch wieder etwas Gutes bewirkt!“, so Kristina.

Anmerkung der Redaktion: Wenn Du Dich selbst von Depressionen oder Suizidgedanken betroffen fühlst, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge oder U25. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 gibt es Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

tam

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