Ein Texaner protestiert gegen Strafzettel – mit fünf Eimern voller Pennies

Foto: Screenshot Twitter

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Erster Gedanke, wenn man diesen Typ im blauen Shirt ins Amtsgericht laufen sieht: Krasser Kerl. Wie er da auftritt, gerader Rücken, Brust raus, schneller Gang, strahlt er so viel Entschlossenheit aus. So viel "Fuck the System!"-Einstellung, so viel "Ihr Penner, seht her, was ihr von eurer Strafe habt!". Zwei Plastikeimer trägt Brett Sanders aus Texas, der Typ in blau. Sie sind so schwer, dass Sanders Arme durchhängen. Und randvoll mit Pennys (US-Cents) gefüllt, weil der krasse Kerl eine krasse Art gewählt hat, um gegen die seiner Meinung nach ungerechtfertigte Strafe zu demonstrieren. Er bezahlt seinen 212 Dollar-Strafzettel in bar, mit den kleinstmöglichen Münzen. Und die Welt teilt das Video davon gerade wie verrückt. Verständlich. Ist ja auch gut gemacht.

"Ich habe niemandem wehgetan. Ich habe kein Leben gefährdet", sagte Sanders der NBC. Er habe versucht, gegen seine Bestrafung vorzugehen, hat sogar geklagt. Scheiterte aber vor Gericht. "Als dann die Zahlungsaufforderung kam, habe ich einfach entschieden, ich könnte auch mit Penniys bezahlen und ein großes Spekatakel daraus machen." 

Man möchte nicht seine Bankangestellte sein, die ihm die tausenden Münzen in insgesamt fünf Eimer auszahlen musste. Man möchte aber auch nicht Brett Sanders sein, wenn man genauer hinguckt. Denn der outet sich auf den zweiten Blick als (zugegeben ziemlich witzige) inszenierte Drama-Queen. Er bekam seine Strafe nämlich, weil er mit 39 statt der erlaubten 30 Meilen pro Stunde durch seine Nachbarschaft in Frisco gefahren war. Das sind umgerechnet fast 15 Kilometer zu schnell. In Deutschland wäre er dafür mit einem Bußgeld von 25 Euro davon gekommen. 

Im Amtsgericht von Frisco muss Sanders seine Eimer dann einzeln und mit beiden Armen hochstemmen, um sie auf den Schalter zu kippen. Er habe die exakte Summe dabei, kündigt er noch an, ehe er anfängt loszuschütten. Und nichtmal damit ist er im Recht. Die Bankangestellte hat ihm nämlich zu viele Münzen ausgezahlt – beziehungsweise hatte er wohl keine Lust gehabt, nachzuzählen. Das haben dann die Beamten übernommen. Nach drei Tagen Zählen kamen sie drauf, dass Sanders sieben Dollar (also 700 Münzen) zu viel auf den Tresen gekippt hat. Blieb ihnen also immerhin ein kleines Trinkgeld.

max

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