Safer Sexting

Nacktfotos verschicken kann geil sein, hat aber einen schlechten Ruf. Zu Unrecht! Dass Sexting sogar gut für die Liebe ist, wurde jetzt wissenschaftlich nachgewiesen.
jetzt-redaktion

Bloß keine Nacktfotos verschicken, heißt es immer. Die tauchen irgendwann irgendwo bestimmt wieder auf. Im schlimmsten Fall beim nächsten Vorstellungsgespräch. Ganze Kampagnen warnen vor den schädlichen Folgen von sogenanntem Sexting, dem Senden erotischer Nachrichten auf Whatsapp, Snapchat und Co. Da gibt es Merkblätter für Eltern, Abschreckungsvideos für Jugendliche und Erfahrungsberichte von Betroffenen. Zwei Psychologinnen aus Pennsylvania sind dem negativen Image der Erotiknachrichten nachgegangen und fanden heraus: So schlimm ist das alles gar nicht. Im Gegenteil!  

Emily Stasko und Pamela Geller haben in einer Studie über 870 Männer und Frauen zwischen 18 und 82 Jahren gefragt, wie oft sie schon mal einen Schnappschuss in Unterwäsche oder weniger gewagt haben. Nach der Definition der beiden fallen unter Sexting aber auch explizit erotische Text-Nachrichten. Tatsächlich haben über 80 Prozent der Befragten solche intimen Sehnsüchte innerhalb des letzten Jahres in Form von Bildern oder Nachrichten per Handy verschickt.  

Sexting ist gut für ein gesundes Liebesleben. Das ist jetzt bewiesen.

„Die Kritiker ignorieren die positiven Effekte, die Sexting auf eine Beziehung haben kann“, schreiben die Wissenschaftlerinnen in ihrer Studie. Viel zu oft würde Sexting mit zwielichtigen Datingportalen in Verbindung gebracht. Dabei werden 70 Prozent der schlüpfrigen Nachrichten innerhalb fester Beziehungen versendet. Und das wirkt sich positiv auf das Sexleben im Real-Life aus.  

Genau das haben die Psychologinnen nachgewiesen: „Menschen, die mehr Sexting betreiben, haben auch ein erfüllteres Liebesleben“, schrieben sie. Und das unabhängig von allen anderen Variablen wie Alter, Geschlecht oder sexuelle Orientierung. So nüchtern die Studie auf den ersten Blick wirkt, sie bedeutet eigentlich:Kein Grund zur Panik. Denn zum Glück gibt es nämlich neben den zahlreichen Warnungen vor den gefährlichen Enthüllungen in diesem Internet auch genauso viele Anleitungen zum Safer Sexting.

eva-hoffmann

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