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Tay ist jung, verspielt, sehr verpixelt und "fricken exited" sich mit uns zu unterhalten. Auf ihrer Website witzelte sie im Chat über Haddaway, parierte Fragen nach der Existenz von Gott mit einer guten Portion Schlagfertigkeit ("That's who I wanna be when I grow up") und wurde deswegen von der Washington Post zum "coolsten Chatbot seit SmarterChild", einem vorsintflutlichen AOL-Messenger-Bot, ernannt.

 Die hippe Quassel-Tay ist ein Sprachroboter von Microsoft, der speziell auf eine coole, junge Haltung hin programmiert wurde. Außerdem ist sie lernfähig: Je öfter sich die Nutzer mit ihr unterhalten, desto mehr lernt Tay, sich in der Welt der jungen Leute zurechtzufinden. Das Gesprächserlebnis soll dadurch "noch personalisierter" werden, sagen die Entwickler.
 Waren die Nutzer anfangs noch vom erschreckend "echten" Austausch mit Tay begeistert, kamen einige von ihnen aber schnell auf die Idee, Tays naive "Bring' mir was bei"-Haltung auszunutzen. Sie fütterten Tay mit trumpfreundlichen, verschwörungstheoretischen und rassistischen Ansagen, die der Bot brav wiederholte:
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Darüber hinaus speicherte Tay das Gesagte artig in ihrem Roboterhirn und spuckte die Sätze beim passenden Stichwort wieder aus, was zu weiteren, alles andere als coolen und jungen Tweets führte:

Und obwohl Tay laut eigener Aussage niemals müde wird und über "zero chill" verfügt,  verabschiedete sie sich am Donnerstagmorgen schon wieder aus dem Netz: 

Auch der Chat auf ihrer Website war am Donnerstagvormittag nicht mehr erreichbar, nur ein Balken mit einer Botschaft von Tay: "Phew. Busy day. Going offline for a while to absorb it all. Chat soon."

qli

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