Gillian Anderson wird der nächste Bond

Zumindest, wenn es nach dem Internet ginge.
Von Christina Waechter

Dass er eigentlich keinen Bock mehr auf den ganzen Agenten-Käse hat, das hat Daniel Craig schon seit ein paar Jahren immer wieder verlauten lassen. Schon als im letzten Jahr der 24. James Bond „Spectre“ herauskam, war im Grunde genommen schon klar, dass das sein letzter sein würde. Doch endgültig und definitiv abgesagt hat Craig erst vor wenigen Tagen.

Und damit ist es endlich mal wieder Zeit für eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit: Wer soll der nächste Bond werden? Welche Kriterien muss er erfüllen? Und welche Augen-, Haar-, und Hautfarbe darf ein Agent haben? Für wie viele Filme muss er sich verpflichten? Und, nur mal so ganz verrückt ins Blaue gedacht: Muss es denn unbedingt ein Typ sein?  

Weil die Produktionsfirma notorisch zurückhaltend ist, haben sich ein paar Twitter-User den Hashtag #NextBond ausgedacht und eine Art Internet-Abstimmung veranstaltet.

Überraschender Sieger dabei: Gillian Anderson. Die Frau also, die viele Jahre lang mit ihrem Agentenkollegen Mulder extraterrestrischen Umtrieben in „Akte X“ auf der Spur war und zuletzt in der BBC-Serie  „The Fall – Tod in Belfast“ eine Ermittlerin spielte, die einen Serienmörder jagt – hat auf jeden Fall Erfahrung in der Darstellung eines polizistenartigen Wesens. Via Twitter gab sie auch bekannt, dass sie nicht abgeneigt wäre, die Rolle anzunehmen. 

Aber soweit kommt es wohl nicht. Denn es gibt einige Aspekte im Leben der Gillian Anderson, die es sehr unwahrscheinlich machen, dass sie jemals im Dienste ihrer Majestät ermitteln werden kann.

 

So ist sie zum Beispiel, Sakrileg Nummer eins, keine Britin. Und ja, George Lazenby, der One-Night-Bond und gelernter Dressman, kam ebenfalls nicht von der Insel, aber immerhin ist er als Australier Teil des Commonwealth und damit quasi eben doch: Brite. Gillian Anderson dagegen ist US-Amerikanerin und damit schon so gut wie disqualifiziert für den Dienst, wie jeder echte Fan weiß. Anderson lebt zwar schon seit vielen Jahren in England, aber das gilt in der so traditionsbewussten Bond-Familie natürlich überhaupt nichts.

 

Dazu kommt, dass Anderson mittlerweile doch schon 47 Jahre alt ist, auch wenn man ihr das überhaupt nicht ansieht. Wenn man nun bedenkt, dass selbst Idris Elba trotz lautstarkem Publikumswunsch vermutlich vor allem deshalb nicht der nächste Bond wird, weil er schon 43 Jahre alt ist, dann ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass Anderson die Produzenten von sich überzeugen kann. Zumal der kommende Bond sich laut Insidern für mindestens drei Filme verpflichten soll, was gut zehn Jahre bedeuten kann.

 

Überhaupt scheint die Besetzung des nächsten Bond schon weiter gediehen zu sein, als man bisher glaubte: Tom Hiddleston soll der Favorit von Regisseur Sam Mendes und Produzentin Barbara Broccoli sein.

Und man muss zugeben, dass er die meisten Kriterien erfüllt: Er ist männlich, weiß, in London geboren, ging in Eton zur Schule und in Cambridge auf die Universität. Das einzig annähernd Kontroverse an dem Mann ist seine Haarfarbe. Ein rothaariger Bond? Das ist doch absurd! 

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