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Bild: AP

"Die momentane Erscheinung des Comic-Charakters ist die einer großbusigen, weißen Frau mit widernatürlichen Proportionen, spärlich bekleidet mit einem glänzenden Bodysuit inklusive amerikanischer Flagge und kniehohen Stiefeln – der Inbegriff eines Pin-Up-Girls" – so wird Wonder Woman in einer Petition besorgter UN-Mitarbeiter beschrieben. Die Wahl eines fiktiven und kommerziellen Comic-Charakters zur UN-Botschafterin halten sie für völlig daneben.

Gerade das Argument, dass mit Wonder Woman ein Symbol der Emanzipation auf der ganzen Welt für Frauenrechte werben kann, wirkt auf Unterzeichner grotesk: "Es ist alarmierend, dass die UN ein völlig übersexualisiertes Wesen einsetzen will, während in den Schlagzeilen der USA und im Rest der Welt über die Objektifizierung von Frauen gesprochen wird."

Die UN verfehle mit ihrem Vorhaben ihren Anspruch, Diversität und kulturelle Sensibilität zu bewahren. Außerdem sei Wonder Woman zu alt für ein junges Publikum (75!) und noch dazu: keine echte Frau. 

"Im Grunde genommen zeigt die Entscheidung, dass die UN nicht imstande war, eine lebendige Frau zu finden, die sowohl die Gleichstellungs-Rechte für ALLE Frauen meistern als auch für deren Empowerment kämpfen kann", so die Verfasser. Erst vor kurzem haben sich Hoffnungen auf die Ernennung einer Frau zur UN-Generalsekretärin zerschlagen: Der kommende Generalsekretär wird der Porugiese António Guterres sein.

Bisher haben 768 Menschen die Petition unterzeichnet, Ziel sind 1000. Wonder Womans Amtantritt aufhalten wird die Petition wohl kaum: Bereits heute soll sie in einem Festakt in Anwesenheit von Generalsekretär Ban Ki-Moon ihren neuen Job beginnen.

qli

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