Spenden für Sommersprossen

Eine Kickstarter-Kampagne wirbt um Geld für falsche Sommersprossen. Könnte auch Satire sein.
jetzt-redaktion
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Illustration: Julia Schubert

Auch wenn einem gerade gar nicht nach Witzen zumute und man sehr verführt ist, dauernd „Mir egal, lass mich in Ruhe, Welt!“ zu sagen, dreht sie sich halt doch weiter, die Welt. Und präsentiert einem dann zwischendurch so Sachen, von denen man sich fragt, ob sie ein Witz sind oder nicht. Weil sie sehr nach Witz aussehen. Aber alle so tun als sei es keiner. Aber mal konkret jetzt.

Es gibt da so eine Kickstarter-Kampagne, die heißt „Freck Yourself“. Und wenn die Menschen da draußen für diese Kampagne erstmal 215.000 Dollar gespendet haben, dann gibt es Sommersprossen für alle: Man klebt sich eine Art Schablone ins Gesicht, bemalt sie mit Henna-Farbe, zieht sie wieder ab – und ist für etwa 48 Stunden sommersprossig. Beworben wird das Ganze mit diesem Video, das wie eine einzige Satire wirkt. Diese dreieckigen Kosmetik-Aufkleber? Sommersprossen, die für „rebellische Träumer“ stehen? Und dann fährt jemand auf Rollschuhen? Auf Rollschuhen mit Sternen drauf?? Auf denen „FRECK YOURSELF“ steht???

In den Medien nimmt man das bisher aber ernst, zum Beispiel hier, hier und hier. Die Cosmopolitan hat die „Faux Freckles“, also falsche Sommersprossen, vor einigen Tagen zum neusten Beauty-Trend ausgerufen. Das hat man auch letztes Jahr schon mal gehört, als Frauen anfingen, sich Sommersprossen mit Stiften aufzumalen. Und irgendwie wäre es ja auch logisch, wenn das mit der Sommerpsrossen-Schablone stimmte. Bescheuert, aber logisch. Denn man kann Details an seinem Körper ja längst anpassen, man kann sich die Haare färben und die Haut bräunen und die Brüste vergrößern lassen. Dagegen sind ein paar Sprossen ja eigentlich harmlos.

 

Allerdings gehören Sommersprossen ja zu der Gruppe der sogenannten „Schönheitsfehler“, die als sexy gelten. Als nächstes erwarten wir darum: eine Kickstarter-Kampagne, um eine Zahnspange für die ultrasexy Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen zu finanzieren. Und eine für eine Segelohren-Maschine. 

 

Valerie Dewitt

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