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"Oase im Grünen"

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Falls gerade ein Mailand-Besuch geplant wäre: Giulio hätte Wohnraum in einer „grünen Oase“. Stefano wirbt mit „Blick auf den Park“. Komplett unverstellt. Und Paolo, ein offenbar eher pragmatischer Airbnb-User, bietet eine „Helle und gemütliche Lösung“. Alles für nur neun Euro die Nacht. Rauchen darf man auch überall.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Die Angebote, die am vergangenen Mittwoch auf Airbnb standen, sind nämlich eine Aktion des italienischen Obdachlosen-Verbands MIA. Die Schlafplätze finden sich in Parks, vor Ladenfenstern oder auf Lüftungsschächten. Dazu gibt es kurze Protokolle, in denen die Obdachlosen von sich und ihrem Weg erzählen. Mit der Aktion #Homelesshome sollen Spenden gesammelt werden.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Airbnb ist damit zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit in Verbindung mit Obdachlosigkeit in den Medien. Vergangene Woche besuchte der Guardian die Zentrale des Share-Economy-Anbieters in San Francisco. Allerdings nicht, um eine Geschichte über den irrwitzigen Wert des Unternehmens zu machen (laut der jüngsten Schätzung etwa zehn Milliarden Dollar), sondern um die fünf Menschen zu interviewen, die sich kleine Lager in Nischen des Gebäudes eingerichtet hatten. Keines davon kann man auf der Plattform bislang mieten.

Und keiner von den Interviewten wusste, was das Unternehmen vertreibt. Womit sie auch das in diesem Zusammenhang schon etwas amüsante Airbnb-Motto wohl nicht kannten: "Mach mit uns die Welt zu einem Ort, an dem jeder überall zu Hause sein kann. #OneLessStranger"

jakob-biazza


Text: jetzt-redaktion - Fotos: Screenshots

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