Eine Bürgerwehr in Wien will Frauen zum Schutz begleiten

Für zwei Euro die Stunde. Im Ernst?
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Illustration: Julia Schubert

Interessantes Angebot, oder? Ein Schutz für Frauen, powered by FPÖ - der rechtspopulistischen Partei in Österreich. Und so günstig!

Allerdings wirft es natürlich schon ein paar Fragen auf

•    Was unterscheidet diesen Mann von einem Pfefferspray? 

  • •    Läuft der dann in zwei Metern Sicherheitsabstand hinter mir her, oder plaudert man ein bisschen?
  • •    Wenn ja, darf ich mir das Gesprächsthema aussuchen?
  • •    Kommt der auch mit in die Oper und zieht sich drei Stunden Rheingold rein? 
  • •    Wartet er vor dem Restaurant, wenn ich ein Date habe? 
  • •    Und schlägt er den Mann dann für mich zusammen, wenn es nicht gut lief? 
  • •    Was, wenn ich eine Frau date?  

Leider waren die selbsternannten Retter in der Not genau dann nicht erreichbar, als wir sie brauchten und Antworten wollten. War aber nicht weiter schlimm. Denn die Annonce ist Satire. Die auf dem Flyer erwähnte Seite wurde mittlerweile auch gelöscht. 

Im Gegensatz zur Bürgerwehr Wien, die es wirklich gibt und der auf Facebook mehr als 3700 Menschen folgen, ist sie eine Erfindung. Sie verhalf den besorgten Bürgern jetzt zu mehr Präsenz im Netz, als ihnen lieb sein dürfte. Nach hundertfachem Teilen ist wohl auch die „echte“ Bürgerwehr auf ihren Trittbrettfahrer aufmerksam geworden. Wo genau der Vorzeige-Begleiter herkommt, scheint niemand zu wissen. Der Spott war online aber wesentlich lauter als die Empörung. Und Twitter-Nutzer kommentierten das Bild mit der Rechtschreibschwäche mit weiteren interessanten Fragen.

Eva Hoffmann

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